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Hoher Quartalsverlust verschärft Norwegian-Krise

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Die Lage der Fluggesellschaft ist nach der Verweigerung eines weiteren Staatskredits existenzbedrohend. Aktuelle Zahlen lassen nichts Gutes erahnen.

Von mehr als 10.000 Mitarbeitern sind aktuell nur noch rund 1600 beschäftigt. Foto: dpa
Von mehr als 10.000 Mitarbeitern sind aktuell nur noch rund 1600 beschäftigt. Foto: dpa

Die schwer angeschlagene norwegische Fluggesellschaft Norwegian hat im dritten Quartal fast eine Milliarde Krone verloren. Der Nettoverlust in den Monaten Juli, August und September betrug 980 Millionen norwegische Kronen (rund 92 Millionen Euro), wie die Billigfluglinie am Dienstag mitteilte. Im selben Quartal 2019 hatte Norwegian noch einen Überschuss von 1,67 Milliarden Kronen (157 Millionen Euro) erwirtschaftet.

Im Zuge der Coronakrise konnte Norwegian diesmal in den drei Monaten nur knapp eine Million Passagiere befördern - 91 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Einziger kleiner Lichtblick: Im zweiten Quartal 2020 war dieser Rückgang bei den Passagieren noch heftiger gewesen und hatte im Jahresvergleich bei satten 99 Prozent gelegen.

Laut Quartalsbericht befanden sich zum Ende des abgelaufenen Quartals noch 3,4 Milliarden Kronen in den Norwegian-Kassen. Anfang Juli waren es noch fast 5 Milliarden. Norwegian brauche zusätzliches Kapital, um seinen Betrieb im ersten Quartal 2021 und darüber hinaus aufrechtzuerhalten, teilte das Unternehmen mit.

Die norwegische Regierung hatte am Montag mitgeteilt, dass der Fluggesellschaft über die bereits bewilligten drei Milliarden Kronen an garantierten Krediten hinaus keine weiteren direkten Finanzhilfen gewährt werden. Norwegian sprach daraufhin von „einem Schlag ins Gesicht“. Am Montagabend gab das Unternehmen bekannt, nun weitere 1600 Angestellte beurlauben zu müssen. Das bedeutet nach Angaben des Konzerns, dass nun nur noch 600 Menschen bei Norwegian beschäftigt sind - vor der Corona-Krise waren es mehr als 10.000 gewesen.