Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    12.114,36
    +138,81 (+1,16%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.318,20
    +39,16 (+1,19%)
     
  • Dow Jones 30

    28.725,51
    -500,10 (-1,71%)
     
  • Gold

    1.668,30
    -0,30 (-0,02%)
     
  • EUR/USD

    0,9801
    -0,0018 (-0,19%)
     
  • BTC-EUR

    19.663,94
    -163,20 (-0,82%)
     
  • CMC Crypto 200

    443,49
    +0,06 (+0,01%)
     
  • Öl (Brent)

    79,74
    -1,49 (-1,83%)
     
  • MDAX

    22.370,02
    +578,99 (+2,66%)
     
  • TecDAX

    2.670,82
    +63,36 (+2,43%)
     
  • SDAX

    10.522,69
    +261,29 (+2,55%)
     
  • Nikkei 225

    25.937,21
    -484,84 (-1,83%)
     
  • FTSE 100

    6.893,81
    +12,22 (+0,18%)
     
  • CAC 40

    5.762,34
    +85,47 (+1,51%)
     
  • Nasdaq Compositive

    10.575,62
    -161,89 (-1,51%)
     

Ich habe zwei Monate in einem Van gelebt – hier sind 9 Dinge, die mich gestört haben

Unsere Autorin ist aus ihrer Wohnung ausgezogen, um im Van zu leben. - Copyright: Petrina Darrah
Unsere Autorin ist aus ihrer Wohnung ausgezogen, um im Van zu leben. - Copyright: Petrina Darrah

Ich bin Neuseeländerin und habe während der Pandemie gelernt, Inlandsreisen zu schätzen.

Unsere Autorin war die ganze Zeit in ihrem Van in der Nähe der Berge. - Copyright: Petrina Darrah
Unsere Autorin war die ganze Zeit in ihrem Van in der Nähe der Berge. - Copyright: Petrina Darrah

Nachdem ich während der landesweiten Lockdowns in Neuseeland in einer WG in Auckland gewohnt hatte, zog ich im März 2022 in mein Mazda MPV Wohnmobil, um durchs Land zu reisen.

Zu dieser Zeit arbeitete ich als Autorin für eine Forschungsagentur. Arbeiten durfte ich von überall.

Ich träumte von der Freiheit, die das Leben auf der Straße mit sich bringen würde, und sehnte mich nach einem Leben in der freien Natur.

Ich plante, auf die Südinsel zu fahren, wo ich die Westküste und die Region Nelson Tasman bereisen und in Nationalparks wandern wollte.

Schnell musste ich feststellen, dass mein neues Leben nicht nur aus Schwimmen bei Sonnenaufgang und Glückseligkeit bestand.

Nach zwei Monaten zog ich zurück in die Wohnung in Auckland zu meinen drei Mitbewohnern und schwor mir, das Leben im Van für kurze Wochenendaufenthalte zu reservieren. Hier sind die Dinge, die mich am meisten gestört haben.

1. Es war ständig unordentlich

Der Van unserer Autorin war nie mehr so aufgeräumt. - Copyright: Petrina Darrah
Der Van unserer Autorin war nie mehr so aufgeräumt. - Copyright: Petrina Darrah

Wenn ihr in den sozialen Medien nach "Van Life" sucht, seht ihr ästhetisch ansprechende Innenräume und makellose Sofas, auf denen kein einziges Kissen fehl am Platz ist.

Inspiriert von diesen Fotos habe ich mein Wohnmobil in einem hellbraunen und blaugrünen Farbton eingerichtet und es mit Leinenbettwäsche, Bambuskissen aus Memory-Schaum und einem Besteck in Roségold ausgestattet.

Nach ein paar Tagen auf Reisen sah mein Van aus, als hätte ihn jemand auf den Kopf gestellt und durchgeschüttelt. Ich schlief, aß und arbeitete auf engstem Raum, sodass jegliche Ordnung auf der Strecke blieb. Im Inneren meines Vans sammelten sich Sand, Staub und feuchte Handtücher und verwandelten ihn in ein einziges Chaos.

