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„Wir haben richtig geblutet“: Dieser Gründer scheiterte trotz Millionenumsatz – und gründete trotzdem nochmal

Janik Nolden ist der Gründer des Solar-Startups Solago.  - Copyright: Solago GmbH
Janik Nolden ist der Gründer des Solar-Startups Solago. - Copyright: Solago GmbH

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Bei Janik Nolden scheint aktuell die Sonne – zumindest im übertragenden Sinne. Sein Solar-Startup Solago hat 2023 einen netto Umsatz von zwölf Millionen Euro eingefahren. In diesem Jahr soll sich der Umsatz auf 30 Millionen Euro mehr als verdoppeln, wie er uns sagt. Der Verkauf der Solaranlagen und Balkonkraftwerke boomt. Doch Nolden hat als Unternehmer auch andere Zeiten erlebt. Mit seinem Startup Heydrate, das er während des Studiums gegründet hat, ist er gescheitert: „Wir haben richtig geblutet. Ich wusste nicht, wie ich meine Miete bezahlen soll.“

Sein erstes Unternehmen hat er zusammen mit Julian Dienst 2019 ins Leben gerufen. Über Heydrate haben sie Getränkegeschmackssorten als Pulver und Sirup verkauft. Für die jungen Gründer ging es schnell bergauf. Sie konnten einen siebenstelligen Umsatz einfahren, wie er uns erzählt. „Das war schon cool, aber am Ende nicht profitabel“, erinnert sich Nolden. „Unser Produkt wurde vom Markt nicht so angenommen, dass wir nachhaltig wirtschaften konnten.“

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Er habe damals viele Fehler gemacht. Sein größtes Learning: „Ich würde immer ein Geschäft aufbauen, das von Anfang an profitabel funktioniert und nicht nur auf Investoren und dauerhaft neue Finanzierungsrunden angewiesen ist.“ Insgesamt habe Heydrate eine halbe Million Euro aus Finanzierungen erhalten. Nach knapp vier Jahren war Schluss. Es sei eine schwere Zeit für ihn gewesen. Seinen Master habe er für das Startup abgebrochen. Er und sein Co-Gründer Dienst haben alles auf eine Karte gesetzt: Solago.

Gründer startet mit 10.000 Euro sein zweites Startup

Das Solar-Startup haben sie 2022 noch während das Geschäft mit Heydrate lief gegründet. „Wir haben das Unternehmen gestartet, als wir uns selbst bei Heydrate kein Gehalt mehr auszahlen konnten. Unsere Idee war, das nebenbei zu machen, um uns über Wasser zu halten. Wir sind nicht davon ausgegangen, das Solago unser Vollzeitjob wird.“

Mit ihrem Co-Gründer und Bekannten Kevin Malek hatten sie bereits jemanden an Bord, der Erfahrung im Solar-Geschäft und daher auch Kontakte sowie gute Einkaufspreise hatte, so Nolden. Finanziert haben sie sich anfangs – wie heute auch noch – aus dem eigenen Cashflow. Insgesamt seien sie mit 10.000 Euro gestartet – teilweise von der Oma oder den Eltern geliehen, erzählt der Gründer.

Zu Beginn haben sie sich auf den Verkauf von Balkonkraftwerken fokussiert. Alles in Eigenregie: „Ich habe am Anfang selber den Telefonsupport gemacht. Teilweise hatten wir 200 Anrufe am Tag auf dem Privathandy. Gleichzeitig mussten wir die Kunden im Laden betreuen, wir hatten einen richtigen Stau auf unserem Innenhof."

Solar-Erlebniswelt auf 1.700 Quadratmetern für die Kunden

Von der Konkurrenz habe das Unternehmen die Online-Optimierung auf SEO und Conversions unterschieden. Das Nutzererlebnis wurde in den Vordergrund gestellt. Mittlerweile reicht das Angebot bei Solago von Mini-Solaranlagen bis hin zur Planung und Installation von Photovoltaikanlagen für Privathäuser und große Gewerbeobjekte – mit eigenen Installationstrupps und Elektrikern. Das Startup bietet zudem einen Solargroßhandel an. Die Produkte selbst stellen sie nicht her, sondern kaufen bei den Händlern ein.

„Es gibt andere Anbieter, die ähnliche Produkte wie wir verkaufen. Doch gerade durch unseren Kundenservice machen wir Menge“, erklärt Nolden. Online gibt es verschiedene Erklärvideos, die den Kunden die Produkte näherbringen. An drei Standorten können sich die Kunden dann selbst überzeugen, wie in einem Möbelhaus für Solaranlagen. Nolden sagt: „Außer auf einem Hausdach haben viele Menschen noch nie ein Solarmodul wirklich von Nahem gesehen. Wir wollten das ändern.“

Die Solago-Gründer in ihrer Erlebniswelt in Hilden.  - Copyright: Solago GmbH
Die Solago-Gründer in ihrer Erlebniswelt in Hilden. - Copyright: Solago GmbH

Highlight ist die Erlebniswelt Solago City in Hilden. Nolden selbst bezeichnet sich als Bürgermeister des Hauptstandorts. Hier sind auf 1.700 Quadratmetern neben den Produkten auch Ausstellungshäuser, ein Planungsbüro und ein Cafe beheimatet. Auf die Frage, wann die Solago-Achterbahn kommt, muss Nolden lachen: „Es ist aber tatsächlich so, dass die Leute teilweise hunderte Kilometer fahren, um sich vor Ort die Ware anzugucken und abzuholen.“

Aktuell plane Nolden die Erweiterung des 30-köpfigen Teams und stellt ein. Der nächste Schritt sei eine App, die im zweiten Quartal fertig werden soll. Damit soll das Energiemanagement im Haushalt mit dynamischen Stromtarifen ermöglicht werden.