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HVB mit Corona-Fall - Deutsche Banken schmieden Notfallpläne

Stephan Kahl und Steven Arons

(Bloomberg) -- Während es bei einem bayerischen Finanzdienstleister einen vom Coronavirus betroffenen Mitarbeiter gibt, bereiten zahlreiche deutsche Banken Notfallpläne für eine Ausbreitung der Infektionen vor.

Die HypoVereinsbank meldete am Donnerstag einen Fall bei einem ihrer Dienstleister in München. Die Person stehe unter medizinischer Aufsicht. Als Vorsichtsmaßnahme habe die Bank den betroffenen Arbeitsraum umgehend geschlossen. Die relevanten Teile des Gebäudes wurden gründlich gereinigt und desinfiziert, hieß es.

Darüber hinaus hat die Bank allen Mitarbeitern, die möglicherweise kürzlich in engem Kontakt mit der betroffenen Personen standen, geraten, sich 14 Tage in Selbst-Quarantäne zu begeben.

Ein vermeintlich positives Ergebnis nach einem Test eines Mitarbeiters auf das Coronavirus bei der Deutschen Beteiligungs AG hat sich inzwischen als falsch herausgestellt, teilte das Unternehmen mit. Die Probe sei vom Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt erneut geprüft worden. Dabei habe sich gezeigt, dass keine Infektion vorliege.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Freitagmorgen gab es in Deutschland zuletzt insgesamt 534 Infizierte.

Viele Finanzdienstleister hatten zuletzt unter anderem mit Reisebeschränkungen für ihre Mitarbeiter versucht, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, darunter auch die Deutsche Bank AG. Ein Überblick:

Deutsche Bank: Als weitere Maßnahme betreibt das größte deutsche Bankhaus in Asien, in der Schweiz und in Teilen von Italien mittlerweile so genannte getrennte Einheiten, in denen die Mitarbeiter derselben Einheit in physisch getrennten Räumlichkeiten arbeiten, um Kontinuität gewährleisten zu können, wie eine Sprecherin gegenüber Bloomberg sagte. Ähnliche Vorbereitungen laufen auch für Deutschland.DZ Bank: Bei dem Unternehmen gibt es bisher keinen bekannten Fall von Coronavirus, wie eine Sprecherin erklärte. Es seien jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen ergriffen worden. Dazu zählt, dass Dienstreisen in Risikogebiete untersagt und einige Veranstaltungen der Bank vorsorglich abgesagt wurden.DekaBank: Bei der DekaBank ist nach derzeitigem Stand noch kein Fall bekannt, bei dem bei einem Mitarbeiter das Coronavirus festgestellt wurde, erklärte eine Sprecherin des Instituts. Für den Fall der Fälle habe die Bank robuste Notfallpläne ausgearbeitet, sodass die Geschäftsfortführung auch in einer Krise sicher gewährleistet sei. Ein Großteil der Mitarbeiter sei dabei auch in der Lage, von zuhause aus zu arbeiten.Sparkassen: Einige Institute schränken Dienstreisen ein oder sagen Veranstaltungen ab, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erklärte. Er verwies darauf, dass jedes Institut selbst über Maßnahmen entscheide. Wo möglich würden die Sparkassen dafür sorgen, dass Mitarbeiter von zu Hause arbeiten könnten. Nach Kenntnis des DSGV läuft der Kundenverkehr aber überall völlig uneingeschränkt.Volksbanken: Die genossenschaftlichen Banken beobachten die Lage laufend und sind gut vorbereitet, wie eine Sprecherin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken erklärte. Sie verwies darauf, dass mit dem Ausbau der Kunden-Servicecenter und der Mobilität der Arbeitsplätze heute viele Banken “mehr Gestaltungsmöglichkeiten als in der Vergangenheit” hätten.

In England musste HSBC Holdings Plc die Analyseabteilung des Londoner Büros räumen und tiefenreinigen lassen, nachdem ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

JPMorgan Chase & Co. forderte derweil unterrichteten Kreisen zufolge Tausende von US-Mitarbeitern auf, von zuhause aus zu arbeiten. Die Bank testete so eine Notfallplanung für ihre US-Büros, sollte sich das Coronavirus ausbreiten.

(Ergänzt um Volksbanken im letzten Aufzählungspunkt)

Kontakt Reporter: Stephan Kahl in Frankfurt skahl@bloomberg.net;Steven Arons in Frankfurt sarons@bloomberg.net

Kontakt verantwortlicher Editor: Daniel Schaefer dschaefer36@bloomberg.net, Ingo Kolf, Katrin Haertel

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