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Hohe Bezahlung, gute Arbeitsmarktchancen – wie lukrativ ist welcher Beruf?

Specht, Frank
·Lesedauer: 3 Min.

Hohe Wertschätzung und Personalknappheit schlagen sich nicht immer in barer Münze nieder. In welchen Berufen sich gut verdienen lässt, zeigt eine Grafik des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Am Anfang der Coronakrise erhielten sie Applaus von den Balkonen – die Krankenschwester auf der Intensivstation, die Kassiererin im Supermarkt, der Altenpfleger oder der Paketbote. Doch gestiegene Wertschätzung und Sozialprestige zahlen sich nicht zwangsläufig in barer Münze aus.

Als besonders lukrativ würden wohl nur wenige Angehörige der genannten Berufsgruppen ihren Job beschreiben – vielleicht mit Ausnahme der Fachkrankenpflegerin, die mit Zusatzausbildung immerhin auf einen mittleren Bruttomonatslohn von fast 4.000 Euro kommt. Die Altenpflegerin hat am Monatsende einen Tausender weniger in der Tasche, Beschäftigte bei Post und Zustelldiensten verdienen im Mittel 2623 Euro brutto, und Schlusslicht ist die Kassiererin mit 2214 Euro.

Auch Fachkräftemangel, der sich in sehr guten Beschäftigungschancen spiegelt, ist nicht unbedingt ein Garant für hohe Löhne, wie das Beispiel der qualifizierten Altenpflege zeigt. Auf 100 offene Stellen in dem Beruf kommen aktuell nur zwölf Arbeitslose – die Anbieter haben es also schwer, Personal zu finden. Doch die Finanznot der Pflegekassen engt die Spielräume ein.

Und so verdienen Altenpfleger mit Ausbildung erheblich weniger als beispielsweise Bankkaufleute oder Metallbearbeiter, obwohl diese deutlich seltener gesucht werden. Zusammenhänge wie diese lassen sich aus einer interaktiven Grafik ablesen, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln erstellt hat.

Unterschiede nach Region und zwischen Männern und Frauen

Dort kann über das Eingabefenster für fast 1300 Berufe abgefragt werden, wie lukrativ sie finanziell sind und wie groß der Personalmangel ist. Auf der vertikalen Achse finden sich die mittleren Bruttoverdienste, auf der horizontalen die Beschäftigungschancen. Diese werden gemessen an der Zahl der Arbeitslosen im Verhältnis zu den offenen Stellen im jeweiligen Beruf. Als Engpassberufe gelten jene, in denen höchstens 100 Arbeitslose auf 100 offene Stellen kommen.

Jedem Beruf ist ein Kreis zugeordnet, die Größe richtet sich nach der Beschäftigtenzahl, die Farbe nach der normalerweise erforderlichen Qualifikation. Je weiter oben ein Kreis auftaucht, desto größer sind die Verdienste in dem Beruf. Je weiter rechts er liegt, desto besser sind die Beschäftigungschancen.

Außerdem lassen sich die Abfragen nach Regionen, Geschlecht und Alter variieren. So verdient ein Paketzusteller im Osten rund 80 Euro im Monat weniger als in Nord- und Westdeutschland. Altenpflegerinnen mit Ausbildung haben am Monatsende im Mittel rund 120 Euro weniger in der Tasche als ihre männlichen Kollegen.

Am besten verdienen unter anderem Unternehmensberater, Beschäftigte im Management oder in technischen Führungspositionen, Ärzte, Steuerberater und qualifizierte Kraftfahrzeug- oder Chemie- und Pharmatechniker. Die größten Personalengpässe gibt es bei Spezialisten in der öffentlichen Verwaltung.

Arbeitskräfteknappheit führt nicht zwangsläufig zu hohen Lohnzuwächsen

Die IW-Forscher haben aber auch untersucht, wie sich Arbeitskräfteknappheit auf die Entgelte auswirkt. Zwischen 2013 und 2019 stiegen die Löhne über alle Berufe demnach um durchschnittlich 2,4 Prozent jährlich. In Berufen, in denen Fachkräfte fehlen, lag das jährliche Plus dabei um 0,61 Prozentpunkte höher als in Berufen mit ausreichend Personal.

Hochqualifizierte konnten die Knappheit in ihrem Beruf dabei noch besser in höhere Löhne ummünzen als Fachkräfte in Ausbildungsberufen. „Ein Grund für diesen Befund ist, dass Hochqualifizierte mobiler sind“, sagt IW-Bildungsexperte Alexander Burstedde. Sie seien eher bereit, für eine gut bezahlte Stelle umzuziehen. „Das stärkt ihre Verhandlungsposition.“

Die Altenpflegerin, der in diesem Frühjahr der Corona-Applaus galt, verdiente 2019 immerhin 24 Prozent mehr als 2013, Straßenbauer bekamen 19 Prozent mehr und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung 18 Prozent. Allerdings wurden im Untersuchungszeitraum in einigen Berufen die Löhne auch kräftig erhöht, ohne dass Fachkräfteengpässe bestanden – etwa bei Fußpflegern, Kosmetikfachkräften und angestellten Zahnärzten um jeweils rund 30 Prozent.

Bei Lokführern dagegen, ein ausgewiesener Mangelberuf, stiegen die Löhne nur unterdurchschnittlich. „Die Lohnentwicklung passt also nicht immer zur Fachkräftesituation“, sagt Burstedde.