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Ich habe mir Instagrams „Bixie“-Cut schneiden lassen

·Lesedauer: 5 Min.

Im zarten Alter von 14 Jahren beging ich die ultimative Beauty-Sünde: Entgegen des Rats der Haarstylist:innen meines Vertrauens ließ ich mir einen Pixie-Cut à la Anna in O.C., Californiaverpassen. Im Gegensatz zu anderen O.C.-Charakteren – wie die einschüchternd hübsche Summer oder die traurige, ultraschlanke Marissa – schien mir der Look der lustigen, lockeren Anna zumindest nicht unnachahmbar vor. Sie trug immer lässige Pullunder und klopfte sarkastische Sprüche, und das alles mit einem süßen, zur Seite gekämmten blonden Bob.

Meine neue Frisur war zum Teil eine Fashion-Entscheidung, zum Teil Eskapismus. Ich wäre damals so gerne die Flure der glamourösen Harbor High School runtergeschlendert, mit einer CD von Death Cab for Cutie in der Hand und natürlich meinem absoluten Crush Seth Cohen an meiner Seite. Aber ich war nicht in Newport, oder auch nur Kalifornien. Ich wohnte damals in der grauen Londoner Vorstadt und ging an eine genauso graue Schule, wo dich ein außergewöhnlicher Modegeschmack direkt zur Zielscheibe für Mobbing von allen Seiten machte.

Okay, ich bin ehrlich: Mein Look war schlimm. Ohne jegliche Oberweite, schlaksig und ohne jegliches Haar- oder Beauty-Wissen ließ mich mein Pixie-Traum-Cut aussehen wie ein kleiner Junge. Es dauerte mehrere qualvolle Jahre, bis meine Haare wieder ihre alte Länge erreicht hatten, und ich sehnte mich nach einer fließenden, femininen Mähne wie die der Mädchen, die in der Schule im Zentrum der Aufmerksamkeit standen. Ich probierte damals mit Clip-in-Extensions rum, bis meine kaputten Haare endlich wieder bis auf Brusthöhe fielen. Erst in meinen Mittzwanzigern fühlte ich mich mutig genug, mir einen schicken, abgerundeten Bob schneiden zu lassen. Aber an einen Pixie traute ich mich noch immer nicht ran.

So blieb es auch bis 2021, als der Pixie-Cut wieder ins Rampenlicht unseres kulturellen Bewusstseins katapultiert wurde – dank eines neuen Trends: dem kieferumspielenden „Bixie“. Der ist eine Kombination aus dem Bob, dem Vokuhila und dem Pixie. „Der Bixie ist etwas kürzer als ein Bob und endet kurz oberhalb des Kinns“, erklärt Fer Porro, Stylist im George Northwood Salon in London. „In den unteren Haarschichten ist er stark ausgedünnt, fast wie ein Undercut, aber eben mit groben, ‚unsichtbaren‘ Stufen, die du von oben nicht erkennst.“

Der Bixie wird online und IRL immer beliebter. In Oktober ließ sich zum Beispiel die Schauspielerin Florence Pugh ihre langen, braunen Haare gegen einen zurückgestylten Bixie austauschen, den sie daraufhin auf Instagram präsentierte – und der plötzlich überall auftauchte. Von den Popstars Saweetie und Doja Cat bis hin zu Instagram-Promis wie Kaia Gerber und Hannah Kleit: Um den Bixie führt aktuell kein Weg herum.

Die unsichtbaren Stufen, die Fer erwähnt hat, sind die Geheimwaffe des Bixies und verleihen dem altvertrauten Bob einen neuen Twist, indem sie ihm ein bisschen etwas von seiner Strenge nehmen. Dadurch sieht das Haar nicht ganz so „brettartig“ aus wie der French Bob, wie Fer sagt. Er meint, dass die meisten seiner Kund:innen ihre Haare im Lockdown (zwangsläufig) haben wachsen lassen. Seit die Salons aber wieder geöffnet haben, wächst das Interesse an experimentellen, edgy Frisuren wie dem Vokuhila, dem 70er-Shag und eben dem Bixie immer weiter.

