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HAUPTSTADTGEFLÜSTER: Rätselhafte Wahlkampf-Ruhe um die Inflation

·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Stell Dir vor, die Teuerung kommt und die Deutschen bleiben gelassen. Energie-, Immobilien- und Verbraucherpreise ziehen an. Einige Experten mahnen schon vor einer Inflationsspirale. Doch trotz Wahlkampf fehlt eine breite Panikstimmung im Land.

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Das Inflations-Trauma der Deutschen ist legendär, ganze Bücher wurden schon damit gefüllt. Die Ursachenforschung führt ein Jahrhundert zurück zur Hyperinflation der 1920er Jahre, die das Elend nach dem Ersten Weltkrieg noch vertiefte. Manche sehen sie sogar als Wegbereiter des Nationalsozialismus. Auch die Preissteigerung der 1970er hinterließ Spuren im Sparvermögen der Nachkriegsgeneration. Die Angst sitzt tief.

Doch mysteriöserweise ist davon im Moment wenig zu spüren, obwohl der laufende Wahlkampf zu einer politisierten Debatte reichlich Anlaß böte. Im August versuchte die AfD kurz politisches Kapital daraus zu schlagen und holte zum Rundumschlag gegen EZB, Corona und Klimapolitik der Bundesregierung aus. Doch die Suada von Co-Fraktionschefin Alice Weidel verfing nicht; die AfD verharrt seit Monaten bei rund 11% in den Umfragen.

Am Wochenende versuchten nun weitere Politiker, auf den Zug aufzuspringen. FDP-Chef Christian Lindner warf der schwarz-roten Regierung vor, Treiber einer politisch verusachten Inflation zu sein und forderte die Einführung einer Inflationsbremse. Fast zeitgleich mahnte Friedrich Merz, Armin Laschets Quasi-Schattenminister für Wirtschaft und Finanzen, die Inflation drohe auf 4%, ja 5% zu steigen. Er empfahl seinem Spitzenkandidaten, das im TV-Triell SPD-Finanzminister Olaf Scholz in die Schuhe zu schieben.

Warum Laschet die Gelegenheit verstreichen ließ, ist nicht überliefert. Wenig Fantasie gehört hingegen zu der Vermutung, dass man im Frankfurter EZB-Turm das Ausbleiben einer Wahlkampf-befeuerten Inflationsdiskussion begrüßt: Präsidentin Christine Lagarde kommt Ruhe an dieser Front wohl kaum ungelegen.

(Dieser Kommentar spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung von Bloomberg LP oder deren Eigentümern wider. Birgit Jennen ist Reporterin bei Bloomberg News)

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