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Das Hochstapler-Syndrom: Warum es gefährlich ist und welche Warnzeichen ihr kennen solltet

 - Copyright: fizkes/Shutterstock
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„Heute fühle ich mich so, wie ich es tat, als ich als Studienanfänger 1999 nach Harvard Yard kam. Ich hatte das Gefühl, dass es irgendeinen Fehler gegeben haben muss, dass ich nicht klug genug war, um an dieser Universität zu sein, und dass ich jedes Mal, wenn ich den Mund aufmachte, beweisen musste, dass ich nicht nur eine dumme Schauspielerin bin.“

Das sagte Natalie Portman im Jahr 2015 in einer Rede vor den Studienanfängern der Harvard University. Einer der weltweit renommiertesten Universitäten – an der die Schauspielerin selbst Psychologie studiert hatte. Mit ihren Worten hat Natalie Portman das Gefühl eingefangen, das für das Hochstapler-Syndrom typisch ist: ein psychologisches Phänomen, bei dem erfolgreiche Menschen ihre eigene Kompetenz massiv anzweifeln. Um dieses Phänomen – manchmal auch Impostor-Syndrom genannt –, geht es in der neuen Folge unseres Podcasts "Zuhören, Karriere machen". Hört rein!

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Die US-amerikanischen Wissenschaftlerinnen Pauline Clance und Suzanne Imes entdeckten das Hochstapler-Syndrom in den späten 1970er Jahren bei gut ausgebildeten und erfolgreichen Akademikerinnen, die aber glaubten, einfach „Glück gehabt“ zu haben – und fürchteten, irgendwann werde sicher jemand entdecken, dass sie in Wahrheit gar nicht so klug, kompetent und geeignet für ihren Job seien. Sie fühlten sich als Hochstaplerinnen, obwohl es objektiv betrachtet keinen Grund dafür gab.

Spätere Erhebungen zeigten: Zwischen 70 und 80 Prozent aller Menschen geben an, an irgendeinem Punkt ihrer Karriere schon einmal solch ein Gefühl gehabt zu haben. Es betrifft also so gut wie jeden im Laufe seines Lebens. Manche mehr, manche weniger. Pauline Clance, die Entdeckerin des Phänomens, hat sich daher später dafür ausgesprochen, das Wort "Syndrom" lieber durch das Wort "Phänomen" zu ersetzen. Schließlich habe das Hochstapler-Syndrom an sich keinen Krankheitswert. "Es ist ein Phänomen, das viele erleben, und die Erinnerung daran kann dazu beitragen, es zu normalisieren", sagte sie.

Allerdings unterscheidet sich das Hochstapler-Syndrom durchaus von gelegentlichen Selbstzweifeln, vor allem in seiner Intensität. Typische Warnzeichen für das Impostor-Syndrom sind Experten zufolge unter anderem die Unfähigkeit, die eigenen Erfolge zu verinnerlichen, die Angewohnheit, Erreichtes herunterzuspielen oder eben Angst, als untalentiert „enttarnt“ zu werden.

Und: Auch wenn es selbst keinen Krankheitswert hat, so ist das Hochstapler-Syndrom doch nicht ungefährlich. Wer in der Angst lebt, aufzufliegen, wird einen hohen Anspruch an sich selbst entwickeln, hart und perfektionistisch arbeiten, es vermeiden, um Hilfe zu bitten und Feedback möglichst aus dem Weg gehen. Dabei kann es leicht passieren, dass man über die eigenen Grenzen geht. Die Überarbeitung bis hin zum Burnout droht – aus der Motivation heraus, sich beweisen zu wollen.

Die gute Nachricht ist: Sowohl Unternehmen als auch jeder Einzelne können einiges dafür tun, dem Hochstapler-Syndrom zu entgehen. Chefinnen und Chefs etwa entziehen mit einer bestimmten Unternehmenskultur den Hochstapler-Momenten ihren Boden. Und Angestellte brauchen nur das Wissen sowie ein bisschen Disziplin und Übung, um das Hochstapler-Syndrom in Schranken zu halten. Alles, was ihr dazu braucht, hört ihr in unserem Podcast.

Über den Podcast

Bei „Zuhören, Karriere machen“ verraten wir euch in kurzen Episoden einfache Lifehacks aus der Psychologie, mit denen ihr im Job schneller vorankommt. Warum sollte man sich in Meetings öfter melden? Wie bekämpft man Arbeitsblockaden? Und wie bringt man Menschen dazu, mit nervigen Gewohnheiten aufzuhören?

Über diese großen und kleinen Probleme im Berufsleben spricht die promovierte Psychologin und Journalistin Fanny Jimenez abwechselnd mit Karriere-Redakteurin Hendrikje Rudnick und Podcast-Redakteur Michael Reinhardt. Jeden Donnerstag erscheint eine neue Folge. Hört sie euch an bei SpotifyApple PodcastsDeezerGoogle PodcastsPodimo und überall, wo es Podcasts gibt.

Ihr habt Feedback zum Podcast oder Anregungen für Probleme, die wir besprechen könnten? Oder unsere Lifehacks haben euch in eurem Jobleben geholfen? Dann schreibt uns gerne eine Mail unter podcast@businessinsider.de. Und wenn ihr unseren Podcast mögt, dann abonniert ihn gerne.

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