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Euer Hund springt euch nicht vor Freude an, wenn ihr nach Hause kommt, erklärt Hundetrainer Rütter

Ein Border Collie springt durch eine Wiese voller gelb blühender Hahnenfuß-Blumen.
Ein Border Collie springt durch eine Wiese voller gelb blühender Hahnenfuß-Blumen.

Es ist schon ein gutes Gefühl als Hundebesitzer, wenn man nach Hause kommt und der Hund auf einen zuläuft, bellt, mit dem Schwanz wedelt und einen anspringt. Es freut sich jemand, dass man nach Hause gekommen ist — so der Gedanke vieler Hundebesitzer.

Doch in den meisten Fällen ist es ein Fehlurteil des Herrchens: Der Hund springt den Besitzer nämlich meistens nicht vor Freude an, sondern weil er sich ein wenig ärgert. „In den wenigsten Fällen ist das freundlich gemeint, sondern viel häufiger als Korrektur am Menschen, der den Hund nicht mit nach draußen genommen hat“, sagt Hundetrainer Martin Rütter im Gespräch mit Business Insider. Das Problem ist dabei oft: Viele Menschen loben dieses Verhalten auch noch, weil sie denken, der Hund würde vor Freude in die Luft springen.

Die Emotionen der Hunde sind für uns Menschen schwer zu deuten

Dass Hunde ihre Herrchen oder gar fremde Menschen anspringen, gilt als eines der häufigsten Probleme, die Besitzer mit den Tieren haben. Wissenschaftlich wurde bisher nicht belegt, was dieses Verhalten auslöst. Was daran liegt, dass es äußerst schwer ist, Emotionen von Hunden nachweislich richtig zu deuten.

Forscher der Mendel University kamen 2017 in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Hunde eher Besitzer als fremde Menschen anspringen und vor allem dann, wenn diese das Haus betreten. Die Forscher bemerkten auch, dass das Springen oft mit anderen typischen Verhaltensweisen einhergeht: die Ohren nach hinten ziehen, den Körper bücken und mit dem Schwanz wedeln — noch ein Verhalten, das nach Rütter viele Hundebesitzer falsch interpretieren.

„Das Schwanzwedeln kann sehr unterschiedliche Bedeutungen haben“, sagt Rütter, der durch seine Fernsehshows, Live-Auftritte und zahlreichen Bücher viele Deutsche in ihrem Umgang mit Hunden geprägt hat.

Hunde wedeln nicht immer vor Freude mit dem Schwanz

„Wenn zum Beispiel der Körper beim Wedeln ruhig ist, und der Hund dabei den Kopf leicht absenkt und sein Gegenüber fixiert, zeigt die wedelnde Rute lediglich die Aufregung des Hundes kurz vor einem Angriff.“

Vielen Besitzern ist nicht klar, dass einige weit verbreitete Theorien über Hunde höchstwahrscheinlich ein Irrtum sind – also überlegt euch, ob ihr euch das nächste Mal wirklich so freut, wenn euer Hund euch anspringt.

vr

Dieser Artikel erschien bei Business Insider bereits im November 2019. Er wurde nun geprüft und aktualisiert.

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