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IfW-Chef Felbermayr: "Wir müssen uns Sorgen um unsere Weihnachtsgeschenke machen"

·Lesedauer: 3 Min.
Hafen von Yantian im Juni

Angesichts des weltweiten Lieferketten-Chaos und der aktuellen Containerkrise im südchinesischen Meer warnt der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, vor Lieferengpässen zu Weihnachten. Auch die Preise für viele Waren dürften steigen. Zahlreiche Unternehmen berichten bereits von Lieferverzögerungen.

"Die Deutschen müssen sich Sorgen um ihre Weihnachtsgeschenke machen", sagte Felbermayr dem Portal t-online. Das Weihnachtsgeschäft bahne sich wegen der langen Vorlaufzeiten schon jetzt an, erläuterte der Wirtschaftsforscher. "China ist für den Gabentisch in deutschen Wohnzimmern der wichtigste Lieferant. Wegen der Lieferengpässe dürften im Dezember die Regale in vielen Geschäften leerer sein als sonst."

"Wenn es in Asien Lieferprobleme gibt, spüren wir das auch im Preis. Wir müssen uns darauf einstellen, dass viele Produkte aus Fernost in den kommenden Monaten deutlich teurer werden", warnte Felbermayr. Wie sehr die Preise im Schnitt steigen, sei schwer zu sagen. "Aber bei Gütern und Geschenken, die stark nachgefragt werden, Elektronikgeräte wie Fernseher oder Spielkonsolen, werden wir sicherlich einen Preisanstieg von bis zu 20 Prozent sehen."

Grundsätzlich leide die Weltwirtschaft sehr unter der Lieferkrise, sagte der IfW-Chef t-online. "Was in China passiert, ist dramatisch. Das sind schmerzhafte Einschnitte für die Weltwirtschaft. Wenn einer der größten Häfen der Welt wegen eines Corona-Ausbruchs herunterfährt, holpert der Warenverkehr auch an anderen Orten." Der Hafen Yantian im Süden Chinas hatte im Mai wegen eines Corona-Ausbruchs unter Dockarbeitern sechs Tage lang den Betrieb eingeschränkt; Container-Schiffe konnten nicht an- und nicht ablegen.

Für die international verzahnten Lieferketten und den weltweiten Handel bedeutete der Rückstau eine erneute Belastungsprobe, nachdem Ende März bereits das Containerschiff "Ever Given" tagelang den Suez-Kanal und damit Importe aus Asien blockiert hatte. Außerdem wirken noch immer die Folgen der Corona-Pandemie nach, die zu teils chaotischen Situationen im Frachtgeschäft führte - etwa indem nach dem zeitweiligen Einbruch des Welthandels vielfach Container fehlten, die in den falschen Häfen gestrandet waren. Lieferengpässe gibt es außerdem wegen einer teils massiv gestiegenen Nachfrage nach bestimmten Produkten.

Bei den Unternehmen wird angesichts dieser Vorzeichen mit Auswirkungen auf das Angebot für Verbraucherinnen und Verbraucher gerechnet. Die "Wirtschaftswoche" berichtete am Freitag, Ikea werde wegen Lieferengpässen im kommenden Geschäftsjahr 2022 sein Angebot einschränken. Geplant sei "eine Reduzierung des gesamten Sortimentvolumens in Europa um rund fünf Prozent und in Nordamerika um rund vier Prozent", sagte eine Unternehmenssprecherin dem Blatt. Nach Branchenschätzungen verkauft der weltweit größte Möbelkonzern demnach derzeit rund 12.000 Artikel in den Einrichtungshäusern. Damit würde Ikea auf bis zu 600 Artikel verzichten.

Beim Möbel- und Dekoanbieter Butlers zeichne sich ab, dass Artikel "zeitweise ausverkauft sein werden", sagte Geschäftsführer Wilhelm Josten der "Wirtschaftswoche". Der Discounter Aldi Süd befürchtet, dass es "in den kommenden Wochen vereinzelt zu Lieferverzögerungen bei Aktionsartikeln" kommen kann. Auch die Baumarktkette Hornbach und der Schuhhändler Deichmann spüren laut "Wirtschaftswoche" die Störungen in den Lieferketten.

Die auf Einkaufs- und Lieferkettenmanagement spezialisierte Unternehmensberatung Kloepfel Group warnte am Freitag, die für die derzeitigen Preissteigerungen ursächlichen Lieferengpässe seien ein langfristiges Problem und drohten die Exportnation Deutschland zu bremsen. Deutsche Exportunternehmen sind nach Einschätzung von Beschaffungsexperte Marc Kloepfel "gleich doppelt gestraft: Dabei, nötige Zulieferungen für ihre Produktion zu erhalten und durch überladene Transportwege beim Export". Solange die Engpässe anhielten, fahre der deutsche Außenhandel nur "mit angezogener Handbremse".

jm/ilo

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