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HelloFresh-Aktie: Die operative Marge ist ein kurzfristiges Problem

·Lesedauer: 3 Min.
HelloFresh
HelloFresh

Bei der HelloFresh-Aktie (WKN: A16140) gibt es eine neue, spannende Perspektive. Zum Beginn der verkürzten deutschen Handelswoche hat ein Analyst aus dem Hause Bernstein die Aktie ein weiteres Mal überprüft. Seine Einschätzung: Underperformt mit einem Absenken des Kursziels auf 32 Euro. Damit trifft der Analyst zumindest den Zeitgeist, der Wachstum skeptisch sieht.

Aber es gibt auch Gründe, warum die HelloFresh-Aktie underperformen soll. So skizziert der Analyst ein Szenario, das von einer sinkenden Marge geprägt ist. Derzeit investiere das Management viel Geld in Werbung und den Ausbau der eigenen Produktionskapazitäten. Gleichzeitig würde jedoch die Nachfrage sinken. Insofern sei das erste Halbjahr voraussichtlich schwach, was auch mit der Nachfrage im Öffnungs-Szenario einhergeht.

Ganz ehrlich: Die HelloFresh-Aktie ist zwar inzwischen eine profitable Growth-Story. Allerdings bin ich trotzdem überzeugt, dass Foolishe Investoren sich nicht um die operative Marge sorgen sollten. Entweder es geht um etwas anderes oder wir sehen eine insgesamt doch recht solide Strategie.

HelloFresh-Aktie: Die Frage nach der operativen Marge

Wenn ich diese Analyse bezogen auf die HelloFresh-Aktie lese, so erkenne ich sofort: Der Bernstein-Analyst ist kurzfristig orientiert unterwegs. Das ist nur logisch, schließlich spricht er explizit vom ersten Halbjahr dieses Geschäftsjahres, um das es geht. Aber eben auch um Negativeffekte, die eine Kennzahl betreffen und die eine Belastung darstellen können.

Seien wir ein wenig mittel- bis langfristig orientiert. Unter dieser Lupe würde ich sagen: Das Management macht eigentlich genau die richtigen Schritte. Man nutzt die eigene, zumindest bereinigte Ergebnislage dafür aus, um Investitionen in das eigene Geschäft und das Branding zu betreiben. Sowie trotz der Öffnungsperspektive und der Herausforderungen neue Kunden anzulocken. Das ist eigentlich der einzige Weg, um die Erfolgsgeschichte langfristig am Laufen zu halten. Einen strategischen Fehler kann ich daher beim besten Willen nicht erkennen. Auch wenn das vielleicht die Margen belasten sollte.

Aber auch das ist nicht das Kernproblem für die HelloFresh-Aktie. Nein, denn die eigentliche Frage ist nicht: Wie entwickeln sich die Margen in den nächsten drei bis fünf Jahren? Wobei das ein Teilbereich einer funktionierenden Investitionsthese ist. Die eigentliche Baustelle ist eher: Kann das Management das Geschäftsmodell up-to-date und für Verbraucher in einer offenen Welt mit Restaurants und Co. attraktiv halten? Reichen die aufgebaute Wettbewerbsposition, das Ökosystem und die erworbenen Vorzüge, die man während der Pandemie aufgebaut hat?

Eine Kennzahl, die ich nicht beachte

Ich bin zugegebenermaßen nicht in die HelloFresh-Aktie investiert. Trotzdem würde ich behaupten: Die operative Marge wäre eine Kennzahl, die ich auch dann nicht beachten würde. Mir ginge es primär darum, wie sich da Geschäft selbst entwickelt, ob Nutzer bleiben und die Häufigkeiten der Bestellungen. Qualität ist das entscheidendere Merkmal als die Quantität, und vor allem die Profitabilität.

Ansonsten ist man doch sehr kurzfristig orientiert und besitzt zumindest keine Investitionsthese, die langfristig und unternehmensorientiert ist.

Der Artikel HelloFresh-Aktie: Die operative Marge ist ein kurzfristiges Problem ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2022

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