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HSH-Altlasten vor der Abwicklung - Gesamtkosten zehn Milliarden Euro

·Lesedauer: 2 Min.

KIEL (dpa-AFX) - Das Desaster um die ehemalige HSH Nordbank wird die früheren Eigentümerländer Schleswig-Holstein und Hamburg nach Angaben der Kieler Finanzministerin Monika Heinold unter dem Strich jeweils rund fünf Milliarden Euro kosten. Das sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Das entspricht ungefähr der Summe, die die Länder in der Finanzkrise der Bank als Garantie gegeben hatten. "Ich war damals skeptisch, aber dass die Garantie tatsächlich in voller Höhe zum Tragen kommt, hätte auch ich nicht gedacht", sagte Heinold.

Beide Länder hatten ihre ehemalige gemeinsame Landesbank wiederholt mit Milliardenaufwand vor dem Konkurs gerettet und sie dann 2018 auf EU-Anweisung verkauft - verlustreich an eine amerikanische Investorengruppe.

Zwei Altlasten aus der HSH-Zeit sollen im nächsten Jahr abgewickelt werden. Zum einen plant die "Bad Bank" für faule Schiffskredite, die hsh portfoliomanagement (pm), den gebündelten Verkauf von 108 Schiffen, die noch im Bestand sind. Einst waren es 253. "Das Bieterverfahren ist gestartet, die indikativen Angebote werden ausgewertet", sagte Heinold. Sogenannte indikative Angebote sind noch nicht verbindlich. "Unser Ziel ist es, im ersten Quartal verbindliche Angebote zu erhalten und auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen."

Die pm, eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), hatte 2016 faule Schiffskredite der HSH Nordbank im Nominalwert von 4,1 Milliarden Euro übernommen und dafür 2,4 Milliarden bezahlt. Die Kredite wurden alle mit Schiffen besichert. Deren Werte hängen von den Entwicklungen an den Schifffahrtsmärkten ab. "Die Situation dort ist aktuell gut", sagte Heinold. "Diese Entwicklung wollen wir nutzen, um das Schiffskreditportfolio der pm so vermögensschonend wie möglich abzubauen."

Mit einem Verkauf des Restbestandes könnte die Management-Anstalt ebenso 2022 aufgelöst werden wie die HSH Finanzfonds AöR, die nach der Nordbank-Krise noch Anleihen in Höhe von rund drei Milliarden Euro verwaltet. Diese werden zu gleichen Teilen direkt auf die Haushalte beider Länder übertragen. Zum 31. August soll die Anstalt dann ihre Arbeit einstellen.

"Dann wäre 2022 tatsächlich das Jahr, in dem wir die Altlast HSH überwiegend abwickeln", sagte Heinold. "Das war ein bitteres und teures Kapitel Landesgeschichte." Auch aus Heinolds heutiger Sicht wäre es besser gewesen, die Bank deutlich früher zu verkaufen. Die alte Landesbank sei für die regionale Wirtschaft zwar ein wichtiges Instrument gewesen. "Aber der Schlussstrich ist deutlich zu spät gekommen." Noch über viele Jahre hinweg werde das Land die insgesamt angefallenen rund fünf Milliarden Euro abtragen müssen.

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