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Hembla-Aktionäre nehmen Vonovia-Angebot an

Der Dax-Konzern steht kurz vor der vollständigen Übernahme des schwedischen Wohnungsunternehmens. Dieses soll nun von der schwedischen Börse genommen werden.

Der größte Vermieter Deutschlands wird nun auch größter Vermieter Schwedens. Foto: dpa

Vonovia steht bei der Übernahme des schwedischen Wohnungsunternehmens Hembla kurz vor dem Ziel. Nachdem sich der Dax-Konzern bereits einen Mehrheitsanteil gesichert hatte, stimmte nun auch der Großteil der übrigen Hembla-Aktionäre dem Angebot zu. Vonovia hält nun 94 Prozent der Aktien des Unternehmens.

Die Bochumer hatten Ende September dem Investor Blackstone seinen 65-Prozent-Anteil an Hembla abgekauft und wurden damit bereits Großaktionär des Unternehmens. Als solcher musste Vonovia den übrigen Aktionären ein Pflichtangebot andienen. Dass derart viele das Angebot annehmen, stand bis zuletzt aber auf der Kippe. Ende November hat ein unabhängiges Komitee der Hembla-Aktionäre das Vonovia-Angebot als zu niedrig eingestuft und riet den Anteilsinhabern, das Angebot abzulehnen.

Vor rund einer Woche schaltete sich die schwedische Aktionärsvereinigung Aktiespararna ein – nur wenige Tage bevor die Annahmefrist am Montag um Mitternacht endete. Ihre Empfehlung: Aktionäre sollten das Angebot annehmen. Schließlich habe Vonovia deutlich gemacht, beim Preis nicht nachzubessern. Außerdem sei es vermutlich schwer die Aktien später am Markt zu verkaufen. Das Gros der Aktionäre entschied sich nun also für die sichere Variante.

Für die übrigen Aktionäre hat Vonovia nun die Annahmefrist verlängert. Sie können dem Angebot von 215 Schwedischen Kronen – dem gleichen Preis, den der Konzern auch Blackstone zahlte – noch bis zum 8. Januar zustimmen.

Eine Alternative zum Verkaufen wird es wohl ohnehin nicht geben. Nun, da Vonovia mehr als 90 Prozent der Aktien besitzt, verfolgt das Unternehmen einen Squeeze-Out der übrigen Hembla-Aktionäre – einem zwangsweisen Ausschluss von Minderheitsaktionären. Hembla soll dann von der Nasdaq Stockholm genommen werden.

Die Übernahme des schwedischen Immobilienkonzern wird Vonovia rund 20 Milliarden schwedische Kronen kosten, umgerechnet 1,9 Milliarden Euro. Für Vonovia ist es nach Victoria Park im Jahr 2018 bereits der zweite Zukauf in Schweden. Mit insgesamt 38.000 Wohnungen, 21.000 davon aus Hembla-Beständen, sind die Bochumer nun der größte Vermieter Schwedens.