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Guardiola verhöhnt den Fußball

Maximilian Miguletz
·Lesedauer: 2 Min.
Guardiola verhöhnt den Fußball
Guardiola verhöhnt den Fußball

Geld schießt halt doch Tore, so ehrlich war Pep Guardiola nach dem 2:0 von Manchester City bei Borussia Mönchengladbach in der Champions League. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Wir haben viel Geld, um eine Menge unglaublicher Spieler zu kaufen." So begründete der Trainer den Erfolg seines Teams.

Was erstaunlich ehrlich daherkam, war womöglich als Spitze gemeint gegen all jene Kritiker, die den Erfolg der Skyblues allein in den Transferexzessen begründet sehen. So viel trockenster Sarkasmus sei dem Spanier unterstellt.

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Unbewusst war es aber viel mehr, nämlich auch eine schmerzliche Erinnerung an all das, was im modernen Fußball aus dem Gleichgewicht geraten ist – und weshalb Guardiolas ManCity eigentlich gar nicht in der Königsklasse teilnehmen dürfte.

Manchester City entging Europacup-Sperre nur knapp

So urteilte das Kontrollgremium der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ziemlich genau vor einem Jahr: Wegen Verstoßes gegen die Regeln des Financial Fair Play (FFP) verhängte es eine zweijährige Europapokalsperre gegen den Scheichklub samt saftiger Geldstrafe.

Ein Entscheid, der im Sommer vom Internationalen Sportgerichtshof CAS kassiert wurde: keine Sperre, geringere Geldstrafe – zur Freude Guardiolas, der damals von einem "guten Tag für den Fußball" sprach.

Guardiola: Transfers 2020 für 175 Millionen Euro

Dass sich ein Trainer freut, sich mit seiner Mannschaft weiterhin in den bedeutendsten Wettbewerben mit anderen Spitzenvereinen messen zu dürfen, ist das eine. Das andere: fehlende Demut angesichts eines doch äußerst umstrittenen quasi-Freispruchs.

Die äußerte sich noch frappierender durch das Gebaren des Klubs im Sommer: Der Sperre knapp entgangen und zack, Transferoffensive mit Ausgaben in Höhe von über 175 Millionen Euro (bei Transfereinnahmen von gerade einmal rund 60 Millionen Euro).

Dass Guardiola sich nun mit dem vielen Geld, das City zur Verfügung stehe, brüstet, mag ehrlich sein, mag womöglich Sarkasmus sein – ist aber vor allem ein Schlag ins Gesicht all jener Fußballvereine, die versuchen, dem Financial Fair Play gerecht zu werden, und damit blanker Hohn.