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Wer hat im Orbit Vorfahrt? Experten beklagen mangelnde Regulierung bei zunehmendem Satellitenverkehr

"Wenn zwei Satelliten auf Kollisionskurs sind: Welcher weicht aus? Wer hat Vorfahrt? Es gibt keine Regeln dafür", sagt Bleddyn Bowen, Experte für Weltraumpolitik.

In den vergangenen 30 Jahren sind immer mehr private Akteure in diese ursprünglich öffentlich dominierte Industrie eingestiegen. Experten fordern daher eine stärkere Regulierung.

Zusammenarbeit privater Akteure mit staatlichen Agenturen hat zugenommen

Los ging es mit Satelliten. Heute sind private Unternehmen auch für die öffentliche Hand tätig. So etwa Space X, die Astronauten zwischen der Erde und der Internationalen Raumstation hin und her transportiert. Warum ist diese Zusammenarbeit so attraktiv?

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Philippe Willekens, Head of Communication bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA, erklärt es so:

"Es geht weniger um die Finanzierung. Es geht eher um die Geisteshaltung, das Mindset. Es geht darum, wie diese relativ neuen Akteure Projekte im All steuern und entwickeln. Sie sind die perfekte Ergänzung des staatlichen Sektors. Wir sind also nicht mehr allein."

Dennoch sind die meisten privaten Unternehmen Startups, die nicht mit staatlichen Agenturen zusammenarbeiten. Sie schicken vor allem Satelliten in den Orbit, damit diese Daten sammeln, zu Kommunikations- und Navigationszwecken. Es ist heute günstiger als früher. Deshalb steigt die Zahl der Wettbewerber."

Experte: mangelnde Regulierung im Weltall - keine Vorfahrtsregeln

Der Weltraumvertrag der Vereinten Nationen von 1967 legte den Grundstein für die Weltraumgesetze. Bleddyn Bowden zufolge sind sie jedoch zu weit gefasst... Und das hat zu ernsten Problemen geführt. Die Vorfahrt etwa, ist im Weltraum nicht geregelt.

"Leider gab es in der Vergangenheit Fälle, in denen sich die Raumfahrtbehörde mit privaten Unternehmen in Verbindung setzen musste, weil man sich auf Kollisionskurs befand. Das private Unternehmen ging aber nicht ans Telefon. Es gab überhaupt keine Reaktion. Also hat die staatliche Raumfahrtbehörde ihren Satelliten einfach auf den Weg gebracht", so Bleddyn Bowen. Es gebe also einige Probleme im Weltraum - und es werde in Zukunft wohl noch mehr davon geben, so Bowen.