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Hacker und Spione: Studie zeigt, welche Länder im Cyberraum am stärksten sind

·Lesedauer: 4 Min.
Ein Hacker der chinesischen Gruppe Red Hacker Alliance beobachtet im August 2020 weltweite Cyberattacken in einem Büro in Chinas Provinz Guangdong.
Ein Hacker der chinesischen Gruppe Red Hacker Alliance beobachtet im August 2020 weltweite Cyberattacken in einem Büro in Chinas Provinz Guangdong.

Der Deutsche Bundestag war ein Ziel, die Demokratische Partei in den USA, die Düsseldorfer Universitätsklinik wurde angegriffen, ebenso wie eines der größten Pipeline-Unternehmen in den USA: Spionage und Hackerangriffe im Cyberspace haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Zum einen, weil kriminelle Hackergruppen mit Erpressungsversuchen auf Beutezug gehen. Zum anderen, weil staatliche Akteure — vor allem China, Russland, der Iran und Nordkorea — demokratische Staaten und ihre Institutionen im Cyberspace angreifen.

Letzterer ist somit zu einem neuen Schlachtfeld in internationalen Konflikten geworden. Einem, auf dem zwar kein Blut vergossen wird, aber auf dem es dennoch um Sicherheit geht: die von Demokratien, von kritischer Infrastruktur, und letztlich von Bürgern und Menschen. Die Frage, wer die stärkste Macht im Cyberraum ist, ist also von großer Bedeutung. Experten des International Institute for Strategic Studies haben nun einen Bericht vorgelegt, in dem sie die Cyberfähigkeiten von 15 der aktivsten Staaten weltweit miteinander vergleichen.

Das Ergebnis: Nicht Russland, das wegen Hackerangriffen auf andere Länder immer wieder in die Schlagzeilen gerät, ist das mächtigste Land in der Cyberwelt. Auch nicht China, das Milliardensummen in seine Cyberfähigkeiten investiert und Schätzungen zufolge eine bis zu 100.000 Personen starke Hackerarmee beschäftigt.

Es sind die USA, mit Abstand.

Weder China noch Russland können im Cyberraum mit den USA mithalten

Die 15 Länder, deren Cyberfähigkeiten die IISS-Experten analysiert haben, können in vier Gruppen unterteilt werden. Da sind zum einen USA, Großbritannien, Kanada und Australien — allesamt Mitglieder der Geheimdienstallianz Five Eyes. Drei weitere Länder können als enge Verbündete der Five Eyes betrachtet werden: Frankreich, Israel und Japan. Mit China, Russland, dem Iran und Nordkorea hat das IISS die Länder untersucht, die von den Five Eyes als Bedrohungen im Cyberraum wahrgenommen werden. Zuletzt haben die Experten auch vier "Entwicklungsländer" im Cyberraum untersucht: Indien, Indonesien, Malaysia und Vietnam. Deutschland fehlt im Ranking, erst Ende des Jahres will das IISS einen Bericht über die Cyberfähigkeiten der Bundesrepublik veröffentlichen.

Um die Fähigkeiten der für den aktuellen Report untersuchten Länder einzuschätzen, hat das IISS sieben Kategorien erstellt, auf die hin die Länder analysiert wurden:

  • Was ist die Strategie und Doktrin, nach der ein Land im Cyberbereich agiert?

  • Wie gut sind die Strukturen und Hierarchien in Sachen Cyber in der Regierung und dem Militär eines Landes?

  • Wie gut ist ein Land darin, Bedrohungen und Angriffe im Cyberspace zu entdecken und zu verstehen?

  • Wie souverän oder abhängig ist ein Land im Cyberspace?

  • Wie gut ist ein Land in der Lage, sich gegen Cyberangriffe zu verteidigen und deren Folgen zu beheben?

  • Wie viel internationalen Einfluss hat ein Land beim Thema Cybersicherheit? Nimmt es eine globale Führungsrolle ein?

  • Wie gut sind die offensiven Cyberfähigkeiten eines Landes? Wie gut ist es darin, Hackerangriffe selbst durchzuführen und damit Schaden anzurichten?

Nur ein Land überzeigte die IISS-Analysten in allen Kategorien: Sie sehen die USA als absolute Weltspitze im Cyberbereich an. Ein Level dahinter sehen sie Länder wie China, Russland, Israel oder Großbritannien, die zwar in einigen Kategorien, aber nicht in allen mit den USA mithalten können. Zuletzt folgen Länder wie Indien, der Iran, Nordkorea oder Japan, die zwar gewisse Stärken im Cyberbereich haben, aber auch viele Schwächen.

China bräuchte laut Studie zehn Jahre, um die USA im Cyberraum einzuholen

Die IISS-Analysten begründen die Dominanz der USA im Cyberbereich vor allem mit dem "digital-industriellem Komplex", den es in den Vereinigten Staaten gebe — also der Verbindung von Universitäten, Forschungsinstituten, Firmen und staatlichen Institutionen im Cyberbereich. "Die digital-industrielle Überlegenheit der USA, auch in Verbindungen mit Beziehungen zu ihren Alliierten, wird vermutlich noch mindestens zehn Jahre andauern", schreiben die Autoren.

Das habe zum einen den Grund, dass die USA ihrem größten Rivalen China "im Bereich hoch-entwickelter Cyber-Technologien und ihrer Nutzung für ökonomische und militärische Macht" weit voraus seien. Zum anderen hätten die USA und ihre Verbündeten seit 2018 gezielt darauf hingearbeitet, Chinas Zugang zu westlichen Technologien im Cyberbereich zu limitieren — und damit die Entwicklung eigener Hochtechnologien durch die Volksrepublik verlangsamt.

"China hat das Potenzial, zur USA an der Weltspitze aufzuschließen", heißt es im IISS-Bericht. Aber damit das gelingt, müsse das Land zunächst einen cyber-industriellen Komplex aufbauen, der es mit dem der USA aufnehmen könnte: "Dazu müsste die Zusammenarbeit zwischen Forschung, Industrie und Regierung sehr viel produktiver werden." Zum anderen müsse die Volksrepublik grundsätzliche Rückstände beim Thema Cybersicherheit aufholen — und beweisen, dass es mit anderen Staaten im Cyberbereich zusammenarbeiten kann.

Die Frage, ob es der USA weiter gelingt, China international zu isolieren, und wie China auf diese Strategie reagieren wird, bestimmt laut dem IISS über die zukünftige Machtverteilung im Cyberraum.

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