Weil die Beliebtheit des neuen It-Cuts immer lauter wurde, warf ich meine Keine-Pixies-Regel über Bord und begab mich und meine Mähne in die professionellen Hände von Fer, der meine Sorgen zu spüren schien. Wir schauten uns also reihenweise Fotos von Babes mit Bixies an, und er versprach, mir vorne ein bisschen meiner Länge zu lassen und mir hinten durch unsichtbare Stufen ein wenig Textur zu verleihen, damit meine Haare nicht wieder in die unschöne Lego-Figur-Form à la 2007 zurückfielen. Weil wir uns aber für „vorne länger, hinten kürzer“ entschieden, stellten wir uns damit vor eine weitere Herausforderung: den „Karen-Cut“ zu vermeiden. Den zur Seite gekämmten Pixie verbinden wir nämlich seit ein paar Jahren mit der Art wütender Frau, die darauf besteht, mit dem:der Geschäftsführer:in zu sprechen. Wie also sollten wir den coolen Bixie von der spaßverderbenden Karen trennen? „Indem wir ihn nicht asymmetrisch schneiden“, meint Fer. „Vorsicht bei den oberen Stufen, wenn du diese Form von Frisur vermeiden möchtest.“

Abhängig von deinem Haartyp ist der Bixie aber überraschend easy zu stylen. Bei meinem Termin schnitt Fer mein Haar zuerst im nassen Zustand und ging dann nach dem Trocknen nochmal drüber. Mit einer kleinen Rundbürste föhnte er die kürzeren Haare hinten und griff für die vordere Haarpartie zu einer mittelgroßen Bürste. Er sagt aber, dass feines, natürlich glattes Haar (wie meins) sich auch leicht mit einem groben Föhnen und einem Pumpstoß Stylingcreme stylen lässt, verteilt in den Längen und Spitzen. Für einen zurückgeglätteten Style wie bei Florence und Kaia empfiehlt er, zusätzliche Stylingcreme an den Seiten einzuarbeiten und die Haare hinter die Ohren zu schieben. Ein Sprühstoß Trockenshampoo kann das Haar auch am zweiten Tag frisch aussehen lassen.

Schnitt für Schnitt landeten immer mehr meiner Haare auf dem Salonboden, und ich dachte an mein 14-jähriges Ich und ihre Pixie-Tragödie zurück. Nein, O.C.-Annas gesichtsumspielender Pixie hatte meinen präpubertären Zügen nicht unbedingt geschmeichelt – viel schlimmer war aber die schockierte Reaktion meiner Altersgenoss:innen gewesen. Ich möchte gern glauben, dass die technologiegesegneten Teenager von heute für ihre androgynen Frisurexperimente nicht genauso gemobbt würden. Schließlich leben wir im Jahr 2021: Harry Styles trägt ein Kleid und Billie Eilish einen Jogginganzug. Gender-Normen haben uns nicht mehr so fest im Griff wie einst.

Nichts beweist das so gut wie die direkte Reaktion, die ich nach dem Verlassen des Salons bekam, als mich ein Bauarbeiter im Vorbeigehen anlächelte und sagte: „Starke Frisur.“ Er hat Recht: Es ist wirklich eine starke Frisur. Die kürzere Längere betont meine Wangenknochen und der schmeichelhafte, lässige Pony lenkt die Aufmerksamkeit auf meine bessere Augenbraue (wir haben alle eine, oder?).

Dir einen dramatischen Cut wie den Bixie verpassen zu lassen, kann angsteinflößend sein – vor allem für diejenigen, die sich seit Jahren mit ihrer langen Mähne sicher fühlen. Der Lohn für den Mut ist aber eine Frisur, die minimales Styling erfordert, dir einen ganz neuen Blick auf dein Aussehen verleiht und, mal ehrlich, verdammt geil aussieht. Das hier ist dein Zeichen, dir einen Bixie schneiden zu lassen. Du wirst es nicht bereuen!

Like what you see? How about some more R29 goodness, right here?

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