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HSBC Trinkaus vervierfacht Risikovorsorge angesichts Corona

Stephan Kahl

(Bloomberg) -- Die Düsseldorfer Bank HSBC Trinkaus & Burkhardt AG hat vor dem Hintergrund der Coronakrise die Risikovorsorge in den ersten fünf Monaten 2020 mehr als vervierfacht, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Das sagte Vorstandssprecherin Carola von Schmettow am Dienstag bei der Hauptversammlung. Gleichzeitig seien aber auch die Erlöse um rund ein Fünftel gestiegen. Genaue Zahlen nannte sie nicht.

Von Schmettow wies den Vorwurf zurück, Auslandsbanken würden die deutschen Firmenkunden in der Krise im Stich lassen. Das Kredit-Volumen “lag per Ende Mai um 8,3% höher als zum Jahresultimo 2019”, sagte sie. “In Krisenzeiten geht das natürlich auch mit höheren Kreditrisiken einher. Deswegen hat das Thema Risikomanagement für uns in diesen Tagen höchste Priorität.”

Auch bei den Arbeitsabläufen innerhalb der Bank sorgt die Pandemie für Herausforderungen. “Bis zu 90 Prozent unserer Belegschaft waren zwischenzeitlich im Home-Office, gegenwärtig sind es noch knapp 80”, sagte von Schmettow. Bisher seien vier Mitarbeiter positiv getestet worden. Allen gehe es nach einem eher leichten Verlauf wieder gut.

Vor kurzem hatte HSBC Holdings Plc den Grundstein dafür gelegt, die volle Kontrolle über die deutsche Tochter zu übernehmen. Die LBBW verkaufte ihren 18,66%-Anteil an die britische Großbank. Mit dem Vollzug des Erwerbs hält HSBC rund 99,33% des Grundkapitals von Trinkaus & Burkhardt. Die übrigen Aktionäre sollen über einen Squeeze-Out herausgedrängt werden.

Von Schmettows Worten zufolge ist beabsichtigt, noch im laufenden Jahr eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, die den dafür notwendigen Beschluss fassen soll. Es gebe eine “voranschreitenden Integration von HSBC Trinkaus in die HSBC Gruppe”.

HSBC hatte Anfang des Jahres angekündigt, etwa 35.000 Arbeitsplätze abzubauen, die Kosten um 4,5 Milliarden Dollar zu senken und die risikogewichteten Aktiva um mehr als 100 Milliarden Dollar zu reduzieren. Erreichen will die Bank dies unter anderem durch Einschnitte bei den Geschäften in Europa.

Ende vergangenen Jahres hatte Trinkaus & Burkhardt eine Bilanzsumme von 26,6 Milliarden Euro sowie Funds under Management and Administration von 323,2 Milliarden Euro. Für Trinkaus & Burkhardt, die 1785 gegründet wurde, arbeiteten zuletzt noch über 3.000 Personen.

(Durchgängig aktualisiert)

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