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Ich habe einen sechsstelligen Betrag in mein Startup investiert und es ist trotzdem gescheitert – das hätte ich anders machen sollen

·Lesedauer: 5 Min.

Ich bin ins Investmentbanking eingestiegen, weil ich hoffte, die nötige Erfahrung und das Geld zu sammeln, um mein eigenes Unternehmen zu gründen. Ich habe also ein paar Jahre lang gearbeitet, mein ganzes Geld gespart und bin auf eine Idee gekommen. Es war eine wirklich besondere Art, nutzergenerierte Inhalte mit Gewinnspielen zu verbinden.

Ich habe mein Start-up nachts aufgebaut, aber tagsüber als Investmentbankerin gearbeitet. Und wenn ihr etwas über die Arbeitszeiten im Investmentbanking wisst, dann wahrscheinlich, dass der Tag wirklich kein Ende hat. Es war schwierig, aber ich habe wirklich an die Idee geglaubt. Die Idee war nicht schlecht, das Geschäftsmodell war nicht schlecht, die Ausführung … war fragwürdig.

Ich habe das Projekt mit meinen eigenen Ersparnissen finanziert. Und ich habe gesehen, wie Unternehmen mit ähnlichen Zielen und ähnlichen Ideen das Geld ausging. Es waren Unternehmen, die bereits eine gute Nutzerakzeptanz hatten. Als ein ähnliches Unternehmen unterging, hielt ich das für ein großes Warnsignal.

Wir standen kurz vor dem Start, aber ich fand immer wieder Ausreden, um den Launch zu verschieben, weil ich wusste, dass uns das Geld ausgehen würde. Ich hatte Angst, dass ich meine gesamten Ersparnisse aus dem Fenster werfen würde. Also habe ich mich schließlich abgenabelt und war sehr erleichtert. Die Erfahrung hat aber mein Selbstvertrauen erschüttert.

Mein Scheitern einzugestehen, war einer der schwersten Schritte meines Lebens – insbesondere nachdem ich eine sechsstellige Summe meines Vermögens und zwei Jahre meiner Zeit investiert hatte. Rückblickend hätte ich mehr Zeit damit verbracht, mein Fachwissen aufzubauen und zu recherchieren. Hier sind fünf Dinge, von denen ich wünschte, jemand hätte sie mir gesagt, bevor mein erstes Start-up scheiterte.

1. Seid vorsichtig beim Outsourcing

Da ich kein Programmierexperte war, beauftragte ich ein externes Team mit der Entwicklung der App. Das war ein großer Fehler, denn die Technik war ein wesentlicher Bestandteil meines Geschäfts. Ich musste ständig Änderungen an der App vornehmen und für ein ausgelagertes Team hatte ich keine Priorität. Es dauerte ein bis zwei Wochen, bis sie sich bei mir meldeten, obwohl ich eine Reaktionszeit von zwei Stunden brauchte.

Ich bin der Meinung, dass ihr einige Teile eures Start-ups auslagern könnt – zum Beispiel die Personalabteilung, solange ihr nicht die Hauptfunktion eures Unternehmens auslagert. Bei einem Technologieunternehmen den Tech-Teil auszugliedern, war eine schlechte Idee. Wenn ich es noch einmal machen könnte, würde ich einen Technikexperten in mein Gründungsteam oder meinen engen Kreis holen.

2. Versteht das Admin-Panel

Wenn ich ein anderes technisches Unternehmen aufbauen sollte, würde ich mein Entwicklungsteam bitten, das Backend des Verwaltungsbereichs so benutzerfreundlich und funktionell wie möglich zu gestalten. Das kostet zwar mehr Geld, aber es lohnt sich, kleine Änderungen im Backend selbst vorzunehmen – so behaltet ihr die Kontrolle über euer Vorhaben.

Es gibt auch so viele Informationen, die ihr ständig sehen wollt – zum Beispiel Nutzerdaten und die Anzahl der Personen, die mit eurer App interagieren. Das Entwicklerteam wird diese zusätzlichen Funktionen nur dann einbauen, wenn ihr ausdrücklich darum bittet. Wenn ihr solche Funktionen selbst einbaut und wisst, wie ihr darauf zugreifen könnt, seid ihr nicht auf Externe angewiesen.