2. Im Van zu arbeiten ist unbequem

Im Van zu arbeiten, war schwierig für unsere Autorin. - Copyright: Petrina Darrah
Im Van zu arbeiten, war schwierig für unsere Autorin. - Copyright: Petrina Darrah

Ich konnte mein Bett in eine Couch und einen Tisch verwandeln, aber das war nicht einfach. Ich musste alles aus meinem Lieferwagen herausholen, Tetris spielen, um das Bett und die Matratze in die Form einer Couch zu bringen, und alle meine Habseligkeiten wieder einräumen. Und selbst dann musste ich mich immer noch über meine Tastatur beugen.

Also machte ich mir selten die Mühe, die Möbel umzustellen. Stattdessen saß ich auf meinem Bett und balancierte meinen Laptop auf Kissen oder meiner tragbaren Kühlbox, wenn ich in meinem Van arbeitete. Die meiste Zeit habe ich in Cafés gearbeitet.

3. Es gibt keine geregelten Arbeitszeiten

Hier parkte unsere Autorin ihren Wagen neber einer öffentlichen Toilette für die Nacht.  - Copyright: Petrina Darrah
Hier parkte unsere Autorin ihren Wagen neber einer öffentlichen Toilette für die Nacht. - Copyright: Petrina Darrah

Unabhängig davon, ob ich in meinem Lieferwagen, in einem Café oder auf einer Parkbank arbeitete, war es nicht einfach, einen klaren Acht-Stunden-Tag festzulegen.

Meist arbeitete ich ein paar Stunden in meinem Van, bevor ich in der Pause ein oder zwei Stunden fuhr, um ein Café zu finden. Später erledigte ich in der Regel die restlichen Aufgaben in meinem Wagen.

Bei meinen Arbeitsorten musste ich nehmen was ich kriegen konnte. Manchmal nahm ich auch im Auto am Straßenrand an Meetings teil (mit einem gefilterten Hintergrund, der den Wäschehaufen neben mir verbarg).

4. Der Handyempfang bestimmte meine Route

Unsere Autorin fand es toll, abgelegene Orte zu erkunden, aber die Unterhaltungsmöglichkeiten waren begrenzt.  - Copyright: Petrina Darrah
Unsere Autorin fand es toll, abgelegene Orte zu erkunden, aber die Unterhaltungsmöglichkeiten waren begrenzt. - Copyright: Petrina Darrah

Ich fühlte mich frei und ungebunden, als ich zu meiner Reise in die Ferne aufbrach. Ich könne an jedem beliebigen Strand parken und über einen mobilen Hotspot arbeiten – so dachte ich zumindest.

Doch schon nach wenigen Tagen musste ich feststellen, dass ich dem Mobilfunkempfang ausgeliefert war.

Unzählige Male kam ich an einem Ziel an und musste feststellen, dass ich mich in einem Funkloch befand. Ich musste umdrehen und weiterfahren, bis ich ein paar Balken Empfang hatte, was in der Regel weit entfernt von einer schönen Aussicht war.

Auch das Aufladen meiner Geräte kam mir wie ein zweiter Job vor. Zwischen der Überwachung des Akkustands meines Laptops, Telefons, E-Readers, der Kamera und der Powerbank hatte ich das Gefühl, ständig zu berechnen, wie viele Minuten Arbeit ich noch erledigen konnte.

Ich hatte einen Wechselrichter und USB-Ladeanschlüsse in meinem Van. Wenn der Akku leer war, musste ich entweder eine Weile fahren oder einen Ort finden, an dem ich mehrere Stunden sitzen konnte, um meinen Geräten Zeit zum Aufladen zu geben.

5. Das Unterhaltungsangebot war sehr begrenzt

Wi-Fi und Mobilfunkempfang bestimmten ihre Route mehr als die landschaftlichen Aussichten.  - Copyright: Petrina Darrah
Wi-Fi und Mobilfunkempfang bestimmten ihre Route mehr als die landschaftlichen Aussichten. - Copyright: Petrina Darrah

Da der Akku ein so kostbares (und knappes) Gut war, habe ich in meiner Freizeit viel gelesen. Insgesamt erwies sich das Leben im Van als sehr ruhig.

Ich war im Herbst unterwegs und die Sonne ging um 18 Uhr unter. Meine Routine bestand normalerweise darin, gegen 17 Uhr einen Platz zum Zelten zu finden, ein paar Stunden zu lesen und um 20 Uhr ins Bett zu gehen.

Wenn es regnete, waren die Möglichkeiten noch eingeschränkter. Dann kauerte ich in meinem Van, weil ich nirgendwo meine Kleidung trocknen konnte.

