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Hamburg überschreitet mit 125 Neuinfektionen kritischen Grenzwert

·Lesedauer: 3 Min.

HAMBURG (dpa-AFX) - In Hamburg haben die Corona-Infektionen erstmals seit Mitte April wieder den sogenannten Inzidenzwert von 35 überschritten. Mit 125 neuen Ansteckungen am Donnerstag kletterte der von der Gesundheitsbehörde errechnete Wert auf 36,1, wie sie mitteilte (Stand: ca. 12.00 Uhr). Er gibt die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner an. Am Mittwoch hatte er noch bei 34,1 gelegen.

Damit werden strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wahrscheinlicher. Diese sollen nach einer neuen Regel schon ergriffen werden, wenn der Inzidenzwert drei Tage lang über der 35er-Marke liegt, wie der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Erst wenn der Wert dann für drei Tage die Zahl 35 unterschreitet, könne es Lockerungen geben.

Bislang galt ein Inzidenzwert von 50 als Grenze, ab dem spätestens schärfere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Bislang stand lediglich fest, dass ab der Schwelle 35 in Hamburg Fußballspiele nur noch vor maximal 1000 Zuschauern stattfinden dürfen und ab einem Wert von 50 Feiern im privaten Rahmen auf höchstens 10 Teilnehmer und in angemieteten Räumen auf höchstens 25 Teilnehmer beschränkt werden. Der Senat bereite je nach epidemiologischer Analyse des Geschehens weitere geeignete Maßnahmen vor, sagte Helfrich, ohne Einzelheiten zu nenen.

Nach dpa-Informationen wollten Senatoren und Staatssekretäre am Donnerstag über schärfere Einschränkungen beraten. Ob diese nur vorbereitet oder schon für den Fall der Drei-Tage-Überschreitung beschlossen und bekanntgemacht werden, blieb zunächst unklar.

Am Mittwoch hatte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann bereits schärfere Maßnahmen für die Gastronomie ähnlich wie in Berlin in Aussicht gestellt. Zugleich appellierte er gemeinsam mit dem Hotel- und Gaststättenverband an Gastronomen und Gäste, die geltenden Corona-Regeln einzuhalten. "Vor allem können wir damit verschärfte Regeln vermeiden - wie eine mögliche Sperrstunde, ein Alkoholverbot oder eine deutliche Reduzierung der gleichzeitig anwesenden Gäste."

Auch in der Industrie wächst die Sorge vor einem zweiten Lockdown. Der Vorsitzende des Hamburger Industrieverbands (IVH), Matthias Boxberger, appellierte an Bevölkerung und Behörden, alles zu unternehmen, um ein erneutes Corona-bedingtes Herunterfahren wichtiger Wirtschafts- und Lebensbereiche zu verhindern. "Ein zweiter Lockdown hätte für die sich langsam wieder erholende deutsche Wirtschaft fatale Auswirkungen."

Entsprechend eindringlich appellierte Boxberger: "Masken tragen, Abstand halten und die Auflagen einhalten: Das kann und muss jede Hamburgerin und jeder Hamburger zur Bewältigung der aktuellen Situation beitragen." Den Senat forderte er auf, "die nötigen Maßnahmen weiterhin mit aller Konsequenz durchzusetzen und zu kontrollieren".

Hamburg legt seit Ende September einen selbst errechneten Inzidenzwert zugrunde, nachdem es immer wieder zu Abweichungen mit dem vom Robert Koch-Institut (RKI) genannten Wert gekommen war. Auch am Donnerstag gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz für Hamburg nur mit 27,1 an.

Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie bestätigten Infektionen erhöhte sich auf 8668. Etwa 6900 Infizierte können nach RKI-Schätzung inzwischen als genesen angesehen werden. In Hamburger Krankenhäusern wurden 59 Covid-19-Patienten behandelt, zwei mehr als am Vortag. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen blieb unverändert bei zwölf.

Bislang starben nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf 241 Menschen in Hamburg an Covid-19. Die Zahl blieb auch am Donnerstag unverändert. Das RKI nannte für Hamburg 276 Tote, zwei mehr als am Vortag.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde lässt alle gestorbenen Corona-Patienten obduzieren. Das Institut für Rechtsmedizin zählt auf dieser Grundlage dann sämtliche Fälle, bei denen jemand einer Covid-19-Erkrankung erlegen ist. Das RKI zählt alle Personen, die im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion gestorben sind.