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Ignoriere Tesla: Hier sind 3 SPACtakuläre Aktien

Billy Duberstein
·Lesedauer: 8 Min.
Analyse
Analyse

Wenn du die massiven Gewinne bei Tesla (WKN: A1CX3T) mitgenommen hast, dann herzlichen Glückwunsch! Teslas bahnbrechende Elektrofahrzeuge zu erschwinglichen Preisen haben sich in vielen Teil der Welt durchgesetzt und die Aktie hat im vergangenen Jahr durch den Enthusiasmus für E-Autos massiv zugelegt.

Bei einer Bewertung von 800 Mrd. Dollar sind die enormen disruptiven Gewinne von Tesla zu diesem Zeitpunkt jedoch sehr wahrscheinlich bereits eingepreist. Nicht, dass die Aktie von Tesla nicht weiter steigen könnte (und sie könnte natürlich auch fallen), aber für jüngere Investoren, die auf der Suche nach dem nächsten 10- oder sogar 100-Bagger sind, bieten die drei folgenden brandneuen SPACs ein ähnliches disruptives Potenzial, aber zu viel, viel niedrigeren Marktbewertungen. Da sie so neu sind, hat der Markt ihre enormen potenziellen Chancen vielleicht noch nicht ganz erkannt.

TS Innovation Acquisition (Latch)

Einer der Bereiche, in denen innovative Technologie die alten Akteure noch nicht wirklich umgestoßen hat, ist der Immobiliensektor. Obwohl im Bereich der Hausverkäufe eine gewisse Disruption stattfindet, ist der Markt für Mehrfamilienhäuser etwas in seinen eingefahrenen Strukturen stecken geblieben. Natürlich ist es viel einfacher, ein Freemium-Softwaremodul bei einem Unternehmen zu kaufen, als ein ganzes Wohn- oder Bürogebäude mit Technologie der nächsten Generation zu renovieren.

Letzte Woche fusionierte TS Innovation Acquisition (WKN: A2QGWX), eine Special Purpose Acquisition Company (SPAC), die von dem großen globalen Immobilienentwickler Tishman Speyer gesponsert wird, mit dem Immobilien-Tech-Start-up Latch in einem Deal im Wert von über 1,5 Mrd. US-Dollar, was einem Unternehmenswert von 1,05 Mrd. US-Dollar entspricht, wenn man die 510 Mio. US-Dollar an liquiden Mitteln des Unternehmens berücksichtigt. Die Aktien lagen Ende Januar um etwa 30 % höher und hatten eine Marktkapitalisierung von etwa 2 Milliarden US-Dollar.

Latch zeichnet sich dadurch aus, dass seine umfassende Hardware- und Software-Plattform als komplettes, schlüsselfertiges Betriebssystem für Mehrfamilienhäuser fungiert. Die Produkte von Latch umfassen digitale Schlösser für den intelligenten Zugang, Hardware und Software für das Liefermanagement, Smart-Home-Sensoren, drahtlose Internetkonnektivität und Software für die Verwaltung und das Onboarding der Bewohner – alles in einem einfachen Paket.

Latch geht frühzeitig Partnerschaften mit Immobilienentwicklern ein und die Verträge laufen in der Regel über sechs Jahre. Auch wenn die aktuellen Umsätze des jungen Unternehmens noch gering erscheinen, ist es beachtlich, dass der Gesamtumsatz in den letzten zwei Jahren um 475 % auf 167 Mio. US-Dollar gestiegen ist. Dabei legte die margenstärkere Softwarekomponente sogar um 546 % auf 96 Mio. US-Dollar zu. Beeindruckend ist, dass Latch auch einen Weg gefunden hat, den Umsatz mit bestehenden Kunden aus der Baubranche zu steigern, und eine Netto-Expansionsrate von 154 % für das vierte Quartal 2020 verzeichnet. Das Unternehmen hat in seinen wenigen Jahren auf dem Markt auch noch nie einen Kunden verloren, was bemerkenswert ist.

