Deutsche Märkte geschlossen

Haas-Teamchef: An guten Tagen war Grosjean eine Bereicherung

Stefan Ehlen
·Lesedauer: 2 Min.

Er hat mit Platz vier 2018 in Österreich das bisher beste Formel-1-Ergebnis für Haas sichergestellt und seit 2016 einen wesentlichen Teil zur Gesamtausbeute des US-Teams begesteuert. Unumstritten aber ist Romain Grosjean bei Haas nicht, weshalb er nach der Saison 2020 auch gehen muss.

Wie Grosjean bei Haas-Teamchef Günther Steiner in Erinnerung bleiben wird? "Ich sage immer: Jeder Herausforderung wohnt auch eine Chance inne. Romain mag manchmal eine solche Herausforderung darstellen", sagt Steiner.

Vermutlich spielt er mit dieser Äußerung auf die Fahrfehler von Grosjean an, die sich zuletzt gehäuft haben, oder auf dessen Verhalten am Funk, wo Grosjean mitunter kein Blatt vor den Mund nimmt. Wie zum Beispiel beim Russland-Grand-Prix, als er lautstark über das Fahrzeug geschimpft hatte.

Steiner lobt Grosjean

Grosjean habe aber auch seine guten Seiten, meint Steiner: "Am richtigen Tag, zur richtigen Zeit, da war er eine sehr große Bereicherung für das Team. Wir müssen uns für seinen Beitrag bedanken."

"Er hat von Anfang an an das Team geglaubt und war jetzt fünf Jahre lang bei uns. Das zeigt auch: Wir haben an ihn geglaubt. Wir hätten ihn nach drei oder vier Jahren ziehen lassen können, haben ihn aber behalten."

Zum Schluss seiner Äußerungen sagt Steiner noch: "Manchmal ist er halt einfach Romain. Man kann es nicht anders ausdrücken." Und was genau er damit sagen will, lässt Steiner offen.

So reagiert Grosjean auf diese Äußerungen

Wie Grosjean selbst zu diesen Kommentaren steht? "Ich will da nicht zu sehr ins Detail gehen", sagt der Noch-Haas-Fahrer. "Ich glaube, ich habe dem Team ziemlich was gegeben. Und ja, ich hatte meine Momente, meine Fehler - aber wer ist schon frei davon?"

Grosjean verteidigt sich und sein Auftreten so: "Wenn du ein schlechtes Auto hast, dann musst du jedes Mal 105 Prozent geben, um noch etwas Gutes zu erreichen. Dann passieren aber auch leichter Fehler. Hast du dagegen ein Topauto zur Verfügung, kannst du es mit 99,8 Prozent fahren und bist viel konstanter."

"Ich kenne beide Situationen, deshalb kann ich mir ein Urteil erlauben", meint Grosjean, der in seinen Lotus-Jahren 2012 bis 2015 insgesamt zehn Podestplätze erzielt hat. Mehr dazu in der Formel-1-Datenbank!

Nachsatz: "Bin ich schwierig zu managen? Keine Ahnung! Manchen ist das in der Vergangenheit recht gut gelungen, also scheint es möglich zu sein." Was wiederum als verbale Spitze in Richtung Steiner verstanden werden kann.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.