Werbung
Deutsche Märkte schließen in 5 Stunden 36 Minuten
  • DAX

    18.550,49
    -127,38 (-0,68%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.994,60
    -35,75 (-0,71%)
     
  • Dow Jones 30

    38.852,86
    -216,74 (-0,55%)
     
  • Gold

    2.344,40
    -12,10 (-0,51%)
     
  • EUR/USD

    1,0857
    -0,0004 (-0,03%)
     
  • Bitcoin EUR

    62.485,12
    -492,25 (-0,78%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.457,76
    -26,93 (-1,81%)
     
  • Öl (Brent)

    80,51
    +0,68 (+0,85%)
     
  • MDAX

    26.790,53
    -344,13 (-1,27%)
     
  • TecDAX

    3.379,55
    -31,28 (-0,92%)
     
  • SDAX

    15.035,29
    -114,21 (-0,75%)
     
  • Nikkei 225

    38.556,87
    -298,50 (-0,77%)
     
  • FTSE 100

    8.228,72
    -25,46 (-0,31%)
     
  • CAC 40

    7.986,43
    -71,37 (-0,89%)
     
  • Nasdaq Compositive

    17.019,88
    +99,08 (+0,59%)
     

Ich habe remote auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet – wie das funktioniert hat

Unsere Redakteurin Julia Poggensee hat getestet, wie gut es sich remote auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten lässt. Von ihrer Veranda-Kabine auf der Aida genoss sie einen Blick auf Norwegens Fjorde. - Copyright: Julia Poggensee
Unsere Redakteurin Julia Poggensee hat getestet, wie gut es sich remote auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten lässt. Von ihrer Veranda-Kabine auf der Aida genoss sie einen Blick auf Norwegens Fjorde. - Copyright: Julia Poggensee

Ich liebe es, eine schöne Arbeitsumgebung zu haben. Ein Blick ins Grüne und auf die ersten Sonnenstrahlen des Tages motivieren mich, am Laptop zu sitzen und mich auf meine Arbeit zu konzentrieren. Als Remote-Angestellte ist es mir glücklicherweise möglich, ab und zu meinen Arbeitsplatz an andere Orte Deutschlands zu verlegen. Auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten, war für mich jedoch eine Premiere.

Aktuell reise ich mit der Aida Prima*, einem 300 Meter langen und 37,6 Meter breiten Modell aus der sogenannten Hyperionklasse, durch die norwegischen Fjorde. Wie es geklappt hat und welches Highlight meinen ersten Arbeitstag an Bord bereicherte, erfahrt ihr hier.

Schöne Ausblicke, Glück mit dem Internet: Arbeitstag auf einem Kreuzfahrtschiff

An einem Samstagabend startete die Reise vom Hamburger Hafenanleger Steinwerder über die Ostsee in Richtung Flåm im Südwesten Norwegens. Das 350-Einwohner-Dorf erreichten wir nach einem Seetag am Montag um 11:30 Uhr. Der Ort liegt am Ende des Aurlandsfjords, eines Seitenarms des großen Sognefjords.

WERBUNG

Anstatt auszuschlafen und den Tag mit einem gemütlichen Frühstück zu starten, wie es viele Passagiere taten, übernahm ich an diesem Tag den Frühdienst in meiner Redaktion. Arbeitsbeginn: 6 Uhr. Für eine Nachteule wie mich ist der frühe Morgen nicht gerade die liebste Tageszeit, doch die Vorfreude auf einen freien Nachmittag hält mich bei Schichtdiensten stets wach.

Da ich zum Arbeiten auf unser Content Management System zugreifen muss und im Austausch mit den Kollegen stehe, habe ich mir für die Woche ein Internetpaket gekauft. Wer ebenfalls Remote auf einem Kreuzfahrtschiff arbeiten möchte, kommt um dieses Angebot nicht herum. Zwar bietet die Aida allen Passagieren kostenloses Wlan an, allerdings funktioniert dieses, meiner Erfahrung nach, fast nie.

Das gebuchte Paket für rund 120 Euro kann ich sieben Tage lang nutzen. Enthalten sind zwölf GB Datenvolumen. Bevor dieses aufgebraucht ist, besteht die Möglichkeit, den Tarif zu erweitern und lediglich die Differenz zu bezahlen. Mit dem Internet hatte ich während der Arbeitszeit keine Probleme.

Das gebuchte Wlan funktioniert per Satelliten, wie mir eine Rezeptionistin erklärt. Dies sei die einzige Möglichkeit, um eine Internetverbindung auf dem Ozean herzustellen. Spezielle Kommunikationsanbieter rüsten die Kreuzfahrtschiffe mit der nötigen Technik aus, die eine Satellitenverbindung auf dem offenen Meer sicherstellt. Vom Schiff aus wird das Signal ins All zu einem Satelliten gesendet und von dort zurück zum Festland, wo die Server stehen.

