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Hilfsorganisation: Taliban stimmen Arbeitserlaubnis für Frauen "grundsätzlich" zu

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Verschleierte Frauen in Afghanistan (AFP/Hoshang Hashimi)

Die radikalislamischen Taliban in Afghanistan haben nach Angaben einer großen Hilfsorganisation deren Beschäftigung von Frauen im Land "grundsätzlich" zugestimmt. "Unseren weiblichen Angestellten muss es möglich sein, im ganzen Land an der Seite ihrer männlichen Kollegen zu arbeiten", sagte der Chef des Norwegischen Flüchtlingsrates NRC, Jan Egeland, der Nachrichtenagentur AFP nach Treffen mit ranghohen Taliban-Vertretern. Die Taliban hätten "grundsätzlich zugestimmt" und eingeräumt, dass dies "vielerorts zu langsam vorangeht".

Egeland zufolge bemüht sich der NRC derzeit in sieben der 14 Provinzen, in denen die Organisation aktiv ist, um örtliche Vereinbarungen mit den Islamisten. Die Erfahrungen hätten aber gezeigt, dass es schwierig sei, Erlasse der Taliban aus Kabul zu deuten und diese auf dem Land umzusetzen. So werde es Frauen in bestimmten Regionen erlaubt, an der Seite von Männern zu arbeiten, andernorts gebe es eine Geschlechtertrennung und wieder andernorts dürften Frauen überhaupt nicht arbeiten.

Während der ersten Taliban-Herrschaft von 1996 bis 2001 waren Frauen aus dem öffentlichen Leben weitgehend verbannt. Die neue Taliban-Führung hatte erklärt, die Regeln diesmal nicht so streng auslegen zu wollen. Allerdings ist es Frauen seit der Machtübernahme der Taliban weitgehend untersagt, in ihre Jobs im Regierungsapparat zurückzukehren. Auch dürfen Mädchen bislang keine weiterführenden Schulen besuchen. Der NRC kündigte an, keine Schulen in Gebieten wiederzueröffnen, in denen Mädchen der Schulbesuch verwehrt werde.

jep/cp

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