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IfW untersucht Folgen von Ausstieg aus Pariser Klimaschutzabkommen

KIEL (dpa-AFX) -Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat die Folgen eines Ausstiegs einzelner Länder aus dem Pariser Klimaschutzabkommen untersucht. Am schlimmsten wären die Auswirkungen eines erneuten einseitigen Ausstiegs der USA, teilte Joschka Wanner vom Forschungszentrum Handelspolitik des IfW Kiel am Dienstag mit. Die USA seien der weltweit zweitgrößte Emittent, hätten sich aber auf eine hohe Minderung ihrer Emissionen verpflichtet. Bis 2030 streben sie demnach im Vergleich zu einem "Business-as-usual"-Emissionspfad eine Reduktion um 47 Prozent an.

Wenn alle 195 Länder ihre im Rahmen des Klimaabkommens gemachten Zusagen für nationale Reduktionsziele einhalten, sinken die globalen Kohlenstoffemissionen nach IfW-Angaben um schätzungsweise 25,4 Prozent. Bei einem Ausstieg der USA würde die Welt ihre Emissionen in diesem Szenario nur um 17,3 Prozent senken. Die angestrebte globale Reduktion würde um fast 32 Prozent verringert.

Die zweitgrößte unmittelbare Auswirkung auf die weltweiten Emissionen durch entgangene Reduktionszusagen hätte ein Ausstieg Chinas, der die globale Reduktion um 11,9 Prozent verringern würde. China emittiere zwar mehr Kohlendioxid als die USA, habe aber auch ein deutlich niedrigeres Reduktionsziel von 11,3 Prozent.