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Ich habe zwei Monate lang rückwirkend ein Haushaltsbuch geführt und gesehen, dass ich mehr investieren kann als gedacht — so bin ich vorgegangen

·Lesedauer: 5 Min.
Business Insider-Reporter Leo Ginsburg an seinem Laptop mit dem Haushaltsbuch
Business Insider-Reporter Leo Ginsburg an seinem Laptop mit dem Haushaltsbuch

Nachdem ich in zahlreichen Interviews mit Finanzexperten immer darauf hingewiesen wurde, dass der beste Ratschlag in Sachen Finanzen sei, erstmal einen Überblick über seine eigenen Ausgaben zu haben, wollte ich das einmal ausprobieren. Rückwirkend für zwei Monate habe ich ein Haushaltsbuch geführt – und am Ende war ich überrascht, dass ich viel mehr sparen könnte als gedacht.

Mein Haushaltsbuch erstellte ich mit Excel

Um anzufangen, habe ich mir zuerst zwei „normale“ Monate ausgesucht, wo ich weder im Urlaub war noch irgendwelche besonderen Anschaffungen hatte. Anhand meiner Kontoauszüge konnte ich sehen, wie viel ich in einem üblichen Monat ausgebe.

Ich bin dann die jeweiligen Monate in meinem Kontoauszug durchgegangen und habe jede Ausgabe zuerst in einer Excel-Liste notiert, um einen Überblick über all meine Kosten zu erhalten. So konnte ich direkt sehen, für welche Dinge ich überhaupt Geld ausgebe.

Die einzelnen Ausgabepunkte habe ich dann bestimmten Gruppen zugeordnet. Bei mir waren es unter anderem Kosten für die Wohnung. Dazu zählte die Miete, Gas, Strom und WLAN. Dann zählte ich die Kosten für Lebensmittel und Versicherungen zusammen. Übrige blieben noch folgende Ausgaben: Fitnessstudio, Amazon Prime, Bahnticket, Bike-Sharing-Abo, Kino-Abo (für 20 Euro im Monat kann ich in alle Kinos der Yorck-Kette gehen), Restaurantbesuche, Abende mit Freunden und Sonstiges. Unter "Sonstiges" verbuchte ich Dinge im einstelligen oder zweistelligen Bereich, die ich mir im jeweiligen Monat gekauft habe. Dazu zählen beispielsweise Theatertickets, Bilderrahmen oder ein neuer Wasserkocher.

Ich teilte meine Ausgaben in variable und fixe Kosten auf

Alle diese Positionen habe ich dann aufgeteilt in fixe und variable Kosten. Zu den fixen Kosten zählten die Ausgabepunkte, die jeden Monat regelmäßig anfallen und sich im Betrag nicht ändern. Gleichbleibend waren beispielsweise alle Abo-Kosten, Versicherungen und die Ausgaben für die Wohnung. Die restlichen Kosten waren mehr oder weniger variabel, weil sie sich jeden Monat änderten. Die Ausgaben für Lebensmittel waren ungefähr gleich hoch, aber nicht so fix wie die monatliche Miete. Um mit diesen variablen Kosten arbeiten zu können, habe ich den Durchschnitt aus den beiden Monaten errechnet. So habe ich für jeden Kostenpunkt, egal ob fix oder variabel, einen bestimmten Betrag gehabt.

Damit habe ich angefangen, mithilfe einer Excel-Datei ein Haushaltsbuch aufzubauen. Die erste Spalte zeigt die Kosten. Nachdem ich die fixen Kosten eingetragen hatte, habe ich in der Spalte all die Positionen addiert, um zu sehen, wie viel jeden Monat von meinem Konto auf jeden Fall abgeht. Um verschiedene Werte zusammenzulegen, müsst ihr in dem gewünschten Excel-Feld, wo diese Summe aufgezeigt werden soll, folgende Formel eintippen: =SUMME(Zahl1; Zahl2;…). Unter Zahl1 etwa habe ich in diesem Beispiel die einzelnen fixen Kosten notiert. Dasselbe habe ich dann für die variablen Kosten gemacht. Am Ende der Spalte habe ich dann nochmal die gesamten Kosten errechnet, die Summe aus den beiden Feldern „Gesamte Fixkosten“ und „Gesamte variable Kosten“. Meine gesamten Kosten belaufen sich auf 1157 Euro.