Das Management geht davon aus, dass der Umsatz von Latch bis 2025 auf 877 Mio. US-Dollar steigen könnte, wobei etwa die Hälfte aus margenstärkerer Software und die andere Hälfte aus margenschwächerer Hardware stammt. Dank der Umsatzabgrenzung erwartet das Management, dass der freie Cashflow zu diesem Zeitpunkt mit 249 Mio. US-Dollar über dem nach dem Rechnungslegungsstandard GAAP berichteten Gewinn liegen wird. Im Jahr 2025 prognostiziert das Management immer noch ein Umsatzwachstum von 46 %. Sollten sich diese Projektionen bewahrheiten – und man bedenke, dass es sich nur um Prognosen handelt, die eintreffen können oder auch nicht –, dann würde die heutige Bewertung im Nachhinein wie ein Schnäppchen aussehen.

Das Potenzial ist sicherlich vorhanden. Das Management schätzt, dass allein der adressierbare Markt für Mehrfamilienhäuser in den USA ein Volumen von 54 Milliarden US-Dollar hat, und in Europa, wo das Unternehmen gerade an den Start geht, sind es weitere 90 Milliarden US-Dollar. Es besteht auch das Potenzial, in Richtung gewerblicher Gebäude zu expandieren. Und die strategische Partnerschaft des Unternehmens mit einem der ganz großen Immobilienentwickler der Welt ermöglicht einen einfachen Zugang zu diesem riesigen Marktpotenzial.

Insgesamt scheint Latch über ein Produkt zu verfügen, das Kunden in einem riesigen Markt auf lange Frist glücklich macht. Das könnte sich zukünftig vielfach auszahlen, soweit das Management wie versprochen liefert über die kommenden Jahre.

Clover Heath

Ein weiterer potenzieller Disruptor in einem massiven adressierbaren Markt ist Clover Health (WKN: A2QJXX). Clover, ebenfalls ein kürzlich gegründetes SPAC, ist etwas größer als Latch und hat zum Monatswechsel eine Marktkapitalisierung von rund 5,6 Mrd. US-Dollar. Diese höhere Bewertung könnte jedoch gerechtfertigt sein, wenn Clover in der Lage ist, sein Versprechen einzulösen, den gesamten Krankenversicherungsmarkt zu verändern.

Wie viele amerikanische Patienten sicherlich bereits am eigenen Leib erfahren haben – und wie das Management von Clover behauptet hat –, sehen traditionelle Krankenversicherer zwischen Geschäftswert und Gewinnen auf der einen Seite und besseren Patientenergebnissen auf der anderen Seite eher einen Gegensatz. Genau das ist es, was Clover zu verändern versucht.

Obwohl das Gesundheitswesen eine etwas komplizierte Branche ist, zielt Clover auf hohem Niveau darauf ab, die Kosten für die Pflege mithilfe von Big Data und KI zu senken und den Ärzten durch eine „angenehm nutzbare“ Point-of-Care-Software Erkenntnisse direkt zu liefern. Der Glaube ist, dass Big-Data-Einsichten helfen können, die Kosten der Pflege durch genauere und frühere Diagnosen zu senken, was wiederum die Kosten senkt. Dies würde es Clover theoretisch ermöglichen, diese Einsparungen in Form von niedrigeren Prämien weiterzugeben und damit die traditionellen Versicherer wegzufegen. Clover gibt seine Software kostenlos an Ärzte ab, um die Nutzung zu fördern, und niedrigere Prämien sollten ein höheres Kundenwachstum ermöglichen, das die KI-Engine mit mehr Datenpunkten füttert und die Algorithmen und Software in einer positiven Wechselwirkung verbessert.

Clover nimmt zunächst den sogenannten Medicare-Advantage-Markt ins Visier, einen riesigen 270-Milliarden-Dollar-Markt, der sich bis 2025 auf 590 Millionen Dollar mehr als verdoppeln soll, was einem jährlichen Wachstum von 14 % entspricht, da die Bevölkerung immer älter wird. Clover ist auf die Diagnose von 25 häufigen chronischen Erkrankungen spezialisiert, die sehr kostspielig sind, und bietet darüber hinaus eine personalisierte Planung für Patienten mit diesen Erkrankungen an, um sie effektiver zu behandeln.

Obwohl es sich um ein junges Unternehmen handelt, hat Clover in den letzten Jahren in den Bundesstaatsbezirken, in denen es verfügbar ist, große Erfolge bei der Übernahme von Marktanteilen von etablierten Anbietern erzielt. Im Jahr 2020 expandierte Clover von 26 Bezirken im Jahr 2019 auf 34 Bezirke (Stand: September) und beschleunigte das Umsatzwachstum von 29 % im letzten Jahr auf 46 % in den ersten neun Monaten des Jahres 2020. Die bereinigten EBITDA-Verluste haben sich ebenfalls deutlich verringert, was zeigt, dass es in Zukunft eine erhebliche operative Hebelwirkung geben könnte.

