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"Handelsblatt" steuert Internetseite künftig nachts aus New York

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Düsseldorf (dapd). Nachrichten für Deutschland, geschrieben im Big Apple: Das "Handelsblatt" hält sein Internetangebot ab Januar stundenweise von New York aus aktuell. Wenn hierzulande alles schläft, haben in einem neuen Newsroom in der US-Metropole deutsche Journalisten die Nachrichtenlage weiter im Blick, wie "Handelsblatt Online"-Chefredakteur Oliver Stock der Nachrichtenagentur dapd in Düsseldorf sagte. Etwa 15 Kollegen sollen vorwiegend für die Website und die mobilen Angebote arbeiten. Das Modell könnte Schule machen - denn Online-Leser erwarten auch am frühen Morgen Informationen, die so frisch sind wie ihr morgendlicher Kaffee.

Chefredakteur Stock und sein Team (NYSE: TISI - Nachrichten) haben den Schritt nach New York in den vergangenen Monaten vorbereitet - nun ziehen teilweise auch Kollegen von der Düsseldorfer Zentrale der Wirtschaftszeitung in die Millionenstadt um. Dort übernehmen sie das Ruder, während in Deutschland wegen der sechs Stunden Zeitverschiebung die Nacht anbricht: "Wir denken daran, dass diese Mannschaft die Kerntruppe ist, die nicht nur unsere deutschen Portale nachts steuert, sondern irgendwann auch in der Lage ist, eine Art digitalen 'Reader's Digest' des Handelsblatts auf Englisch herauszugeben", sagte Stock. "Reader's Digest" ist ein US-Magazin, das traditionell Artikel von hohem Leserinteresse aus diversen Quellen zusammenfasst.

Neue Arbeitsplätze trotz Zeitungskrise

Während die Branche über eine tiefe Krise klagt, herrscht in Düsseldorf Optimismus. Das "Handelsblatt" stellt Journalisten ein, weil das digitale Angebot weiter wachsen soll: "Das geht nicht ohne neue Kolleginnen und Kollegen, entweder dort - oder hier, wo sie die ersetzen, die künftig in New York sitzen", sagte Stock.

Sein Verlagshaus ist allerdings auch in einer vergleichsweise komfortablen Position: Seit zwei Wochen ist das "Handelsblatt" nahezu unangefochten die Nummer Eins im aktuellen Geschäft mit Wirtschaftsnachrichten. Nach dem Ende der finanziell angeschlagene "Financial Times Deutschland" wittert das Blatt aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt die Chance, sich weitere Marktanteile zu sichern. Sein Verlag kaufte kurzerhand die Daten der mehr als 41.000 Abonnenten der "FTD". Diese erhielten direkt nach der Einstellung der Zeitung zum Kennenlernen eine Ausgabe des einstigen Konkurrenzblattes.

Schweizer Internetportal wird aus Hongkong aktualisiert

Die Idee, Mitarbeiter in anderen Zeitzonen zu postieren, setzt die Schweizer Nachrichtenseite 20minuten.ch bereits seit Sommer 2011 um. Seitdem werden im Sechs-Wochen-Rythmus Mitarbeiter von Zürich nach Hongkong entsendet, um dort das Portal aktuell zu halten, während die Schweiz schläft. "Die Seite soll um 5.00 Uhr morgens frisch aussehen", sagte der stellvertretende Chefredakteur Franz Ermel.

Ihr Hongkong-Redakteur trage für Stunden die Verantwortung für das gesamte Portal. Noch vor wenigen Jahren sei 20minuten.ch eine typische Büro-Seite gewesen, die Leute vom Schreibtisch aus aufriefen, sagte Ermel. "Aber durch die Smartphone-Revolution hat sich das extrem geändert." Zwei Drittel der Besucher kämen mittlerweile mit dem internetfähigen Handy oder dem mobilen Tablet-Computer auf die Seite. "Die Leute lesen uns frühmorgens um 5.30 Uhr oder auch um 1.00 Uhr in der Nacht."

(20minuten.ch im Juli 2011 zu ihrem Hongkong-Redakteur: http://url.dapd.de/JtZhu5 )

dapd

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