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"House of the Dragon": So verlief die "Game of Thrones"-Prequel-Premiere in London

Wohl ein kommender Weltstar am Serienhimmel: Die britische Schauspielerin Olivia Cooke ("Bates Motel") bei der "House Of The Dragon" Premiere am Londoner Leicester Square am 15. August. Sie spielt die Rolle der Alicant Hightower (Bild: 2022 Getty Images/Gareth Cattermole)
Wohl ein kommender Weltstar am Serienhimmel: Die britische Schauspielerin Olivia Cooke ("Bates Motel") bei der "House Of The Dragon" Premiere am Londoner Leicester Square am 15. August. Sie spielt die Rolle der Alicant Hightower (Bild: 2022 Getty Images/Gareth Cattermole)

Ab Montag, 22. August, grassiert nach drei Jahre Pause wieder das "Game of Thrones"-Fieber. Dann startet die erste Folge der mit Spannung erwarteten Prequel-Serie "House of the Dragon" bei WOW/Sky. Auf einem Premieren-Event in London am Montagabend liefen sich die neuen Stars schon mal warm.

Ryan Condal, einer von zwei Showrunnern der Serie "House of the Dragon", wurde am Montagabend auf dem roten Premierenteppich in London gefragt, was denn das Geheimnis des "Game of Thrones"-Universums sei, dessen erster Serien-Ableger "House of the Dragon" nun anläuft. Condal überlegte kurz und sagte: "Es fühlt sich nicht wie eine Fassade an. Man wird in eine komplette Welt gezogen." Vielleicht ist tatsächlich die detaillierte Ausarbeitung einer kompletten Parallel-Realität mit eigener, Jahrhunderte alten Geschichte von Ländern, Kontinenten und Königshäusern, die verfängt. Neben detaillierten Landkarten, sehr gutem Storytelling sowie fantastischen Charakteren und grandiosen Monologen/Dialogen, die sehr versierte Schauspielerinnen und Schauspieler sprechen dürfen.

Die acht Staffeln des Vorgängers "Game of Thrones" waren das wohl erfolgreichste Serienprodukt des letzten Jahrzehnts. Nun erzählt "House of the Dragon" die Vorgeschichte des Hauses Targaryen 200 Jahre vor der eigentlichen "GoT"-Handlung. Ryan Condol weiß, dass die Erwartungen gegenüber seiner Serie turmhoch sind. "Wie schaffen wir es, nicht im Drachenfeuer zu verbrennen?", lachte er dem deutschen Roter-Teppich-Reporter Patrice Bouédibéla (früher ein bekanntes MTV-Gesicht) zu, der aus London für ein Streaming Event in fünf deutsche Großstadtkinos in Berlin, Hamburg, München, Köln und Stuttgart berichtete. Die Antwort auf seine rhetorische Frage werden in den kommenden Wochen Publikum und Kritiker liefern.

Der Aufwand des Premieren-Events - in Berlin gab es zusätzlich eine Serien-Launchfeier mit geladenen Gästen und Livereporter - zeigt ein bisschen, wie gewaltig die Erwartungen an das History-Fantasy-Produkt sind. Anschließend an die beiden "Teppiche" in London und Berlin wurde um 20.15 Uhr der erste von zehn Teilen der wohl auf mehrere Staffeln - man munkelt von fünf - angelegten Vorerzählung gezeigt. Verraten werden soll bis kommenden Freitag inhaltlich bewertend noch nichts, aber man darf wohl bereits sagen, dass die alten "Game of Thrones"-Fans, die Dialog- und Erzählkunst schätzten, bevor die Serie gegen Ende ins Event- und Blockbuster-hafte eintauchte, nicht unzufrieden mit dem Ergebnis sein dürften.

Auch die neuen Stars der Serie gaben sich am Londoner Leicester Square am Montagabend gelöst und voller Vorfreude auf jenen "Buzz", den ihre Arbeit bald auslösen dürfte. Die Schauspielerinnen Olivia Cooke ("Bates Motel") und Emma D'Arcy, die in der Targaryen-Saga zwei beste Jugendfreundinnen spielen, die zu Konkurrentinnen werden, gaben ein sehr einträchtiges Kurz-Interview, in dem sie auf die Bezüge zwischen "Frauenrechten" im "GoT"-Universum und jenen von heute hinwiesen. In der neuen Serie geht es auch wieder - trotz martialischer Schlachten und männlicher Kraftmeierei - um den schwierigen Weg von Frauen zur Macht respektive dem Thron.

