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Historischer Triathlet: Der erste Ironman mit Downsyndrom

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Es ist eine Geschichte voller Inspiration, Mut und Durchhaltewille: Der 21-jährige Chris Nikic schaffte in Florida Historisches – als erster Mensch mit Downsyndrom, der einen Ironman bewältigte.

Der historische Zieleinlauf: Chris Nikic ist der erste Mensch mit Downsyndrom, der einen Ironman absolvierte. (Bild: Michael Reaves/Getty Images for IRONMAN)
Der historische Zieleinlauf: Chris Nikic ist der erste Mensch mit Downsyndrom, der einen Ironman absolvierte. (Bild: Michael Reaves/Getty Images for IRONMAN)

Die Anzeige über dem Zieleinlauf zeigte exakt 16 Stunden, 46 Minuten und 09 Sekunden an, als Chris Nikic die Ziellinie überquerte und der Kommentator die berühmten vier Worte ausrief: “Du bist ein Ironman.” Doch die Zeit war nebensächlich an diesem Abend in Florida. Denn an der Seite seines Guides Daniel Grieb hatte der 21-jährige US-Amerikaner gerade Sportgeschichte geschrieben. Er war der erste Mensch mit Downsyndrom, der es geschafft hatte, den berühmten Triathlon zu absolvieren.

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Ein Ironman ist knallhart, er beginnt mit einer Schwimmstrecke von 3,86 Kilometern, dann folgt eine 180 Kilometer lange Radstrecke und am Schluss ein kompletter Marathon, also ein Lauf von 42,195 Kilometern. Doch weder von den abschreckenden Anforderungen noch von Widrigkeiten wie Ameisenbisse unterwegs ließ sich Nikic von seinem Ziel abbringen. Sogar ein Sturz vom Rad, bei dem er sich das Knie aufschürfte, konnten ihn nicht stoppen. Und so verdiente er sich Kilometer um Kilometer seinen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde.

Nikic wurde mit der Chromosomenstörung Trisomie 21 geboren, erst als Vierjähriger lernte er laufen. Noch vor drei Jahren war er eher unsportlich und wog mehr als 80 Kilogramm. Dann setzte er sich sein ehrgeiziges Ziel. Selbst sein Trainer Daniel Grieb hatte im Januar ernstliche Zweifel, ob sein Schützling den Triathlon schaffen würde. Wegen der Corona-Pandemie war dann auch noch seine Premiere bei einem halben Ironman im März abgesagt worden, so dass sich Nikic allein auf seine Trainingsvorbereitung und sein Motto verlassen musste: Jeden Tag ein Prozent besser.

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Schon vor dem Rennen hatte sein Trainingswille und die Vorbereitung auf die historische Leistung für viel Anerkennung und Inspiration in der Triathlon-Community gesorgt. In einem Video wünschten ihm Ironman-Organisatoren und Triathleten aus der ganzen Welt Glück in Florida. Darunter auch die Deutsche Anne Haug, die im vergangenen Jahr den berühmtesten unter den Ironman-Wettbewerben auf Hawaii gewinnen konnte. “Du bist eine fantastische Inspiration für alle Athletinnen und Athleten da draußen und ein großartiges Beispiel dafür, was man mit Willenskraft erreichen kann,” sagte Haug in dem Motiviations-Video.

Neben seinem sportlichen Erfolg sammelte Nikic mit seinem Lauf übrigens auch noch 34,000 Euro an Spenden über die Ironman-Stiftung. Doch sein Ziel war es vor allem, Vorurteile gegen Menschen mit Downsyndrom zu widerlegen. Der symbolische Erfolg, der nun weltweit Schlagzeilen macht, dürfte in dieser Hinsicht ein großer Schritt sein. Nikics nächstes Ziel ist nun, na klar, der traditionsreiche Ironman auf Hawaii im kommenden Jahr.

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