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Wie Harvard-Genetiker George Church mithilfe einer Biotech-Firma das ausgestorbene Wollhaar-Mammut wiederbeleben will

·Lesedauer: 3 Min.
Colossal-Chef Ben Lamm und George Church.
Colossal-Chef Ben Lamm und George Church.

Das Wollhaarmammut stellt die letzte Entwicklungsstufe der riesigen ausgestorbenen Elefanten-Art, des Mammuts, dar. Bis vor 3.700 Jahren streiften Exemplare dieses Tiers noch durch die eurasischen und amerikanischen Steppen. Die Aufmerksamkeit des Harvard-Genetikers George Church erregte das Mammut erstmals auf der Weltausstellung 1964. Church starrte ehrfürchtig auf eine Rekonstruktion des haarigen Säugetiers, wie er sich kürzlich in einem Interview erinnerte. Jetzt, mehr als ein halbes Jahrhundert später, will der 67-jährige Biologe die Spezies wiederbeleben.

Seine Forschung bekommt nun einen neuen Schub, da ein neuer Partner mit Churchs Labor an der Harvard Universität zusammenarbeitet. Das Biotech-Unternehmen Colossal stellt 15 Millionen US-Dollar Startkapital und 19 Vollzeitmitarbeiter zur Verfügung. Colossal hat seinen Sitz in Dallas, plant dazu die Eröffnung eines Büros in Austin und eines eigenen Labors in Boston. Obwohl die Forschung weit von einer Realisierung entfernt sei, sagt Church, dass die größte Herausforderung des Projekts seit seinen Anfängen Mitte der 2000er-Jahre immer die Finanzierung gewesen sei – bis jetzt.

„Seitdem sind wir ständig nur im Kampf ums Überleben“, sagte er und fügte hinzu, dass 100.000 US-Dollar vom milliardenschweren Risikokapitalgeber Peter Thiel die Arbeiten über Jahre am Laufen gehalten hätten, bis Colossal auftauchte. Aktuell untersucht und bearbeitet Churchs Team die Gene des asiatischen Elefanten, um einen Mammut-Elefanten-Hybriden zu entwickeln. Die ersten Kälber sollen demnach in vier bis sechs Jahren aufgezogen werden, wie Colossal-Chef Ben Lamm zu Business Insider sagte.

Seit 15 Jahren arbeitet Church an dem Projekt

Illustration eines Wollhaar-Mammuts.
Illustration eines Wollhaar-Mammuts.

Church habe Mitte der 2000er Jahre erstmals darüber nachgedacht, die ausgestorbene Spezies zurückzubringen. Er sprach mit Nicholas Wade, damals Wissenschaftsjournalist der "New York Times", darüber, wie neues genetisches Wissen über Mammuts genutzt werden könnte. Beim Durchdenken der Idee, so Church, habe er sich eine Frage aus dem Filmklassiker "Jurassic Park" gestellt: Sollten wir etwas tun, nur weil wir es können? In dem Film erwecken die Wissenschaftler Dinosaurier wieder zum Leben – mit katastrophalen Folgen. Doch für Church gab es nur eine Antwort auf die Frage. Er wollte sich der Herausforderung stellen.

Seither entwickelt Church seinen Plan namens "Woolly Mammoth Revival". Er freundete sich mit Nikita und Sergey Zimov an, den russischen Wissenschaftlern, die den "Pleistozän-Park" gegründet hatten, ein riesiges Naturschutzgebiet im Nordosten Sibiriens. Die Idee ist nun, in diesem Park ein Rudel Mammut-Elefanten-Hybride in freier Wildbahn auszusetzen und sie dort zu überwachen. Das Projekt könnte im Erfolgsfall helfen, den Klimawandel zu bekämpfen. Denn die Mammuts könnten arktisches Grasland revitalisieren, so der Forscher.

Der Arbeitsaufwand für dieses Ziel ist immens. Churchs Labor möchte die Elefanten-Mammut-Hybride selbstständig züchten. Der Genetiker räumt ein, dass die Züchtung dieser Tiere außerhalb des Körpers ein beispielloser wissenschaftlicher Sprung wäre – allerdings nicht unmöglich. Das Labor will zuerst Tests mit Mäusen durchführen, bevor Elefanten eingesetzt werden, heißt es.

Der Geschäftsplan der Firma Colossal ist vage. Unternehmenschef Lamm sagte, dass der Fokus derzeit nicht darauf liege, Geld zu verdienen. Das Unternehmen habe eine exklusive Lizenz mit Harvard, um die Technologien zu kommerzialisieren, die mit Churchs Labor für dieses Projekt entwickelt würden. Die Startfinanzierung in Höhe von 15 Millionen US-Dollar kam von Investoren wie dem Milliardär Thomas Tull, Draper Associates, Winklevoss Capital und dem Motivationsredner Tony Robbins. Lamm vergleicht das Projekt gerne mit der Apollo-Weltraummission. Ob diese im wörtlichen Sinne Mammut-Aufgabe gelöst werden kann und dadurch am Ende vergleichbar hoher technologischer Fortschritt wie bei der Weltraummission entstehen wird, bleibt abzuwarten.

Dieser Artikel wurde von Klemens Handke aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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