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Hilfsorganisation fordert mehr Schuldenerlass für ärmste Länder

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BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem Treffen der Finanzminister der Gruppe der großen Industriestaaten (G20) hat die Entwicklungsorganisation One mehr Schuldenerlass für arme Länder gefordert als bisher geplant. Die vergangene Woche beschlossene Rahmenvereinbarung der G20 für Schuldenerleichterungen gehe nicht weit genug, kritisierte One-Direktor Stephan Exo-Kreischer am Donnerstag in Berlin. "Es lässt keine Ambitionen erkennen, eine wirkliche Lösung für die gegenwärtige Liquiditätskrise zu finden."

"Die Corona-Krise trifft die ärmsten Länder mit voller Wucht", sagte Exo-Kreischer. Während reiche Länder Schulden aufnehmen könnten, um sich gegen die Pandemie zu stemmen, müssten sich ärmere Länder entscheiden, "ob sie Kredite zurückzahlen oder Menschenleben retten". "Kein Land sollte vor diese Wahl gestellt werden." Wenn alle Gläubiger weiter Schuldenrückzahlungen einforderten, als wäre nichts gewesen, werde ein Land nach dem anderen in die Staatspleite abrutschen, sagte der One-Direktor.

Die Entwicklungsorganisation forderte deutliche Nachbesserungen bei der Rahmenvereinbarung. Die Weltbank sowie private Gläubiger sollten verpflichtet werden, an sämtlichen schuldenlindernden Maßnahmen teilzunehmen, forderte One. Zumindest müssten dafür Anreize geschaffen werden. Die G20 sollte bei allen Ländern, die von einem Schuldennotstand bedroht seien, solange auf eine Rückzahlung verzichten, bis die Pandemie vorbei sei.

Vor dem virtuellen Gipfel der großen Industrieländer am Wochenende unter der Präsidentschaft Saudi-Arabiens kommen am Freitag die G20-Finanzminister zu Beratungen per Video zusammen.