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Hat Walt Disney das Schlimmste überstanden?

Daniel B. Kline

Walt Disney (WKN: 855686) wurde durch die Coronaviruspandemie empfindlich getroffen. Das Unternehmen war gezwungen, seine Freizeitparks, Resorts und Kreuzfahrtsparte zu schließen. Auch die Kinos blieben geschlossen. Das heißt, dass während der wichtigen Sommer-Blockbuster-Zeit kein Film ausgestrahlt werden konnte.

Das alles zusammengenommen war schlimm. Es führte dazu, dass der Gewinn pro Aktie im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2020 um 93 % auf 0,26 USD gegenüber 3,53 USD im letzten Jahr zurückging. Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens in Europa und Asien wurde während eines Großteils des zweiten Quartals beeinträchtigt. In den USA hingegen wurde das Geschäft gegen Ende des Zeitraums gestört.

Die Zahlen werden im dritten Quartal mit ziemlicher Sicherheit schlechter ausfallen. Die Geschäftsbereiche Freizeitparks und Filme bleiben geschlossen. Die gute Nachricht ist, dass Disney+ viel schneller als erwartet gewachsen ist. Doch insgesamt ergibt sich für Disney, zumindest kurzfristig, ein düsteres Bild.

Auf dem Weg in den Sommer gibt es einige positive Anzeichen für das Unternehmen. Für die US-Freizeitparks gibt es Eröffnungsdaten, und Mulan scheint im Juli ins Kino zu kommen. Das laufende Quartal wird schlimm werden. Aber das Schlimmste könnte für das House of Mouse vorbei sein.

Ist Disney bereit für ein Comeback?

„Auch wenn die COVID-19-Pandemie erhebliche finanzielle Auswirkungen auf eine Reihe unserer Geschäftsbereiche hatte, sind wir zuversichtlich, dass wir dieser Störung standhalten und aus ihr in einer starken Position hervorgehen werden“, sagte CEO Bob Chapek in der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal. „Disney hat immer wieder gezeigt, dass es außergewöhnlich robust ist. Das wird durch die Qualität unserer Geschichten und die starke Affinität der Verbraucher zu unseren Marken untermauert.“ Deutlich wird das in der außerordentlichen Resonanz auf Disney+ seit Einführung im vergangenen November.

Disney will seine Freizeitparks in Florida mit begrenzter Kapazität ab dem 11. Juli wieder eröffnen. Die Parks in Kalifornien folgen etwa eine Woche später. Außerdem wird man wieder Gäste in den Hotels willkommen heißen. Die Wiederaufnahme der NBA-Saison wird man in der ESPN Wide World Of Sports-Anlage in Florida ausrichten.

Mulan ist noch nicht durch, und der Erfolg des Films wird durch Kinos mit begrenzter Kapazität beeinträchtigt werden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Unternehmen den Film in gewisser Weise auch on demand anbieten wird. Dast ist ein Modell, das für eine Handvoll Filme einigermaßen erfolgreich war.

Die nächsten Monate werden für Walt Disney nicht leicht sein. Selbst wenn die Freizeitparks ausverkauft sind – bei halber Auslastung sind sie weniger profitabel. Und sie werden vielleicht nicht ausverkauft sein, da Touristen Zeit brauchen, um ihr Jahr zu planen. Doch auch wenn es sich nur um kleine Schritte handelt, sind es doch positive Schritte. Die sollten dem Unternehmen helfen, sein Geschäft wieder zu beleben.

Ist das Schlimmste für Disney wirklich vorbei?

Walt Disney steht noch vor vielen Herausforderungen. Doch es lässt sich mit Sicherheit sagen, dass – abgesehen von einer weiteren virusbedingten Schließung – das Schlimmste bereits eingetreten ist. Der Betrieb mit reduzierten Kapazitäten und die Vorführung von Filmen in halb leeren Kinos wird die Gewinne beeinträchtigen. Das alles ist aber immer noch besser als ein kompletter Shutdown.

Es wird lange Zeit (bis zum Ende der Pandemie) keine klaren Verhältnisse geben. Doch jeden Monat wird das Unternehmen weiter hochgefahren. Das sind sehr gute Nachrichten für Anleger. Die Kunden geben vielleicht weniger aus, sind vorsichtiger bei Reisen und im Allgemeinen zurückhaltender. Aber Disney hat wichtige erste Schritte unternommen, um wieder dorthin zurückzukehren, wo es einmal war.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Walt Disney. Daniel B. Kline besitzt Aktien von Walt Disney. Dieser Artikel erschien am 14.6.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020