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Hunderte Flüge in Düsseldorf und Hamburg gestrichen

Wegen eines völlig festgefahrenen Tarifkonflikts im Sicherheitsgewerbe müssen sich Passagiere an den Flughäfen Köln/Bonn und Hamburg am Freitag auf Behinderungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi rief die Mitarbeiter der dortigen Sicherheitskontrollen zu ganztägigen Streiks auf. Bereits heute mussten wegen eines Ausstands an den Airports in Hamburg und Düsseldorf hunderte Flügen gestrichen werden.

Verdi und die im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) vereinigten Arbeitgeber streiten über Lohnerhöhungen für die privatenSicherheitsfirmen, die auch die sogenannten Flugsicherheitsassistenten beschäftigen. Sie sind an Flughäfen im Auftrag der Bundespolizei für Passagierkontrollen zuständig. Während es in Nordrhein-Westfalen um das Sicherheitsgewerbe insgesamt geht, konzentriert sich der Arbeitskampf in Hamburg bisher allein auf die Angestellten am Airport.

Durch die Streiks vom Donnerstag fielen in Hamburg und in Düsseldorf nach Angaben von Flughafensprechern rund 300 Flüge aus, tausende Passagiere waren betroffen. Nur wenige Sicherheitskontrollen konnten öffnen, um Fluggäste abzufertigen. "Es gibt sehr lange Warteschlangen", sagte eine Sprecherin des Hamburger Airports. Allein die Lufthansa annullierte nach der Ankündigung des Streiks am Vortag fast 150 Verbindungen von und nach Hamburg und Düsseldorf. An den beiden Airports fliegen an regulären Tagen etwa 41.000 Passagiere ab.

Der Flughafenverband ADV protestierte "aufs Schärfste" gegen die Streiks. Leidtragende seien tausende Fluggäste sowie die Flughäfen, auf deren Rücken ein Tarifkonflikt ausgetragen werden, mit dem sie eigentlich nichts zu tun hätten.

Verdi warf den Arbeitgebern vor, eine Einigung zu blockieren und "bewusst" weiter Streiks zu provozieren. Die Gewerkschaft habe während der Sondierungsgespräche in den vergangenen Wochen "Brücken gebaut", erklärte die Verhandlungsführerin in Nordrhein-Westfalen, Andrea Becker.

Der Hamburger Verdi-Verhandlungsführer Peter Bremme warf dem für den Flughafen zuständigen Sicherheitsunternehmen vor, 20 Streikbrecher eingesetzt zu haben. "Statt diesen Streik zu beenden, wird erneut Öl ins Feuer gegossen, indem fremdes Personal eingesetzt wird."

Der BDSW wies die Verdi-Vorwürfe energisch zurück und machte in im Internet veröffentlichten "offenen Briefen" an Fluggäste und Angestellte Verdi für den Stillstand verantwortlich. Die Passagiere würden in "Beugehaft" genommen, um eine übertriebene Lohnerhöhung durchzusetzen. "Ein verhandelbares Angebot sowie ein Angebot auf Schlichtung liegen Verdi vor."

Die Gewerkschaft will für die etwa 2000 Sicherheitskräfte an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen einen Bruttostundenlohn von 16,00 Euro durchsetzen, in Hamburg 14,50 Euro. Der BDSW legte nach eigenen Angaben Angebote vor, die für Hamburger Luftsicherheitsassistenten eine Stundenlohnerhöhung von rund acht Prozent auf 12,75 Euro und für Mitarbeiter an Sicherheitsschleusen an den NRW-Airports eine Steigerung um 9,22 Prozent auf 13,50 Euro bedeuten würden.

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