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Hat Bitcoins großes Comeback begonnen?

Wie der Phönix aus der Asche ist Bitcoin seit Jahresbeginn emporgeschossen – und im Sog die Anlageklasse der Kryptowährungen in der Gesamtheit. Markiert die Trendwende den Beginn eines neuen Bullenmarkts?

Plötzlich wieder gefragt: der Bitcoin (Foto: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration)
Plötzlich wieder gefragt: der Bitcoin (Foto: REUTERS/Dado Ruvic/Illustration) (Dado Ruvic / reuters)

Totgesagte leben bekanntlich länger. Nach einem Jahr zum Vergessen, in dem Kryptowährungen belächelt, abgeschrieben und am Ende verlacht wurden, meldet sich die Anlageklasse 2023 explosionsartig zurück. Und das in einer Zeit, in der die großen Leitindizes auf Tauchstation gehen: Der Dax und S&P 500 haben den Großteil ihrer Gewinne seit Jahresbeginn abgegeben, der Dow Jones ist gar um 4 Prozent ins Negativterrain abgerutscht.

Komplett auf der Überholspur dagegen: Bitcoin! Die wertvollste Kryptowährung der Welt durchbrach Ende vergangener Handelswoche die Marke von 25.000, 26.000 und schließlich 27.000 Dollar binnen eines Handelstages und knackte am Wochenende gar die Marke von 28.000 Dollar.

Kryptowährungen erlebten 2022 Horror-Jahr

Es ist ein krasser Paradigmenwechsel zum vergangenen Jahr, als Kryptowährungen eine Krise nach der anderen zu überstehen hatten und immer weiter abstürzten. Der Stablecoin TerraUSD etwa erfüllte sein Stabilitätsversprechen nicht und crashte im vergangenen Frühjahr ins Bodenlose. Im Sommer folgte die Insolvenz des Celsius-Netzwerks.

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Ganz dick kam es unterdessen im Herbst, als mit FTX eine der bis dato größten Kryptobörsen der Welt pleiteging und wenig später Gründer Sam Bankman-Fried verhaftet wurde. Bitcoin stürzte im Sog der Pleite auf ein Mehrjahrestief bei 15.500 Dollar, während andere einst hoch gewettete Altcoins wie Solana einen 97-Prozent-Crash auf einstellige Kurse erlebten.

Bitcoin-Charts (Yahoo Finanzen)
Bitcoin-Charts (Yahoo Finanzen)

Bitcoin plötzlich auf 9-Monatshoch

Welch einen Unterschied indes wenige Monate machen können! Angekommen in 2023 befinden sich Bitcoin & Co. im totalen Rallyemodus: In den ersten elf Wochen seit Jahresbeginn hat die weiterhin kontrovers diskutierte, wertvollste Kryptowährung um bemerkenswerte 63 Prozent an Wert gewonnen.

Damit sticht Bitcoin sogar die sonst oftmals stärker haussierenden Altcoins aus, die zwar auch deutlich zugelegt haben, aber weniger als der Branchenprimus: Polygon notiert um 58 Prozent im Plus, Ethereum hat um 48 Prozent zugelegt, während Cardano und der Binance-Coin Kurszuwächse von 36 Prozent verbucht haben.

Silicon Valley Bank-Pleite befeuert Bitcoin-Comeback

Wie ist das überraschende Krypto-Comeback zu erklären? Zunächst einmal mit der Rückkehr des Risikoappetits in den ersten zwei Monaten des neuen Börsenjahres, in dem auch Technologieaktien eine Renaissance erlebten. Apple notiert seit Jahresbeginn etwa um 24 Prozent höher, Meta um 56 Prozent, während Tesla sogar um 67 Prozent zulegte.

Massiven Aufwind hat Bitcoin unterdessen in der vergangenen Woche durch ein Ereignis erfahren, das auf den ersten Blick wie eine schwere Belastung aussah: die Pleite der Silicon Valley Bank (SVB), die vor allem die Techindustrie und Kryptoszene zu ihren Kunden zählte. Doch statt in den Abwärtsstrudel zu geraten, schoss der Bitcoin allein in der vergangenen Woche, als die Schieflage der SVB zu einer neuen Bankenkrise zu werden drohte, um mehr als 40 Prozent nach oben – nämlich von weniger als 20.000 Dollar auf mehr als 28.000 Dollar.

Ist Bitcoin damit plötzlich der große Gewinner der Bankenkrise?

Wie ist die konträre Marktreaktion zu erklären? Von Marktteilnehmern wird das plötzliche Aufflackern der Bankenkrise, die Ende der Woche durch die Wirren um die Credit Suisse neue Dynamik gewann, offenkundig schon als Gamechanger im laufenden Zinszyklus betrachtet.

Die amerikanische Notenbank, so die Hypothese, könnte durch die jüngsten Turbulenzen gezwungen sein, die Zinsanhebungen eher zu beenden und gegebenenfalls schneller als noch vor Wochen erwartet die Zinsen gegen Ende des Jahres gar wieder senken zu müssen. Eine Rückkehr des leichten Geldes würde wiederum Risk-Assets wie Kryptowährungen befeuern.

Hat der neue Bullenmarkt begonnen?

Für notorische Befürworter der neuen Cyberdevisen reichen die starken Kurszuwächse der vergangenen Wochen offenbar bereits aus, um eine Trendwende zu konstatieren – vor allem, weil sich die Charttechnik auffällig verbessert und wichtige Widerstände durchbrochen wurden.

Schon wittern Bitcoin-Bullen neue Morgenluft und rufen den Beginn eines neuen Bullmarkts aus, der wiederum mit der vierjährigen Zyklentheorie korrespondieren würde. Demnach wechseln sich beim Bitcoin Bullen- und Bärenmärkte in Abhängigkeit des sogenannten „Halvings“ (der Vergütung für Bitcoin-Miner) etwa alle zwei Jahre ab. Den bisherigen Höchststand hatte Bitcoin bei 69.000 Dollar im November 2021 markiert.

Bitcoin-Bullen immer optimistischer

Der Tiefpunkt in den vergangenen Bärenmärkten wurde indes oftmals früher als nach zwei Jahren markiert. Glaubt man Krypto-Apologeten, könnte Bitcoin demnach die Talsohle bereits durchschritten haben und sich für einen Bullenlauf rüsten. „Wenn sich die Geschichte wiederholt, dürfte Bitcoin sein nächstes Top im Sommer 2025 aufstellen“, ist Krypto-Analyst Rekt Capital schon etwas weiter.

Der renommierte Venture Capitalist, Tech-Gründer und Bestsellerautor Balaji Srinivasan machte am Wochenende gar die aufsehenerregende Prognose, dass die Welt vor dem Ausbruch einer Hyperinflation stehe und Bitcoin binnen 90 Tagen auf die Marke von einer Million Dollar schießen könnte.

Viele Bitcoiner, die 2021/22 zu höheren Kursen gekauft haben, wären wohl schon mit der Fortsetzung des Aufwärtstrends zufrieden...