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Historischer Fund: Älteste dreidimensionale Karte Europas wiederentdeckt

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Archäologen haben eine Steinplatte aus der Bronzezeit untersucht: Sie könnte die älteste dreidimensionale Karte eines europäischen Gebiets sein. Sie zeigt den Verlauf eines Flusses in der Bretagne.

Mit Pinsel und Pinzette: Nach der eigentlichen Entdeckung findet archäologische Arbeit im Labor mit modernen Lasermessgeräten statt. Foto: Symbolbild / gettyimages / Lowell Georgia
Mit Pinsel und Pinzette: Nach der eigentlichen Entdeckung findet archäologische Arbeit im Labor mit modernen Lasermessgeräten statt. (Symbolbild: Getty Images / Lowell Georgia)

Die Steintafel misst grob zwei Meter auf eineinhalb Meter und wurde erstmals im Jahr 1900 in Frankreich entdeckt. Genauer: in Leuhan, einer Gemeinde in der Bretagne. Sie ist unter dem Namen „Saint-Bélec-Tafel“ bekannt und stammt vermutlich aus der frühen Bronzezeit – also den Jahren zwischen 2.150 und 1.600 vor Christus. Neuen Untersuchungen zufolge könnte es sich dabei um die älteste Karte eines europäischen Gebiets handeln.

Linien und Formen bilden historische Karte

Zu der Auffassung sind Forschende des „Französischen Instituts für präventive archäologische Forschungen“, der Bournemouth Universität und weiteren archäologischen Institutionen gekommen. Sie haben die Tafel untersucht und ihre Ergebnisse aktuell in einer Studie im Journal Bulletin de la Société préhistorique française veröffentlicht.

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Demnach handelt es sich bei den auf der Karte dargestellten Motiven um simple geometrische Figuren: Kreise, gerade und gebogene Linien, Quadrate und Ovale. Die Untersuchungen haben aber gezeigt: Die Vertiefungen im Stein stellen vielmehr dar, nämlich eine Landschaft. Es könnte sich deshalb als die älteste kartografische Darstellung eines europäischen Territoriums handeln. Vermutlich galt die Tafel als Symbol für politische Macht, sie könnte die regierte Region der Herrschenden gezeigt haben. 

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Nach der Entdeckung der Tafel im Jahr 1900 ging sie zunächst in Privatbesitz über, bevor sie 24 Jahre später vom Archäologischen Nationalmuseum Frankreichs erworben wurde. Dort wurde sie jedoch nicht prominent ausgestellt, sondern lagerte zunächst im Schlossgraben. 2014, über hundert Jahre nach ihrer Entdeckung, wurde sie schließlich im Keller des Museumsschlosses wiedergefunden.

Karte zerbrochen: Machtverlust?

So erklärt es die Bournemouth Universität in einer aktuellen Pressemitteilung. In den Jahren danach begannen die Archäologen die Tafel zu untersuchen. Sie wurde hochauflösend und dreidimensional vermessen – anhand der sogenannten Photogrammetrie. Eine Messmethode, die eine exakte Rekonstruktion des Untersuchungsobjekts ermöglicht.

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Dadurch konnten die Forschenden herausfinden, dass die Karte unter anderem den Lauf des Flusses Odet darstellt. Der fließt durch die Bretagne. Um die Topografie, als den Flusslauf in seinem Tal, darzustellen, musste die Platte dreidimensional geformt werden.

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Insgesamt stellt die Karte somit ein Gebiet von 30 Kilometer auf 21 Kilometer entlang des Odets dar. Das zentrale Motiv der Karte hingegen ist nicht der Fluss, sondern ein Symbol. Das, so vermuten die Forschenden, könnte die Herrschaftsmacht dargestellt haben.

Die Karte ist außerdem nicht vollständig erhalten, sondern durchgebrochen. Auch das haben die Forschenden interpretiert – sie glauben, das sei nicht durch Verfall oder Versehen passiert, sondern mit Absicht. Da die Platte die Darstellung eines kontrollierten Territoriums darstellte, könnte ihr Zerbrechen Machtverlust bedeutet haben.

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