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HAUPTSTADTGEFLÜSTER: Einmal Corona-Nachsitzen, Deutschland!

Birgit Jennen
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Der Blick von außen auf Deutschlands Corona-Krisenmanagment ist ernüchternd. Noch im vergangenen Jahr wurde Bundeskanzlerin Angela Merkels Reaktion auf den Ausbruch der Pandemie als vorbildlich gepriesen. Der britische Premier Boris Johnson musste sich genauso an Deutschland messen lassen wie der damalige US-Präsident Donald Trump. Das als gut organisiert geltende Land war weltweit der Musterschüler.

Ein Jahr später ist alles anders. Deutschland muss nachsitzen und die Kommentatoren in den Nachbarländern wundern sich genauso wie viele Deutsche, was zwischen März 2020 und März 2021 eigentlich schief gelaufen ist. Die jüngsten Verhandlungen, in denen sich Bund und Länder bis tief in die Nacht über den nächsten Lockdown-Schritt stritten, zeigen, wo es hakt.

Nachdem man sich nach elfstündigem Gezerre auf eine Osterruhe einigen konnte, herrschte bei einigen Beteiligten immer noch Frust darüber, dass die Reise nach Mallorca erlaubt sein soll, während der heimische Osterurlaub ausfällt. Merkel und die Länderchefs müssen heute nochmal nachsitzen und das Paket wieder aufschnüren. Deutschland hat sich im Krisenmanagement verzettelt.

Vor einem Jahr haben Bund und Länder noch an einem Strang gezogen, in Rekordzeit milliardenschwere Hilfspakete geschnürt und einen Lockdown verhängt, weil allen nicht nur der Ernst der Lage bewusst war, sondern auch Einigkeit über die großen Linien herrschte: Ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems musste verhindert werden, genauso wie ein Kollaps der Wirtschaft.

Während sich in Deutschland die Gemüter am Urlaub auf Mallorca erhitzen, ist der einstige Hinterbänkler Großbritannien mit einer sinkenden 7-Tage-Inzidenz von derzeit 57 Neuinfektionen auf gutem Weg, die Krise in absehbarer Zeit hinter sich zu lassen. Denn anders als Deutschland hat sich Großbritannien letztendlich auf den einzig sicheren Weg aus der Krise konzentriert: die schnelle, breite Impfung.

Während Bund und Länder so sehr mit sich selbst und ihrem Zank über das jeweils bessere Konzept für den nächsten Lockdown-Schritt beschäftigt waren, haben sie den einzig gangbaren Weg aus der Krise - eine effektive Impfstrategie - als Nebensache behandelt und der EU und den Fachpolitikern überlassen. Deutschland handelte schnell und entschlossen zu Beginn der Krise, aber Bund und Länder haben den Kompass verloren. Der Weg aus der Krise wird zäh und beschwerlich.

(Dieser Kommentar spiegelt nicht notwendigerweise die Meinung von Bloomberg LP oder deren Eigentümern wider. Birgit Jennen ist Reporterin bei Bloomberg News)

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