Obwohl es nicht gerade billig ist, ist Clover ein weiteres Beispiel für einen potenziellen Disruptor in einem riesigen adressierbaren Markt, was sein Aufwärtspotenzial in der Tat sehr groß macht.

Romeo Power

Ein potenzieller Konkurrent von Tesla oder zumindest des von Tesla vorgeschlagenen „Semi“-Sattelschleppers könnte Romeo Power (WKN: A2QK20) sein, das dritte SPAC in dieser Liste. Es will sich im Bereich der Batterien für Elektrofahrzeuge einen Namen machen. In der Tat wurde das Unternehmen von einem Team aus ehemaligen Tesla- und SpaceX-Ingenieuren gegründet. Doch anstatt ein komplettes Elektrofahrzeug zu bauen, konzentriert sich Romeo auf die Herstellung der besten Batteriepakete der Welt in einem flexiblen modularen Design, das auf den Markt für große Nutzfahrzeuge ausgerichtet ist.

Warum ist Romeo im Vergleich zu anderen EV-Start-ups so spannend? Laut einer unabhängigen Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger führen die Romeo-Batterien alle Wettbewerber in Bezug auf die gravimetrische Energiedichte an – einschließlich der aktuellen Tesla-Batterien – und bieten im Wesentlichen die beste Energieausbeute ihrer Klasse für ihre gegebene Masse.

Romeo hat tatsächlich zwei große Ähnlichkeiten mit dem zuvor erwähnten Latch. Erstens hat Romeo, obwohl es noch sehr früh ist, bereits 544 Mio. US-Dollar an zukünftigen Umsätzen unter Vertrag, wobei zusätzlich 2,2 Mrd. US-Dollar in fortgeschrittenen Verhandlungen sind. Diese weitgehend gesicherten zukünftigen Einnahmen in Verbindung mit einem riesigen Markt von 225 Mrd. US-Dollar für Nutzfahrzeuge allein in den USA und Europa (bei einem globalen Markt von 665 Mrd. US-Dollar) rechtfertigen aus meiner Sicht die aktuelle Marktkapitalisierung von 2,34 Mrd. US-Dollar.

Zweitens hat Romeo, ebenso wie Latch, einen wichtigen strategischen Partner und Großinvestor – genau genommen sogar zwei davon: Borg Warner (WKN: 887320), ein führender Autozulieferer, und Heritage Environmental Systems. Letztere besitzt eine große Beteiligung an Heritage-Crystal Clean (WKN: A0NGTE), einem führenden Recycler von Batterien und anderen Umweltdienstleistungen. Wie Tishman Speyer für Latch, so verschafft die Partnerschaft mit Borg Warner Romeo sofortigen Zugang zu vielen der weltweit größten Nutzfahrzeugflottenhersteller.

Wenn Romeo seinen derzeitigen Technologievorsprung beibehält oder ausbaut und sich das modulare Pack-Design bei einer Vielzahl von Nutzfahrzeugen durchsetzt, könnte das Unternehmen Großes vor sich haben. Angesichts der schieren Größe des Nutzfahrzeugmarktes und des Wunsches großer Fuhrparks in verschiedenen Branchen, umweltfreundlich zu werden und ihre Nachhaltigkeits-Reputation (ESG-Bewertung) zu verbessern, könnte Romeo in kurzer Zeit zu einem der wichtigsten Anbieter in diesem Bereich werden.

Während EV-Investoren auf der Jagd nach der nächsten großen Marke zu sein scheinen, bietet Romeo eine erstklassige Technologiekomponente und sollte ein Gewinner sein, egal welche Elektrofahrzeugmarke die Krone bei den Nutzfahrzeugen übernimmt.

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Dieser Artikel wurde von Billy Duberstein auf Englisch verfasst und am 31.01.2021 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.Billy Duberstein besitzt Aktien von Romeo Power, Inc. und TS Innovation Acquisitions. Seine Kunden besitzen möglicherweise Aktien der genannten Unternehmen. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt Aktien von Clover Health Investments und empfiehlt BorgWarner.

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