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Hyperpigmentierung am Körper ist nichts, was du behandeln musst!

Rhea Cartwright
·Lesedauer: 5 Min.

Auch wenn sich viele von uns in Sachen Hautpflege hauptsächlich auf das Gesicht konzentrieren, ist der komplette Körper für bestimmte Dinge anfällig. Dazu zählen beispielsweise Akne, Ekzeme und trockene Haut, aber eben auch Hyperpigmentierung. Und die betrifft besonders oft Menschen mit dunkler Haut.

Ob Leberflecken, Sommersprossen oder Altersflecken, Hyperpigmentierung beschreibt im allgemeinen Bereiche der Haut, die aufgrund von einer vermehrten Einlagerung von Melanin dunkler sind als der Rest des Körpers. Mögliche Gründe für diese Flecken gibt es laut Dija Ayodele, Ästhetikerin, Expertin für dunkle Haut und Gründerin von West Room Aesthetics, viele: „Sonnenschäden, Entzündungen, aber auch jede Art der Beschädigung kann dazu führen“. Manchmal steckt eine Krankheit dahinter, manchmal aber auch nicht. Manche Menschen haben von Geburt an braune Flecken – beispielsweise Leberflecken –, bei anderen entwickeln sie sich erst mit zunehmendem Alter (oder es kommen zusätzlich neue dazu). Die betroffenen Bereiche können unterschiedlich groß sein und überall am Körper entstehen.

Zwar kann Hyperpigmentierung bei allen Hauttypen auftreten, aber Menschen mit dunklerer Haut sind besonders oft betroffen. Laut Dija liegt das am erhöhten Melaninspiegel. „Bei jeder Art von Entzündung oder Beschädigung der Haut, werden die Melanozyten sofort aktiv und wollen die Haut beschützen und verteidigen“, erklärt sie. Selbst wenn ihre Haut weder Verbrennungen, noch Akne noch sonstige Traumta erlebt hat, haben viele Frauen of Color dunklere Stellen am Körper – besonders an den Oberschenkelinnenseiten, am Gesäß, untern den Achseln und am Hals. Das ist laut Dija aber ganz normal. Sie erklärt, dass das alles Stellen sind, an denen entweder viel Reibung stattfindet oder aber die Haut durch die Haarentfernung gereizt wird.

Wie bereits gesagt sind die meisten dunklen Flecken kein Grund zur Sorge. Sie sind ganz normal und laut Dija auch nichts, das man “reparieren“ oder heilen müsste. „Die Haut macht einfach nur ihren Job.“ Doch so normal es auch ist, viele Frauen stören sie aus ästhetischen Gründen. Einige greifen dann zu Cremes und Salben, um die Partien aufzuhellen, doch das ist extrem gefährlich für die Haut!

Aisha Lakhdari hat karibische und nordafrikanische Wurzeln und gibt zu, auch schon oft in Betracht gezogen zu haben, ihre Hyperpigmentierung zu behandeln. Am Ende hat sie es dann aber doch nicht gemacht. „Meine Bikinilinie und mein Po waren immer dunkler und das war auf jeden Fall ein Thema für mich. Aber die Idee, den natürlichen Zustand meiner Haut zu verändern, finde ich nicht gut. Heute akzeptiere ich die dunklen Stellen und sehe sie als willkommene Ergänzung meines abwechslungsreichen Hautbildes statt als Quelle der Unsicherheit.“ Als sie jünger war, fühlte sich Aisha oft durch die Celebrity-Fotos in den sozialen Medien unter Druck gesetzt, die von der Hyperpigmentierung betroffenen Körperstellen aufzuhellen. „Das Mainstream-Schönheitsideal wird mit “Perfektion“ gleichgesetzt – was auch immer das ist. Makellose, reine Haut ohne jegliche Narben ist etwas, das man leicht mit Photoshop zaubern kann und lange Zeit wurden Models, Influencer*innen und Pornodarsteller*innen wie unbefleckte Schaufensterpuppen dargestellt – zum Teil ist das ja auch heute noch so“, so die Autorin.

Die dunklen Flecken sind während ihrer drei Schwangerschaften immer dunkler geworden. Laut Dija kann das an den hormonellen Triggeren liegen. Auch die Pille und bestimmte Medikamente können übrigens zur Hyperpigmentierung am Körper führen, denn die Zellen werden von den weiblichen Geschlechtshormonen Östrogen und Progesteron stimuliert. Fünf Monate nach der Entbindung sind die Bereiche auf Aishas Haut immer noch deutlich dunkler als vor der Schwangerschaft. „Es handelt sich um eine dieser Schwangerschaftsbeschwerden, über die nicht so oft gesprochen wird – obwohl das sehr wichtig wäre“, sagt Aisha. „Es ist schwer, sich seiner selbst nicht bewusst zu werden, bei all den Veränderungen, die während und nach der Schwangerschaft geschehen. Aber ich finde, die dunklen Flecken sind ein kleines Opfer, das ich gerne bringe, dafür, dass ich eine wundervolle Familie habe.“

Es wird davon ausgegangen, dass die weltweite Hautaufhellungsindustrie 2024 etwa 7,5 Milliarden Euro wert sein wird. Doch Priya* hat beschlossen, nicht zum Wachstum der Industrie beitragen zu wollen. „In der indischen Kultur ist es weitverbreitet, dass ältere Verwandte über den Hautton sprechen und sagen, dass hellere Haut schöner ist“, sagt sie. „Meine Oberschenkelinnenseiten und Achselhöhlen sind dunkler und meine Mutter und meine Tanten haben immer gesagt, wenn ich älter bin, kann ich dagegen ja was machen. Ich habe nie verstanden, warum.“

Priya ist in Großbritannien aufgewachsen und hat viele Bollywood-Filme gesehen. Sie versteht, warum viele Frauen das Gefühl haben, sie müssten zu Aufhellungscremes greifen. „Die meisten südasiatischen Frauen in den Mainstream-Medien sind unglaublich hell und könnten fast als europäisch durchgehen“, erklärt sie. „Aber mir ist es wichtig, standhaft zu bleiben und jeden Zentimeter von mir lieben zu lernen – ganz gleich, welche Farbe er hat. Abgesehen davon, dass es vollkommen normal ist: Wen stört’s denn bitte, wenn einige Bereiche dunkler sind?“

Um zu realisieren, dass wir unsere kostbare Zeit verschwenden, wenn wir der Idee von Perfektion hinterherjagen, ist es ein wichtiger Schritt, die Hyperpigmentierung am Körper zu akzeptieren. Und nur weil andere Frauen sich dazu entschließen, ihre dunklen Flecken zu behandeln, musst du das nicht auch tun. Abgesehen ist eine überkritische Analyse unserer Haut ohnehin nicht gut, denn das kann unserer psychischen Gesundheit schaden und sich negativ auf unser Selbstbewusstsein auswirken. Wie Dija es so treffend sagt: „Dein Wert hängt nicht von der Farbe deiner Oberschenkelinnenseiten ab. Punkt.“

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Sollten die Flecken auf deinem Körper nicht nur dunkler sein, sondern die Haut auch verdickt wirken, wäre es laut Dija gut, wenn du medizinischen Rat einholst. „Dahinter könnte Acanthosis Nigricans stecken, eine Gruppe von Hautkrankheiten, die untersucht werden muss“, so die Expertin. „Das ist wichtig, denn es könnte ein Symptom einer Erkrankung sein, wie Diabetes oder PCOS.”

*Namen wurden geändert.

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