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HAUPTSTADTGEFLÜSTER: Was Laschet von Merkel lernen könnte

Arne Delfs
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Schleswig-Holsteins CDU-Ministerpräsident Daniel Günther zählt zum progressiven - manche würden sagen linken - Flügel seiner Partei. In der Flüchtlingskrise unterstützte er 2015 die unpopuläre Politik der Bundeskanzlerin und sinnierte auch schon mal über Bündnisse mit der Linkspartei, was in der CDU nicht unbedingt der eigenen Karriere förderlich ist.

Bei der anstehenden Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden setzt Günther - wenig überraschend - auf einen Sieg seines nordrhein-westfälischen Amtskollegen Armin Laschet, der ebenfalls den Modernisierern der Partei zugerechnet wird. Umso überraschender war Günthers jüngste Einlassung in einem TV-Interview mit Bloomberg, in dem er Sympathien für eine Kanzlerkandidatur von CSU-Chef Markus Söder erkennen ließ.

“Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, dass man sich auch auf einen CSU-Kandidaten verständigen kann”, sagte Günther. Söder habe der CSU wieder “ein deutlich größeres Gewicht” verliehen und es geschafft, “mit der CDU wieder an einem Strang zu ziehen”, lobte der Regierungschef des nördlichsten Bundeslandes seinen bajuwarischen Counterpart. Daher gebe es nicht mehr “diese Vorbehalte, die eine Zeitlang durchaus auch in der CDU vorhanden gewesen sind”, so Günther.

Solche Sätze von einem moderaten CDU-Spitzenpolitiker lassen aufhorchen. Sie zeigen, dass man auch dort - trotz aller Sympathien für Laschet - realistisch genug ist, aus den Umfragen die richtigen Schlüsse für den nächsten Kanzlerkandidaten der Union zu ziehen. Und da liegt Söder im jüngsten ARD-Deutschlandtrend bei CDU/CSU-Anhängern mit 75% deutlich vor Laschet, dem nur 25% eine Kanzlerkandidatur zutrauen. Damit fällt dieser deutlich hinter Friedrich Merz (43%) und sogar noch knapp hinter den als chancenlos geltenden Norbert Röttgen (27%) zurück.

Angesichts solcher Zahlen ist es nur verständlich, dass auch immer mehr CDU-Politiker zwar Laschet durchaus als neuen Parteivorsitzenden wählen würden, aber für den Posten des Kanzlerkandidaten den Chef der kleinen bayerischen Schwesterpartei für geeigneter halten. Denn am Ende zählt eben nur eines: der Erfolg an den Wahlurnen im Herbst 2021. Und da spricht momentan - jenseits aller parteipolitischen Vorbehalte - alles für Söder.

Bleibt nur die Frage, ob Laschet dieses Spiel mitmachen würde. Sollte er auf dem CDU-Parteitag am 4. Dezember zum neuen Vorsitzenden gewählt werden, wofür derzeit einiges spricht, hätte er bei der Entscheidung über den Kanzlerkandidaten am Ende das letzte Wort. Kaum gewählt, müsste er sich also wieder selbst entmachten. Die derzeitige Kanzlerin hat einst vorgemacht, wie das geht, als sie 2002 dem damaligen CSU-Chef Edmund Stoiber die Kandidatur überließ - um ihr Ziel dann drei Jahre später zu erreichen.

(Dieser Kommentar spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung von Bloomberg LP oder deren Eigentümern wider. Arne Delfs ist Reporter bei Bloomberg News.)

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©2020 Bloomberg L.P.