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Hohe Benzinpreise bremsen Aral

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Düsseldorf (dapd). Deutschlands größte Tankstellenkette Aral hat 2012 spürbar weniger Benzin und Diesel verkauft. "Die deutschen Autofahrer haben auf die hohen Kraftstoffpreise und die extremen Preisschwankungen reagiert: Sie fahren weniger, lassen ihr Auto öfter stehen und tanken insbesondere in Hochpreisphasen bei preisgünstigeren Tankstellen", sagte Aral-Vorstand Stefan Brok am Dienstagabend in Düsseldorf.

Die Folge: Aral verkaufte im vergangenen Jahr noch rund 7,6 Millionen Tonnen Kraftstoffe, fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Der Marktanteil sank von 23 auf 22,5 Prozent. Dennoch verteidigte Aral nach eigenen Angaben die Marktführerschaft und verwies die Konkurrenten Shell, Jet, Esso und Total (NYSE: TOT - Nachrichten) auf die Plätze.

Der Aral-Vorstand dämpfte gleichzeitig Hoffnungen, die geplante Einführung einer Markttransparenzstelle werde Normal, Super und Diesel billiger machen. "Die Preise werden durch Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt bestimmt. Daran wird auch die Markttransparenzstelle nichts ändern", sagte er. Aral veröffentliche die aktuellen Preise seiner Tankstellen ohnehin schon heute im Netz.

Den immer wieder gegen die Tankstellenketten erhobenen Vorwurf der Preistreiberei wies Brok entschieden zurück und machte den Staat für einen Großteil der Kosten verantwortlich. Aral habe mit dem Kraftstoffverkauf unter dem Strich im vergangenen Jahr nur rund 100 Millionen Euro verdient. Gleichzeitig habe der Konzern 7,5 Milliarden Euro an Steuern an das Finanzministerium überwiesen.

Aral verdiene an einem Liter Benzin gerade einmal 1,0 bis 1,5 Cent nach Steuern, der Staat rund 80 Cent. "Ohne Steuern hätten Kraftstoffe im vergangenen Jahr durchschnittlich gerade einmal zwischen 69 und 78 Cent gekostet", rechnete er vor.

Preisspirale dreht sich immer schneller

Die Preisspirale an den Tankstellen drehte sich im vergangenen Jahr dennoch so schnell wie noch nie. Erstmals in der Geschichte des deutschen Tankstellengeschäfts seien an jedem Tag des Jahres Preiserhöhungen vorgenommen worden, berichtete Brok. Noch häufiger seien wegen des harten Wettbewerbs die Preise aber wieder abgebröckelt. Insgesamt nahm Aral in seinem Tankstellennetz nach Angaben des Managers 2012 rund 2,7 Millionen Preisänderungen vor.

Wichtigste Einnahmequelle der Tankstellenunternehmer ist nach seinen Worten ohnehin längst nicht mehr der Kraftstoffverbrauch, sondern das Shop-Geschäft. Darauf entfallen inzwischen 62 Prozent des Gesamtertrags. Aral sei heute bereits der größte Coffee-to-go-Anbieter in Deutschland. Auch jede fünfte Zigarette gehe über einen Aral-Ladentisch, sagte Brok.

Insgesamt trugen Anfang dieses Jahres 2.384 Tankstellen an deutschen Straßen und 107 Autobahntankstellen das blau-weiße Aral-Logo.

dapd