An den meisten Regentagen unternahm ich lange Autofahrten, nur um die Heizung aufzudrehen und einen Podcast anzuhören.

6. Ich habe wenig Gleichgesinnte getroffen

Die Campingplätze, auf denen unsere Autorin war, waren meist voll mit Rentnern. - Copyright: Petrina Darrah
Die Campingplätze, auf denen unsere Autorin war, waren meist voll mit Rentnern. - Copyright: Petrina Darrah

Ich dachte, die Campingplätze, die ich ansteuerte, wären voll von freigeistigen Reisenden, die beim Morgenkaffee ein Lächeln und Tipps für das Leben im Van austauschten.

Aber vor allem traf ich Rentner in riesigen Wohnmobilen und andere Reisenden, die anscheinend gerne unter sich blieben.

7. Ich habe kaum Geld gespart

Bevor unsere Autorin in ihren Van zog, lebte sie vier Jahre lang in einer WG. - Copyright: Scott E Barbour/Getty Images
Bevor unsere Autorin in ihren Van zog, lebte sie vier Jahre lang in einer WG. - Copyright: Scott E Barbour/Getty Images

Ich dachte, die Zusammenlegung meiner Ausgaben für Wohnung, Büro und Fahrzeug wäre kosteneffizient. War es aber nicht.

Da der Akku meines Laptops begrenzt war und ich nicht bereit war, sehr lange ohne Dusche auszukommen, übernachtete ich unter der Woche auf Campingplätzen, die zwischen 15 Neuseeland-Dollar (knapp 10 Euro) und 25 NZD (etwa 15 Euro) pro Nacht verlangten. Und eine volle Tankfüllung kostete etwa 200 NZD (etwa 120 Euro).

In einem Monat habe ich 784,85 NZD (etwa 480 Euro) für Benzin und Unterkunft ausgegeben. Zum Vergleich: Meine Miete in Auckland betrug 848 NZD (520 Euro) pro Monat.

8. Mein Leben im Van war nicht gesund

Außer gelegentlichen Wanderungen, hat unsere Autorin keinen Sport gemacht. - Copyright: Petrina Darrah
Außer gelegentlichen Wanderungen, hat unsere Autorin keinen Sport gemacht. - Copyright: Petrina Darrah

Abgesehen von den Wanderungen am Wochenende war das Leben im Van nicht besonders gesund. Mein Haus auf Rädern hatte keinen Kühlschrank, sodass ich kein frisches Obst oder Gemüse lagern konnte.

Und die Vorstellung, in der winzigen Spüle mit Handpumpe abwaschen zu müssen, war genug, um mich vom Kochen abzuhalten. Stattdessen ging ich alle paar Tage in den Supermarkt, um einfach zuzubereitende Lebensmittel wie Sandwiches und Cracker zu kaufen.

Übermotiviert hatte ich auch eine Yogamatte in meinen Van gepackt, aber ich rollte sie nicht ein einziges Mal aus. Stattdessen fand ich mich mit meinem vom Autofahren schmerzenden Nacken ab.

9. Ich hatte kaum Freizeit

EIn seltener Spaziergang am Strand nach der Arbeit. - Copyright: Petrina Darrah
EIn seltener Spaziergang am Strand nach der Arbeit. - Copyright: Petrina Darrah

Meine Wochenenden im Wohnwagen waren herrlich. Während der gesamten zwei Monate befand ich mich in unmittelbarer Nähe der Berge, so dass ich viele Gelegenheiten zum Wandern und für Ausflüge in die Natur hatte. Während der Arbeitswoche hatte ich weniger Zeit zum Erkunden, als ich erwartet hatte.

Zwischen der Suche nach einem Lagerplatz für die Nacht und der Suche nach Internet hatte ich kaum Zeit, zu genießen. Wenn ich Glück hatte, konnte ich noch einen Spaziergang bei Sonnenuntergang machen oder schwimmen gehen, bevor die Sonne unterging.

Das Van-Leben war nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Es war aber etwas, das ich gerne erkunden wollte. Eines Tages werde ich es vielleicht noch einmal versuchen, aber dann mit einem viel größeren Wohnmobil und realistischeren Erwartungen.

Dieser Artikel wurde von Ben Peters aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.