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Hugo Boss schreibt wieder Gewinne – Aktie legt zu

·Lesedauer: 3 Min.

Der deutsche Modehersteller Hugo Boss schreibt trotz der Coronakrise wieder schwarze Zahlen. Das beflügelt die Zuversicht der Anleger. Die Aktie legt zu.

Die Modemarke profitiert von der schnellen Erholung in China. Foto: dpa
Die Modemarke profitiert von der schnellen Erholung in China. Foto: dpa

Der Modehersteller Hugo Boss ist im dritten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. Interimschef Yves Müller begründete dies am Dienstag mit Kostensenkungen. Bei den Ladenmieten wurde wegen der Schließungen in der Pandemie erfolgreich nachverhandelt, beim Personal wurden 15 Prozent eingespart.

Insgesamt beschäftige Hugo Boss noch knapp 14.000 Menschen, etwa 900 weniger als vor einem Jahr. „Betriebsbedingte Kündigungen hat es aber nicht gegeben“, betonte Müller. Entlastend bei den Kosten habe sich auch der Trend zu mehr Freizeitkleidung bemerkbar gemacht. „Casual Wear ist renditestärker als Formal Wear, da die Herstellung eines Anzugs aufwendiger ist“, erklärte der Manager.

Vorstandschef Mark Langer war im Sommer aus dem Unternehmen ausgeschieden. Sein Nachfolger an der Firmenspitze, Daniel Grieder vom Wettbewerber Tommy Hilfiger, kommt wegen einer Konkurrenzausschlussklausel erst am 1. Juni 2021.

Unter dem Strich verdiente der für seine Herrenanzüge bekannte Konzern drei Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit. Im Vorquartal hatte Hugo Boss noch hohe Verluste verzeichnet, nachdem ein Großteil der Geschäfte im Zuge der Corona-bedingten Beschränkungen geschlossen war. Im Vergleich zum Vorjahr, als das Unternehmen noch 56 Millionen Euro Gewinn erzielte, war es jedoch deutlich weniger.

Der Umsatz sank im Quartal um 26 Prozent auf 533 Millionen Euro. Während die lokale Nachfrage in wichtigen Märkten im Vergleich zum Vorquartal deutlich gestiegen sei, habe das Geschäft mit Touristen nach wie vor stark unter den internationalen Reisebeschränkungen gelitten, hieß es.

Hugo-Boss-Aktie legt zu

Die Rückkehr in die Gewinnzone macht Hugo Boss dennoch unter Anlegern begehrt. Die Aktien des Modekonzerns legten am Dienstag in der Spitze sechs Prozent auf 21,20 Euro zu. Zu Jahresbeginn war der Kurs allerdings noch doppelt so hoch. Analysten rechnen im Durchschnitt damit, dass Hugo Boss ein Kursziel von 30 Euro wieder erreichen kann.

Positiv erwähnte der Konzern die anhaltende Dynamik im Onlinegeschäft, das im dritten Quartal um 66 Prozent zulegte. Auch der anziehende strategisch wichtige chinesische Markt half Hugo Boss. Mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von 27 Prozent beschleunigte sich das dortige Geschäft im Dreimonatszeitraum weiter. Besonders schwierig war dagegen der US-Markt mit einem Umsatzeinbruch um 41 Prozent. Auch Europa verlor ein Fünftel der Umsätze.

Im Konzern sank das operative Ergebnis (Ebit) von 83 Millionen auf 15 Millionen Euro. Auch hier kehrte der Modehändler im Vergleich zum Vorquartal wieder in positives Territorium zurück. Einen Ausblick gab Hugo Boss wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Pandemie weiter nicht. Die Auswirkungen seien nicht absehbar. „China ist im Oktober zwar hervorragend gelaufen“, so Müller. Aber allgemein sei eine Kaufzurückhaltung aufgrund der Corona-Maßnahmen spürbar.

Finanziell steht Hugo Boss noch solide da mit einem freien Cashflow von 155 Millionen Euro. Die zusätzlich gesicherten Kreditlinien von 275 Millionen Euro mussten bis Quartalsende nicht in Anspruch genommen werden. Der revolvierende Konsortialkredit des Unternehmens in Höhe von insgesamt 633 Millionen Euro wurde Ende September nur zu 134 Millionen Euro in Anspruch genommen.