3. Seid Experten auf dem Gebiet, in das ihr einsteigen wollt

Am schwierigsten war die Erkenntnis, dass ich nicht die richtige Person für mein Start-up war. Ich komme aus dem Bankwesen und kannte mich in der Welt der technischen Anwendungen nicht aus. Jetzt sind alle meine erfolgreichen Unternehmen in Bereichen angesiedelt, in denen ich Expertin bin. Ich kann jede Frage beantworten, die mir jemand über mein Geschäft stellt.

Das war bei meinem ersten Start-up nicht der Fall. Mein Rat ist: Wählt eine Idee in einem Bereich, den ihr mit Leidenschaft und Wissen angeht und nicht einfach etwas, von dem ihr glaubt, dass es profitabel sein wird. Ihr wollt kein Unternehmen aufbauen, das euch einschüchtert oder von dem ihr nichts versteht.

4. Beweist euer Konzept auf eigene Kosten und bittet um Geld, wenn ihr wachsen müsst

Wenn ihr nicht das Selbstvertrauen habt, eure eigene Haut zu riskieren, warum sollte es dann ein Investor tun? Risikokapital gibt es nicht umsonst und es kann Folgen haben, wenn ihr diesen Weg wählt.

Ihr wollt euch den Investoren gegenüber eure beste Seite zeigen, nachdem ihr etwas Bodenhaftung gewonnen habt. Ich sage nicht, dass das Silicon Valley eine kleine Welt ist, aber ihr sind nicht anonym und eure Idee könnte zu dem werden, wofür ihr bekannt seid.

5. Zahlenden Kunden Vorrang einräumen

Angehende Unternehmer wissen in der Regel nicht, dass ein kostenloser Nutzer etwas ganz anderes ist als ein zahlender Nutzer. Es gibt so viele Apps, die eine Menge Nutzer haben. Aber es sind keine Milliarden-Dollar-Apps und einige von ihnen erwirtschaften keine Gewinne.

  • Grenzt die Zielgruppe, die Nische oder Branche ein (und achtet trotzdem auf Hochwertigkeit)

  • Bestimmt eure realistische Wachstumsrate (wie viel ihr in der Anfangsphase ausgeben werdet, während ihr euch auf ein beschleunigtes Wachstum konzentriert)

  • Ermittelt realistische Kundenakquisitionskosten und stellt sicher, dass eure Preisgestaltung und eure Kosten eine ausreichende Gewinnspanne übrig lassen

  • Minimiert alle Betriebskosten, die nicht zu den kritischen Teilen gehören

  • Wenn ihr eine Aufgabe selbst erledigen könnt, tut es – ihr spart Geld und stärkt das Vertrauen und die Kompetenz eures Kernteams

Man darf sich nicht mit dem Scheitern seines Start-ups beschäftigen. Damals war meine größte Angst, wieder zur Arbeit zu gehen und einen regulären Job anzunehmen. Denn das fühlte sich an, als hätte ich aufgegeben. Daran ist nichts falsch und es ist auch kein Eingeständnis einer Niederlage. Ich schwenkte aber auf ein kostengünstigeres Start-up um. Ich habe mehrere Unternehmen erfolgreich aufgebaut, zum Beispiel Beta Bowl, das Teenagern Wissen über Unternehmen und Start-ups vermittelt, ein Beratungs- und Seminarunternehmen für Start-ups und „Chicks Who Launch“, das Frauen bei der Gründung unterstützt.

Mein erster Misserfolg hat mich in vielerlei Hinsicht stärker gemacht. Er hat mir den Wert des Geldes gezeigt und wie schnell es aufgebraucht sein kann. Er hat mich auch gelehrt, gegen die Dringlichkeit und den Druck anzukämpfen, den wir alle beim Aufbau eines Unternehmens verspüren. Es ist leicht, das Gefühl zu haben, dass es jetzt oder nie passieren muss. Aber wenn die Idee gut ist, wird sie nicht von kurzer Dauer sein.

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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