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Guterres: Corona-Impfstoff muss wie "weltweit öffentliches Gut" für alle sein

Bei der Geberkonferenz für das internationale Impfbündnis Gavi hat UN-Generalsekretär António Guterres erneut auf die faire Verteilung eines Corona-Impfstoffs gedrungen. Wenn ein Impfstoff gegen den neuartigen Erreger vorliege, solle dieser wie "ein weltweit öffentliches Gut" betrachtet werden, das allen Menschen zugänglich sein müsse, sagte Guterres am Donnerstag zum Auftakt der von London ausgerichteten Videokonferenz. Dazu hätten sich zahlreiche Staats- und Regierungschefs auch schon bekannt.

Zugleich erinnerte der UN-Generalsekretär daran, dass wegen der Corona-Pandemie andere wichtige Impfprogramme ins Stocken geraten seien. Jedews fünfte Kind sei weltweit gar nicht geimpft und 20 Millionen weitere nur zum Teil. "Lassen Sie uns sichere Mittel finden, um weiter zu impfen", appellierte Guterres.

Die internationale Impfallianz Gavi will bei der Online-Geberkonferenz 7,4 Milliarden Dollar (6,6 Milliarden Euro) für wegen der Corona-Pandemie ins Stocken geratene Impfprogramme in ärmeren Ländern. Weitere Milliarden sollen in einen Fonds für künftige Corona-Impfstoffe fließen.

Mehr als 50 Länder sowie Einzelpersonen wie etwa Microsoft-Gründer Bill Gates nehmen an dem Treffen teil. Der britische Premierminister Boris Johnson forderte als Gastgeber vorab eine "neue Ära der weltweiten Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich".

Die Konferenz findet inmitten internationaler Spannungen statt. US-Präsident Donald Trump hatte vergangene Woche angekündigt, die Zusammenarbeit der USA mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu beenden. Zudem gibt es Befürchtungen, die USA könnten versuchen, sich einen Corona-Impfstoff exklusiv zu sichern.

Trump sagte am Donnerstag in einem kurzen Redebeitrag bei der Gavi-Konferenz, das neuartige Coronavirus habe bewiesen, dass es keine Grenzen kenne. Der Erreger sei "hinterhältig, er ist gemein, aber wir werden uns zusammen darum kümmern".