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Sie haben ein Ebay für Kühe programmiert

·Lesedauer: 2 Min.
Florian Aspalter und Wolfgang Schüssel (v.l.) wollen Landwirten mit ihrer App beim Verkauf von Tieren helfen.
Florian Aspalter und Wolfgang Schüssel (v.l.) wollen Landwirten mit ihrer App beim Verkauf von Tieren helfen.

Die Nutzung von Apps für ganz alltägliche Dinge gehört zur Normalität vieler Menschen, so gibt es kaum etwas, das sich online nicht erledigen lässt – über digitale Notizbücher bis zum wöchentlichen Großeinkauf. Kühe kann man bisher jedoch nicht so einfach per App kaufen, obwohl das zum Alltag vieler Landwirte gehört. Der Bedarf einer effizienten Lösung sei besonders unter jungen Bauern groß, wie die Gründer des Startups Viehworld im Gespräch mit Gründerszene berichten. Gemeinsam haben sie ein „Ebay für den Handel von Rindern“ entwickelt.

Über die App sollen Landwirte die Kühe ersteigern oder verkaufen können. Auf der Plattform können Verkäufer relevante Angaben zum Tier machen und Fotos sowie Videos hochladen. Mitgliedsbeiträge oder Grundgebühren müssen Nutzer der App nicht bezahlen. Geld verdient das Startup hingegen mit Provisionen von fünf Prozent des Verkaufspreises. Verkauft ein Landwirt seine ausgewachsene Kuh etwa für 1.500 Euro, verdient das Startup 75 Euro. Die Verkaufspreise für Kühe können stark variieren, da sie sich aus mehreren Faktoren zusammensetzen, wie etwa der Abstammung oder Leistungsfähigkeit eines Tieres.

App bewahrt Tiere vor Krankheiten

Mit der App können Landwirte ihre Rinder also aus dem eigenen Stall heraus zum Verkauf anbieten. Dadurch sparen sie nicht nur den aufwendigen Transport der Rinder zu Auktionsveranstaltungen. Auch gesundheitlich hat das Angebot Vorteile, wie Tierarzt und Viehworld-Gründer Wolfgang Schießl betont. Zu oft würden Rinder auf solchen Veranstaltungen erkranken. „Es kann nicht sein, dass ein moderner Landwirt dieses Risiko noch eingehen muss“, so Schießl.

Darüber hinaus könnten Landwirte mit der digitalen Lösung viel Zeit und Geld sparen. Traditionelle Versteigerungen, also der An- und Verkauf in Präsenz, könne Landwirte etwa drei Tage kosten – von der kostenpflichtigen Anmeldung über die Vorbereitung der Tiere bis hin zum Transport in die Versteigerungshalle. Das stelle viele landwirtschaftliche Betriebe aufgrund von Personalmangel sowohl vor zeitliche als auch finanzielle Probleme. „Manche Landwirte nehmen für Auktionen lange Wege auf sich, obwohl sie ihr Rind auch hätten direkt an einen Landwirt aus dem Nachbarort verkaufen können“, erklärt Schießl, der mit seiner App dieses Problem lösen will.

Handel via App soll bald auch in Deutschland möglich sein

Der Tierarzt hat das Startup im April 2021 mit seinen Co-Gründern Florian Aspalter, der sich als Landwirt und gelernter Bänker um die finanziellen Angelegenheiten kümmert und Mario Fraiß, dem technischen Kopf der Gruppe, gegründet. Seit dem Launch der App im September haben sich rund 1.100 Landwirte aus Österreich registriert, so Aspalter. 50 Nutzer haben bereits ein Tier über die Plattform verkauft. Noch in diesem Jahr soll sich die App für den Handel mit Schafen und Ziegen öffnen. Zudem will das Wiener Startup seinen Dienst bis Ende des Jahres auch nach Deutschland bringen. Die Expansion in weitere europäische Länder ist für die darauffolgenden Jahren geplant, so das Gründerteam.

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