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Von Hunderten Euro Zusatzeinkommen bis zur finanziellen Freiheit: Was sind deine Dividendenziele?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Das Spektrum der Ziele, die man mithilfe von Dividendenaktien abdecken kann, ist definitiv breit. So mancher mag darauf abzielen, lediglich ein paar Hundert Euro an Zusatzeinkommen zu generieren. Womöglich, um eine Rentenlücke langfristig zu stopfen, oder aber um sich mehr leisten zu können. Definitiv ein realistisches Ziel.

Andere hingegen versuchen eher, finanzielle Freiheit zu erlangen. Und auch wenn das gewiss mehr Liebesmühe, Hingabe und finanzielle Aufwendungen erfordert, kann dieser Meilenstein langfristig erreicht werden.

Wichtig dürfte bloß sein, dass man die eigenen finanziellen Ziele für sich fixiert. Und gemäß dieser Zielsetzungen seine Entscheidungen trifft.

Das hat Einfluss auf die Ansätze …

Je nach Interessenlage kann das Einfluss auf die jeweiligen Ansätze haben, die man mithilfe seiner Dividendenaktien verfolgt. Wer beispielsweise lediglich einige Euro an Zusatzeinkommen erhalten möchte, wird einen anderen Weg gehen müssen als jemand, der versucht, die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen.

Bei einem Vorhaben, das der Deckung der Rentenlücke dienen soll, kann man als Dividendenjäger nämlich einfach ein Sammelsurium verschiedener und vor allem defensiver Ausschütter auswählen. Mithilfe dieser Aktien wird man zwar vielleicht nicht unbedingt herausragende (Dividenden-)Renditen erhalten, kann zugleich allerdings sicher sein, ein stets und zuverlässiges Einkommen zu generieren. Sofern Sicherheit daher oberstes Gebot ist, existieren mehr defensive und moderate Wahloptionen.

Wer es hingegen auf finanzielle Freiheit abgesehen hat, wird sein Risiko wohl steigern müssen. Dividendenwachstum und dynamischere Wachstumsaktien mit Ausschüttungen sollten hierbei im Fokus der Investoren liegen, um die eigenen Dividendeneinkünfte von mehreren Seiten aus zu beschleunigen.

Die grundsätzliche Weichenstellung ist daher je nach Vorhaben bereits verschieden. Entsprechend bietet es sich hier an, die eigenen Vorstellungen entsprechend zu fixieren, um Ziele und Strategie in Einklang zu bringen und nicht einfach planlos munter drauflos zu investieren.

Die Wahl der Dividendenaktien fällt verschieden aus

Doch nicht nur die Strategie wird hiervon tangiert, sondern auch die Wahl der jeweiligen Dividendenaktien. Wir haben bereits angeschnitten, dass man je nach Vorhaben möglicherweise zwischen defensiv und risikoarm oder auch mit mehr Risiko und größerem Wachstumspotenzial wählen kann. Das sollten wir hierbei nicht vergessen.

Nichtsdestoweniger kann das auch Einfluss auf andere die Auswahl betreffende Faktoren haben. Je nach Zielsetzung kann so beispielsweise auch die Allokation anders ausfallen. Während als Einkommensinvestor, der nach einem möglichst gleichmäßigen, beständigen Einkommen Ausschau hält, einfach viele verschiedene Aktien sammelt, um ein breit gefächertes Portfolio zu haben, wird man als Investor, der auf finanzielle Freiheit aus ist, seine Chancen womöglich etwas mehr abwägen.

Die eigene Allokation kann hier speziell in der Phase des Vermögensaufbaus entscheidend sein für langfristige Renditen, wobei attraktivere Chancen einen entscheidenden Renditekick geben. Entsprechend wird man hier vermutlich mehr über das Chance-Risiko-Profil einzelner Aktien grübeln, um bessere Entscheidungen und höhere Renditen zu erzielen. Einfach weil die Zielsetzung das hier erfordert.

Konkrete Ziele sind wichtig für Dividendenjäger

Das Fixieren der eigenen Ziele stellt somit eine wichtige Ausgangslage dar. Nur wer weiß, wo er hinmöchte und welche Kriterien man mithilfe der eigenen Ausschütter erreichen will, kann überprüfen, ob die jeweiligen Dividendenaktien dies auch erfüllen. Eine entsprechende Vorbereitung ist daher ebenso wichtig wie eine Feinjustierung beim Investitionsprozess. Ansonsten verliert man nicht nur den Überblick, sondern vielleicht auch die eigene Vision aus den Augen. Oder, noch schlimmer, erreicht die selbst gesteckten Ziele nicht.

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