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HP macht Standort Rüsselsheim mit 1.100 Mitarbeitern dicht

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Böblingen/Rüsselsheim (dapd-hes). Der HP-Standort in Rüsselsheim mit 1.100 Mitarbeitern fällt dem weltweiten Stellenabbau des IT-Konzerns zum Opfer. Das deutsche Management des Konzerns habe die Schließungspläne am Freitag auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung in Böblingen verkündet, teilte die IG Metall mit. Bereits im vergangenen Herbst hatte HP für Deutschland den Abbau von 450 Stellen angekündigt. Die Arbeitnehmervertreter reagierten entsetzt. Der Konzern war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

"Diese gegen die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat durchgesetzte Entscheidung zur Schließung des HP Standortes in Rüsselsheim ist ein Fehler und ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten", sagte der Leiter des IG (London: IGG.L - Nachrichten) -Metall-Bezirks Mitte, Armin Schild. Er kündigte Widerstand an: "Die IG Metall wird gemeinsam mit dem Betriebsrat und ihren Mitgliedern bei HP, nicht tatenlos zuschauen, wie 1.100 qualifizierte Jobs bei HP im Rhein-Main Gebiet einem fragwürdigen Handstreich-Manöver zum Opfer fallen."

"Wir wurden nicht ausreichend informiert", sagte Johannes Katzan, Aufsichtsratsmitglied und Konzernbeauftragter der IG Metall, der Nachrichtenagentur dapd. Eine Strategie sei hinter dem Abbau nicht erkennbar, kritisierte er.

In Rüsselsheim werden Dienstleistungen für Unternehmen erbracht. Laut Katzan herrscht in dem Geschäftsbereich aber ein großer Kostendruck. Viele der Aufgaben würden jetzt nach Osteuropa abwandern, wo die Lohnkosten niedriger sind.

Betroffenen Mitarbeitern drohen "lausige Perspektiven"

Der Stellenabbau soll nach seiner Darstellung bis Ende 2013 abgeschlossen werden. Von betriebsbedingten Kündigungen sei noch keine Rede gewesen. 231 der Mitarbeiter sollen das Angebot erhalten, für General Motors (NYSE: GM - Nachrichten) , beziehungsweise die deutsche Tochter Opel, in Rüsselsheim zu arbeiten. HP hat bislang einen Großteil des IT-Geschäfts für GM weltweit übernommen. Für die übrigen etwa 880 Beschäftigten gibt es "lausige Perspektiven", sagte Katzan. Sie erhielten Abfindungsangebote oder könnten sich auf dem überschaubaren internen Stellenmarkt bewerben.

Auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di kritisierte die Geschäftsleitung deutlich. Mit dem angekündigten Personalabbau würde ein Viertel der deutschen Belegschaft im Bereich Unternehmensdienstleistungen wegfallen. Zudem würde mit Rüsselsheim der drittgrößte Standort in dem Bereich geschlossen. Wie HP unter diesen Umständen das Tagesgeschäft gewährleisten und laufende Verträge einhalten wolle, sei nicht nachvollziehbar, sagte Thomas Müller von ver.di, der ebenfalls im HP-Aufsichtsrat sitzt.

Der US-Konzern HP streicht sein Personal weltweit deutlich zusammen. Zuletzt war davon die Rede, dass 29.000 von etwa 320.000 Mitarbeitern gehen sollen. In Deutschland arbeiten etwa 10.000 Beschäftigte für den Konzern.

HP war unter den früheren Vorstandsvorsitzenden Mark Hurd und dem Deutschen Leo Apotheker in Bedrängnis geraten. Hurd hatte Forschung und Entwicklung zusammengestrichen, um die Gewinne zu steigern. Unter Apotheker hatte der Konzern die wachsende Bedeutung von Smartphones und Tablet-PCs verschlafen.

Ende November hatte die von Ebay (NasdaqGS: EBAY - Nachrichten) geholte Konzernchefin Meg Whitman erneut schrumpfende Quartalsumsätze und einen Verlust wegen einer Milliardenabschreibung gemeldet. Zudem hatte HP seinen Spitzenplatz im weltweiten PC-Markt im dritten Quartal nach Daten des IT-Marktforschers Gartner an den chinesischen PC-Hersteller Lenovo verloren.

dapd

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