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Hamburger Hafen verfehlt Umschlagsziele deutlich

Hamburg (dapd). Der Hamburger Hafen leidet unter der Konsumschwäche in Europa und der schwächeren Wirtschaftslage in China: Nur noch 8,9 Millionen Container wurden an der Elbe umgeschlagen, 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit ist der Hafen mehr als eine Million Container von früheren Höchstmarken entfernt. Für das laufende Jahr erwartet die Hafen-Marketinggesellschaft nur dann ein Wachstum, wenn sich Europa und China erholen. Für das erste Quartal sei man "vorsichtig optimistisch", sagte Marketingchefin Claudia Roller am Montag.

2011 war der Hafen noch um 9 Prozent gewachsen, 2012 wollten die Betriebe ursprünglich ein Plus von 6 Prozent einfahren. Trotz des Rückgangs ist Hamburg immer noch der zweitgrößte Hafen Europas nach Rotterdam.

Hamburg litt vor allem unter fehlenden Importen: Während der Export über Hamburg um 1,9 Prozent zulegte, sank der wesentlich wichtigere Import um 3 Prozent. Vor allem Lieferungen aus China kamen nicht, hier fiel der Umschlag um zwölf Prozent. Asien bringt mehr als die Hälfte des Umschlags in Hamburg. Die sogenannte Spitzensaison im Spätsommer fiel praktisch aus. Im August/September/Oktober kommt traditionell die meiste Umschlagmenge aus China in Hamburg an, ein großer Teil davon ist Ware für das Weihnachtsgeschäft.

Dagegen legten Umschläge mit Fahrtzielen in Europa und Amerika deutlich zu. In Europa sind es vor allem Russland und Polen, wohin mehr Schiffe fuhren.

Der Hamburger Wirtschaftssenator Frank Horch äußerte die Hoffnung, dass die Vertiefung der Fahrrinne der Elbe schnell kommen werde. Er habe Signale des Bundesverwaltungsgerichts für ein zügiges Verfahren. Umweltverbände hatten gegen die Vertiefung geklagt. Reeder und Umschlagsbetriebe fordern die Vertiefung, weil immer mehr Riesenschiffe in Betrieb gehen, die Hamburg wegen der flachen Elbe nicht voll beladen erreichen können.

Die staatliche Hafenbehörde setzt unterdessen beim Transport der Container an Land immer mehr auf die Bahn.

dapd