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Hochwasser: Welche Versicherung zahlt was?

·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Eine Flutkatastrophe hat nach heftigem Unwetter mehrere Teile Deutschlands heimgesucht und viele Todesopfer gefordert. Die Menschen in den betroffenen Regionen kämpfen außerdem mit Hauseinstürzen, unter Wasser stehenden Kellern, demolierten Autos und Überschwemmungen. Doch wer kommt eigentlich für Schäden durch Starkregen auf? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen im Überblick.

Rheinland-Pfalz, Altenahr: Die Luftaufnahme zeigt den vom Ahr-Hochwasser überfluteten Ortsteil Altenburg (Bild: dpa)
Rheinland-Pfalz, Altenahr: Die Luftaufnahme zeigt den vom Ahr-Hochwasser überfluteten Ortsteil Altenburg (Bild: dpa)

Bundesumweltministerin Svenja Schulze schrieb auf Twitter: "Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Die Ereignisse zeigen, mit welcher Wucht die Folgen des Klimawandels uns alle treffen können." Sie setzte fort: "Starkregen und Flut haben unser Land hart getroffen. Meine Gedanken sind heute bei den Menschen, die in Not sind, ihr Haus verloren haben oder gar um Angehörige trauern." 

Die Schäden, mit denen viele Flutopfer nun in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und anderen Teilen Deutschlands zu kämpfen haben, sind enorm, die Kosten, die durch die Überflutungen entstanden sind, immens. 

Was bezahlt eigentlich eine Wohngebäudeversicherung?

Eine Wohngebäudeversicherung hilft bei Schäden am Haus, wie z.B. bei zerstörten Schornsteinen. Darunter fallen auch Feuer-, Leitungswasser-, Sturm- und Hagelschäden. Wenn es in der Police vermerkt ist, sind Nebengebäude wie Garagen oder ein Gartenhaus auf dem gleichen Grundstück ebenfalls versichert. Meist sind auch die Folgeschäden mit drin, wenn zum Beispiel durch ein abgedecktes Dach Regenwasser ins Haus eindringt.

Wofür kommt die Hausratversicherung auf?

Die Hausratversicherung ist die richtige, wenn bewegliche Gegenstände wie Möbel, Teppiche oder technische Geräte durch Regen oder Sturm beschädigt wurden. Außerdem gut zu wissen: Falls das Haus geräumt werden muss, übernimmt die Hausratversicherung für gewisse Zeit auch die Kosten für Hotelübernachtungen, Aufräumarbeiten sowie Transport und Lagerung von Möbeln.

Wer kommt bei Schäden durch Überschwemmungen an Fahrzeugen auf?

Dafür ist die Teilkaskoversicherung zuständig. Doch hier ist Vorsicht geboten: Denn die Versicherung kann die Zahlung ganz oder zum Teil verweigern, wenn der Wagen trotz polizeilicher Warnung in einem durch Hochwasser gefährdeten Gebiet abgestellt wurde. Bei Unwetter also besser nicht in einer Senke oder unter Bäumen parken! Bei einer Vollkaskoversicherung ist das nicht der Fall. Die greift auch, wenn der Schaden selbst verschuldet wurde. Versichert ist in der Regel allerdings nur der Zeitwert des Autos, nicht der Wiederbeschaffungswert.

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Welche Versicherung zahlt bei Hochwasserschäden?

Die schlechte Nachricht zuerst: Wohngebäude- und Hausratversicherung schließen Schäden durch Hochwasser, Starkregen und Erdrutsche aus. Einzige Ausnahme: alte DDR-Versicherungen. Dort sind auch Überschwemmungsschäden abgedeckt. Die gute Nachricht: Bei Schäden durch Hochwasser und Starkregen gibt es eine Zusatzversicherung, die in Kombination mit einer Wohngebäude- oder Hausratversicherung abgeschlossen werden kann: eine sogenannte Elementarschaden-Versicherung. Diese zahlt unter anderem auch bei Schäden aus Überschwemmungen, Rückstau und Schneedruck.

Was, wenn der Keller unter Wasser steht? (Bild: dpa=
Was, wenn der Keller unter Wasser steht? (Bild: dpa)

Zahlt die Elementarversicherung immer?

Leide nein: Denn die Elementarschaden-Versicherung gilt nur dann, wenn das Wasser von oben kommt. Wenn Grundwasser von unten ins Mauerwerk eindringt, sind die Schäden leider nicht versichert. 

Starkregen: Welchen Einfluss hat die Klimaerwärmung?

Sie sollten außerdem bei Starkregen, Schnee oder Hagel immer darauf achten, dass die Fenster geschlossen sind. Da es sonst sein könnte, dass die Versicherung nicht für die Schäden aufkommt. Lassen Sie Rückstauventile oder Pumpen im Keller regelmäßig warten. Zusätzlich sollten Sie sicherstellen, dass der Gully vor Ihrem Haus frei ist. Falls er verstopft aussieht, können Sie das dem Stadtentwässerungsbetrieb melden.

Wovon hängt die Beitragshöhe ab?

Von der Größe der Immobilie und der geografischen Lage des Hauses. Der Haken: Häuser in Risikolagen werden oft nur gegen viel Geld oder gar nicht versichert. Außerdem: Wer schon mal einen Elementarschaden hatte, wird nur schwer einen neuen Versicherer finden.

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