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Hitze-Tourismus: Der heißeste Ort der Welt wird zum begehrten Selfie-Hotspot

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Es gibt diverse beliebte Selfie-Orte rund um die Welt, die von Touristen und Influencern regelrecht belagert werden. Einer davon ist eine Temperaturanzeige vor dem Besuchszentrum des Death Valley National Park. Nicht etwa wegen seiner umwerfenden Ästhetik, sondern wegen der unglaublichen Zahlen, die es anzeigt.

DEATH VALLEY NATIONAL PARK, CALIFORNIA - AUGUST 17: Visitors gather for a photo in front of an unofficial thermometer at Furnace Creek Visitor Center on August 17, 2020 in Death Valley National Park, California. The temperature reached 130 degrees at Death Valley National Park on August 16, hitting what may be the hottest temperature recorded on Earth since at least 1913, according to the National Weather Service. Park visitors have been warned, ‘Travel prepared to survive.’ (Photo by Mario Tama/Getty Images)
Als die Temperaturen im Death Valley auf über 130 Grad Fahrenheit kletterten (etwa 55 Grad Celsius), stürmten Touristen und Influencer das Thermometer für ein Selfie (Bild: Mario Tama/Getty Images)

Denn die Wüstenlandschaft des Death Valley (zu deutsch: Todestal) zwischen Kalifornien und Nevada gilt als einer der heißesten Orte der Welt. Je höher die Temperatur, desto mehr Menschen reisen zu dem Selfie-Hotspot, um ein Foto dort zu machen. Hitze-Tourismus nennt unter anderem die “Los Angeles Times” dieses Phänomen, das im vergangenen Monat seinen Höhepunkt erreichte.

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Denn im August 2020 zeigte das Thermometer vor dem Besucherzentrum des Nationalparks die höchste Temperatur an, die seit 1913 weltweit offiziell aufgezeichnet wurde: 130 Grad Fahrenheit herrschten im Death Valley, was rund 55 Grad Celsius entspricht.

Die Touristen lauern in klimatisierten Autos auf die Rekordhitze

Der “LA Times” zufolge reisten Touristen aus diversen US-Staaten und sogar aus anderen Ländern an, um derartige Temperaturen zu erleben und vor allem ein Beweisfoto zu schießen. YouTuber Dan Markham, der sich die Gelegenheit ebenfalls nicht entgegen lassen wollte, beschrieb der Zeitung die Zustände an dem extrem heißen Tag.

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Die Leute hätten in ihren klimatisierten Autos ausgeharrt und von dort aus dabei zugesehen, wie die Temperatur auf der Anzeige kletterte. Bei hohen, runden Zahlen seien sie aus dem Auto gesprungen, um ein flinkes Foto zu machen. Bei der goldenen Marke habe es einen regelrechten Ansturm gegeben. “Es hing eine ganze Weile bei 129 Grad fest. Als es plötzlich auf 130 sprang, sind alle aus ihrem Auto gerannt, um ein Foto zu machen.” Sobald es wieder auf 129 fiel, seien alle zurück in die kühlen Innenräume getrottet, um auf den nächsten Selfie-Moment zu warten.

Hitze-Tourismus nimmt dank Social Media zu

Vollkommen neu ist der Hitze-Tourismus nicht. Bereits im Jahr 2013 berichtete das US-Portal “NPR” von Touristen, die das Thermometer aufgrund der extremen Hitze im Death Valley für Urlaubsfotos auserkoren hatten. Doch mit der steigenden Popularität von Foto-Plattformen wie Instagram und den zunehmenden Temperaturen weltweit nahmen auch die Selfie-Jäger in dem Wüstengebiet zu.

DEATH VALLEY NATIONAL PARK, CALIFORNIA - AUGUST 17: Visitors walk near a sign warning of extreme heat danger on August 17, 2020 in Death Valley National Park, California. The temperature reached 130 degrees at Death Valley National Park on August 16, hitting what may be the hottest temperature recorded on Earth since at least 1913, according to the National Weather Service. Park visitors have been warned, ‘Travel prepared to survive.’ (Photo by Mario Tama/Getty Images)
Nach 10 Uhr morgens ist Spazierengehen "nicht empfohlen": Ein Schild warnt im Death Valley vor der extremen Hitze (Bild: Mario Tama/Getty Images)

Bei all den Social-Media-Posts voller grinsender Touristen und amüsierender Posen darf man allerdings die Gefahren des Death Valley nicht vergessen. Zwei Todesfälle gab es in diesem Jahr bereits, die beide zu einem erheblichen Teil der extremen Hitze zugeschrieben werden. Ein Schild vor dem Nationalpark warnt Besucher davor, nach 10 Uhr morgens aus Sicherheitsgründen nicht mehr spazieren zu gehen.

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