Über die reibungslose Verbindung war ich überrascht. Dies lag sicher daran, dass wir uns in den frühen Morgenstunden bereits in Landnähe (bei Flåm) befanden. Ein Check meines Smartphones bestätigte mir, dass das mobile Datennetz ebenfalls wieder funktionierte. Ob das Bord-Wlan auch an Seetagen durchhält, muss ich noch testen. Durch Empfangsprobleme oder Unwetter kann das Wlan allerdings ausfallen oder deutlich langsamer sein als an Land, wie Aida auf ihrer Homepage schreibt.

Meine Tipps für stabiles Internet auf dem Schiff

Mein Tipp: Geht sparsam mit eurem gebuchten Datenvolumen um, da es schnell aufgebraucht ist. Und, noch wichtiger: Schaltet es aus, sobald ihr es nicht benötigt. Denn jedes Mal, wenn ihr im WLan eingeloggt seid, verbraucht ihr Datenvolumen. Für diejenigen, die nur ab und zu oder für eine kurze Zeitspanne Internet benötigen, bietet sich ein günstigeres Angebot an. Für den schnellen E-Mail-Check zwischendurch könnt ihr den „Quick Check“ für 39 Cent pro Minute buchen.

Das frühe Aufstehen bescherte mir das Highlight meiner bisherigen Reise. Als ich um 6:30 Uhr die Schiebetür meiner Veranda-Kabine öffnete, erwartete mich der Anblick der gigantischen Berge rund um den Aurlandfjord. Wolken schlängelten sich wie Nebelschleier durch die Berggipfel und ergaben ein mystisches Bild. Ich lauschte dem Wasserrauschen und spürte den leichten Fahrtwind im Gesicht.

Ich habe bereits einige Berglandschaften gesehen. Doch so dicht an den Küstenabschnitten durch die Fjorde zu gleiten, war für mich ein neuartiges Erlebnis. Während ich diesen Text schreibe, nähern wir uns dem Geirangerfjord, einem der größten und schönsten Fjorde Norwegens. In wenigen Minuten wird der Lektor über Lautsprecher Wissenswertes über den Fjord und die Umgebung erzählen. Was für ein Erlebnis!

Flåm liegt am Ende des Aurlandsfjords, eines Nebenarms des 204 Kilometer langen und bis zu 1.308 Meter tiefen Sognefjords.  - Copyright: Julia Poggensee
Flåm liegt am Ende des Aurlandsfjords, eines Nebenarms des 204 Kilometer langen und bis zu 1.308 Meter tiefen Sognefjords. - Copyright: Julia Poggensee

Etwas entspannter ist es sicherlich, für eine Kreuzfahrt Urlaub einzuplanen. Insbesondere das Ein- und Auslaufen des Kreuzfahrtschiffes in beziehungsweise aus dem Fjord sind Höhepunkte der Reise, die man als Passagier gesehen haben sollte. Ich würde daher nicht empfehlen, während dieser Momente in der Kabine am Laptop zu sitzen.

Umso glücklicher kann ich mich schätzen, in einer Verandakabine am zwölften Deck untergebracht zu sein. Wer in einer Innenkabine ohne Seeblick übernachtet, sollte sich einen ruhigen Platz am Oberdeck oder in der Bar in der obersten Etage suchen. Auch vom Marktrestaurant aus hat man auf der Aida Prima einen guten Ausblick, allerdings befindet sich dieses im sechsten Stock und ist daher nicht ganz so hoch gelegen wie meine Kabine.

Um 6 Uhr morgens war der Himmel über dem Aurlandfjord noch etwas bedeckt. - Copyright: Julia Poggensee
Um 6 Uhr morgens war der Himmel über dem Aurlandfjord noch etwas bedeckt. - Copyright: Julia Poggensee

Mein Fazit zum Arbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff ist daher: Legt eure Arbeitszeiten auf früh am Morgen, um tagsüber die Reise etwas ausnutzen zu können. Zudem solltet ihr euch im Vorfeld über Internetangebote informieren und euch einen ruhigen Platz mit schöner Aussicht suchen. Die Kombination einer Kreuzfahrtreise mit der Arbeit ist sicherlich mit Stress verbunden, aber dafür wird man – vor allem bei einer Norwegen-Reise – mit tollen Ausblicken belohnt.

Der Blick nach draußen erleichterte mir die Arbeit. - Copyright: Julia Poggensee
Der Blick nach draußen erleichterte mir die Arbeit. - Copyright: Julia Poggensee

*Die Reise wurde unterstützt durch AIDA Cruises/Carnival Corporation & plc.