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IG Metall will sichere Jobs und mehr Qualifizierung durchsetzen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die IG Metall will in der bevorstehenden Metall-Tarifrunde möglichst viele Jobs sichern und für die Beschäftigten weitere Qualifizierungschancen sichern. Höhere Entgelte für die rund 4 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie sollen zwar ebenfalls durchgesetzt werden, stehen aber nicht im Mittelpunkt der gewerkschaftlichen Debatte. Das wurde am Donnerstag bei den Auftaktsitzungen regionaler Tarifkommissionen deutlich, mit denen Deutschlands mächtigste Gewerkschaft die interne Diskussion um die Tarifforderung begonnen hat.

"Wir wollen Arbeitsplätze und Standorte sichern und den Wandel für die Beschäftigten fair gestalten", sagte der Bezirksleiter Küste, Daniel Friedrich. "Aber klar ist auch: Die Realeinkommen müssen gesichert und die Kaufkraft der Beschäftigten gestärkt werden." Für den Osten forderte der Berliner Bezirksleiter Stefan Schaumburg zusätzlich die Angleichung der Arbeitszeit zum Westen ein.

Der einflussreiche Südwest-Bezirkschef Roman Zitzelsberger hatte in einem dpa-Interview klargemacht, dass er keinen Sinn darin sehe, in der Tarifrunde hauptsächlich mehr Geld zu fordern. Auf Seite der Gewerkschaft werde es einen starken Fokus auf die Themen Beschäftigungssicherung, Weiterbildung und Qualifizierung geben.

Nach bisherigen Planungen will der IG-Metall-Vorstand am 4. Februar eine Forderungsempfehlung aussprechen, ehe die Tarifkommissionen in den Bezirken das Paket am 20. Februar absegnen. Den finalen Beschluss will der Vorstand am 26. Februar treffen. Erste Verhandlungen mit den Arbeitgebern auf regionaler Ebene sollen Mitte März stattfinden. Der Tarifvertrag läuft zum 31. März aus, die Friedenspflicht endet am 28. April. Ab dem Folgetag sind erste Warnstreiks möglich.

Die Arbeitgeber in Baden-Württemberg begrüßten die Ankündigungen als vernünftiges Signal. "Wir sind bereit, in dieser Tarifrunde mit der IG Metall gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um den Beschäftigten mehr Sicherheit in den aktuellen, tiefgreifenden Veränderungsprozessen zu geben", sagte ihr Vorsitzender Stefan Wolf.