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Hochtief-Chef prüft angeblich Verkauf der Servicesparte

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Essen (dapd). Bei Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief drohen nach der Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS womöglich doch tiefe Einschnitte. Nach Informationen der Zeitungen der WAZ-Mediengruppe aus dem Umfeld des Essener Unternehmens denkt der neue Hochtief (Xetra: 607000 - Nachrichten) -Chef Marcelino Fernandez Verdes über den Verkauf von Geschäftsbereichen mit 6.200 Mitarbeitern nach.

Betroffen wären demnach die Servicesparte innerhalb der Hochtief Solutions AG mit 6.000 Beschäftigten und das Geschäft mit der Projektentwicklung mit 200 Angestellten. Insgesamt hat Hochtief weltweit rund 80.000 Beschäftigte.

Hochtief wollte die Pläne auf Anfrage von dapd nicht bestätigen. Ein Unternehmenssprecher erklärte, die Analyse der künftigen Strategie sei noch nicht abgeschlossen. "Es gibt daher auch keinerlei Entscheidungen."

Fernández Verdes hatte allerdings bereits im Januar angekündigt, den Essener Baukonzern auf mehr Gewinn trimmen zu wollen. Dazu stelle der Konzern alle Sparten auf den Prüfstand, wie attraktiv die Geschäfte seien, wie viel Kapital benötigt werde und welche Gewinnmargen erreichbar seien, sagte der Manager vor Journalisten. Die Ergebnisse der Prüfung will der Spanier jedoch erst am 28. Februar präsentieren.

Fernández Verdes hatte erst im vergangenen November (Xetra: A0Z24E - Nachrichten) überraschend die Führung des Essener Konzerns übernommen. Seine Berufung hatte Ängste vor einer Zerschlagung des deutschen Traditionsunternehmens durch den hoch verschuldeten spanischen Mehrheitsaktionär ACS wiederaufleben lassen. Denn der Manager gilt als enger Vertrauter von ACS (Madrid: ACS.MC - Nachrichten) -Chef Florentino Pérez. ACS hatte 2011 in einer feindlichen Übernahme die Kontrolle über den Essener Konzern erlangt.

Hochtief-Aktie legt zu

An den Zerschlagungsängsten änderte auch ein Mitarbeiterbrief von Fernández Verdes wenig, in dem er beteuerte, eine Zerschlagung oder Filetierung der Hochtief AG werde kein Gegenstand der neuen Unternehmensstrategie sein.

Bisher war allerdings eher befürchtet worden, die Spanier könnten zum Abbau ihres Schuldenberges die wertvolle australische Tochter Leighton und/oder das große US-Baugeschäft des Konzerns verkaufen. Vom Service-Bereich war bislang nicht die Rede gewesen. In der Sparte hat Deutschlands größter Baukonzern das Geschäft mit dem Gebäudemanagement zusammengefasst. Der Konzern übernimmt dabei für andere Unternehmen die technische Ausstattung, die Wartung und den Betrieb von größeren Bürogebäuden, Produktionsanlagen, Krankenhäusern oder Flughäfen.

Die Servicesparte ist Teil der Hochtief-Solutions AG, deren Arbeitsdirektor Bernd Joachim Romanski in dieser Woche "wegen unterschiedlicher Auffassungen" mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand ausschied.

An der Börse kam der Bericht über die Pläne des Hochtief-Chefs gut an. Die Hochtief-Aktie gewann nach Börsenöffnung mehr als 1,5 Prozent an Wert.

dapd