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IG Bergbau warnt vor überzogener Kritik am Kohle-Kompromiss

Der Gewerkschaftsvorsitzende verteidigt den Kohle-Beschluss fordert mehr Tempo bei der Energiewende. Unterstützung bekommt er von NRW-Ministerpräsident Laschet.

Der Vorsitzende der IG Bergbau weist die Kritik von Umweltschützern am Kohleausstiegsgesetz zurück. Foto: dpa

Der Vorsitzende der Bergbau-Gewerkschaft IG BCE, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, hat Umweltschützer ermahnt, ihre Kritik am Kohlekonsens von Bund und Ländern nicht zu überziehen. Ein „klein-karierter, buchhalterischer“ Vergleich mit den Empfehlungen der Kohlekommission sei absurd, kritisierte er am Samstag beim Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU in Düsseldorf.

„Das ist eine Einladung an militante Verbände, das, was sie tun, als legitim zu erachten“, so Vassiliadis. Der Kohlekompromiss sei kein Bruch mit den Empfehlungen.

Ähnlich äußerte sich der CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsident Armin Laschet. „Wir brauchen mehr Ehrlichkeit und Realismus“, forderte er. Deutschland steige aus dem Atomstrom und der Kohleverstromung aus. Gleichzeitig lehnten Aktivisten aber Gas aus Russland ab – „wegen Putin“ – ebenso wie Gas aus Amerika – „wegen Fracking“.

Gegen Windkraftanlagen gebe es bundesweit rund 350 Klagen. Und der Ausbau der Stromnetze werde von betroffenen Anwohnern ebenfalls abgelehnt. So sei die Energiewende nicht zu bewältigen.

Vassiliadis forderte, endlich Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zu machen, um den Ausstieg aus dem Atomstrom und der Kohleverstromung zu kompensieren. „Wenn wir nicht voran machen, kommen wir in eine Sackgasse“, warnte er.

Deutschland müsse aufhören, zu lamentieren, und stattdessen anpacken. Die einen wollten keine Bäume fällen lassen für Windräder, andere seien gegen die Kohle, wieder andere blockierten geplante Neuansiedlungen wie das Tesla-Werk in Brandenburg. „Das wird doch langsam crazy“, sagte Vassiliadis.