Durch seine Hauptrolle in "The Crown", wo er den jungen Prinz Philip spielte, ist er der in Deutschland wohl bekannteste Star des "House of the Dragon"-Casts: Schauspieler Matt Smith (in der Serie: Daemon Targaryen) am 15. August bei der Premiere am Londoner Leicester Square. (Bild: 2022 Getty Images/Gareth Cattermole)
Durch seine Hauptrolle in "The Crown", wo er den jungen Prinz Philip spielte, ist er der in Deutschland wohl bekannteste Star des "House of the Dragon"-Casts: Schauspieler Matt Smith (in der Serie: Daemon Targaryen) am 15. August bei der Premiere am Londoner Leicester Square. (Bild: 2022 Getty Images/Gareth Cattermole)

Wie riechen eigentlich Drachen - nach Sofa und faulen Eiern?

Im neuen Cast finden sich keinerlei Figuren aus der alten Serie, was allein die Tatsache verbietet, dass die Handlung 200 Jahre vor dem Beginn der Geschichten um Jon Snow, Tyrian Lannister und natürlich Daenerys Tagaryen einsetzt. Die neuen Stars heißen: Matt Smith, den man in England als "Doctor Who" und auch hierzulande als jungen Prince Philip aus "The Crown" kennt, die schon seit längerem hoch gehandelte 28-jährige Britin Olivia Cooke ("Sound of Metal") oder die charismatische, non-binäre Schauspielerin Emma D'Arcy (30). Dazu kommen alte britische Serien- und Charakterdarsteller-Recken wie Paddy Considine ("Peaky Blinders"), Rhys Ifans (war die Kultfigur im Film "Notting Hill") oder Steve Toussaint (CSI: Miami) als charismatisches schwarzes Ratsmitglied Corlys Velaryon. Dass "Game of Thrones"-Autor George R. R. Martin bei dieser Serie im Gegensatz zu den alten Showrunnern David Benioff und D. B. Weiss in entscheidender Funktion wieder mit an Bord ist, merkt man dem sorgfältigen und stimmig in die neue alte Welt gebauten Ableger auf jeden Fall an.

Stellt sich die Frage, wie sehr nach gut drei Jahren Pause die alten Fans noch auf eine Fortsetzung warten oder neue ins Boot geholt werden können. Bei der in fünf große deutsche Premieren-Kinos gestreamten Berliner "Deutschlandfeier" des "House of the Dragon"-Startes fiel auf, wie viele - vor allem junge geladene Gäste - die von 2011 bis 2019 laufende Original-Serie gar nicht kannten.

"Heute berührst du also zum ersten Mal ein Drachenei", gab ein gut aufgelegter Berlin-Moderator Dominik Porschen dem ein oder anderen Gast mit auf den Weg. Überhaupt die Drachen: Weil 200 Jahre vor der "GoT"-Handlung noch viele von ihnen die Himmel bevölkerten und die Macht des Hauses Targaryen sicherten, dürften die ledrigen Giganten in der neuen Serie von Beginn an eine größere Rolle spielen.

"Wie riechen eigentlich Drachen", wurde Schauspieler Paddy Considine in London auf dem roten Teppich gefragt. "Ich glaube, sie riechen nach einer Mischung aus Sofa und faulen Eiern - aber in echt riechen sie nach viel Pyrotechnik", sagte der Darsteller des in der ersten Folge amtierenden Friedenskönigs König Viserys I. Targaryen. Es ist eben immer die Frage, wie sehr die Illusion gelingt. Mehr kann man ab Montag, 22. August, beim Streamingdienst WOW und über Sky Q auf Abruf sowie abends um 20.15 Uhr linear bei Sky Atlantic feststellen. Auch die weiteren neun Folgen - von jeweils etwa 60 Minuten Dauer - sind immer montags an gleicher Stelle zu sehen.

Paddy Considine ("The Third Day") spielt den König Visery I., unter dessen friedlicher Regentschaft die Serie beginnt. Auch er zeigte sich beim roten Teppich zur Serienpremiere am Leicester Square zuversichtlich und sehr zufrieden mit der "Game of Thrones"-Prequelerzählung. (Bild: 2022 Getty Images/Gareth Cattermole)
Paddy Considine ("The Third Day") spielt den König Visery I., unter dessen friedlicher Regentschaft die Serie beginnt. Auch er zeigte sich beim roten Teppich zur Serienpremiere am Leicester Square zuversichtlich und sehr zufrieden mit der "Game of Thrones"-Prequelerzählung. (Bild: 2022 Getty Images/Gareth Cattermole)