So sieht mein Haushaltsbuch in Excel aus
So sieht mein Haushaltsbuch in Excel aus

Am Monatsende bleiben mir 843 Euro

Doch ein Haushaltsbuch besteht nicht nur aus den Kosten – dann wäre es ein sehr trauriges Unterfangen – sondern auch die Einnahmen dürfen nicht fehlen. Hier ist aber weniger Arbeit nötig, da meine Einnahmen aus meinem Gehalt bestehen, welches ich regelmäßig bekomme. Um zu sehen, wie viel übrig bleibt, subtrahiere ich die Gesamteinnahmen von den Gesamtausgaben im Feld „Saldo“. Dazu tippe ich folgendes in das Feld ein: = (Feld mit den Gesamteinnahmen) – (Feld mit den Gesamtkosten). Wenn im Schnitt alles so ausgegeben wird, wie geplant, bleiben mir am Monatsende 843 Euro.

Jetzt habe ich durch diese Tabelle einen Überblick über meine monatlichen Ausgaben, Einnahmen und das, was am Ende noch da ist.

Was mir auffällt: Ich gebe relativ viel jeden Monat für Restaurantbesuche aus. Da gibt es noch viel Sparpotenzial. Die Frage ist: Will ich das? Nein, auf Sachen verzichten, die mir Freude bereiten, auf keinen Fall. Aber ich könnte bei Restaurants öfter überlegen, ob es sich wirklich lohnt. Ich sollte mich fragen, ob ich wegen dem Erlebnis oder meiner Faulheit in Lokale gehe oder das Essen bestelle. Die Höhe meiner Kosten für Lebensmittel finde ich in Ordnung. Das liegt aber auch daran, dass ich mit meiner Freundin zusammenwohne und wir uns beim Einkaufen abwechseln.

Ich zahle viel mehr für Bahntickets als gedacht

Ich habe kein Monatsticket für die Bahn und versuche immer Fahrrad zu fahren. Ich zahle 50 Euro im Jahr, um ein Fahrrad bei einem Bike-Sharing-Anbieter die ersten 30 Minuten „kostenlos“ zu nutzen. Obwohl ich zur Arbeit immer mit dem Rad komme, zahle ich dennoch im Schnitt 40 Euro pro Monat für U-Bahn und Co. Da ein Monatsticket rund 70 Euro kostet, ergibt es keinen Sinn, mir sowas zu kaufen. Aber die 40 Euro zeigen mir, dass ich hier mehr sparen könnte. Denn eigentlich habe ich gedacht, dass ich fast gar keine Bahn mehr fahre. Aber die ganzen Einzelfälle summieren sich am Monatsende doch. Zudem sollte ich mir anschauen, ob es sich nicht lohnen würde, an bestimmten Tagen Tageskarten oder Wochenkarten zu kaufen, statt immer Einzeltickets.

Auch sehe ich, dass große Kostenpunkte wie beispielsweise Urlaub im normalen monatlichen Rhythmus bei mir gar nicht berechnet werden. Da ich – wie die meisten wohl – gerne Urlaub mache, beschließe ich, künftig einen weiteren „fixen“ Kostenpunkt aufzubauen. Um mir jedes Jahr einen oder mehrere Urlaube in Gesamthöhe von 3000 Euro sicher leisten zu können, sollte ich jeden Monat 250 Euro sparen. So bleiben mir nun am Monatsende 593 Euro.

Da ich nicht weiß, was passieren kann, welche großen Kosten noch unerwartet auf mich zu kommen, entscheide ich mich, jeden Monat noch 200 Euro als Cash zu sparen, die Summe weder zu investieren noch auszugeben, sondern einfach als Notgroschen aufzubauen. Dann bleiben mir noch 393 Euro. Mehr mögliche Ausgaben fallen mir nicht ein. Diesen Betrag könnte ich also vollständig an der Börse anlegen. Wenn ich anfangen würde, die gesamten 393 Euro jeden Monat in einen ETF zu investieren, wäre dies eine viel größere Sparsumme, als die ich bisher hatte.

Mein Fazit: Ohne dieses Haushaltsbuch, für das ich am Ende rund zwei Stunden gebraucht habe, hätte ich keinen Überblick über meine Finanzen, würde keine Sparmöglichkeiten erkennen und wüsste auch nicht, dass ich es mir aktuell leisten kann, mehr zu investieren als vorher.

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