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Grüne Geldanlage: Darauf müssen Verbraucher achten

Antonia Wallner
Freie Autorin

Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Klimaschutz wächst. Wer wirklich ökologisch korrekt leben will, darf auch die Finanzen nicht vergessen. Worauf müssen Verbraucher achten, wenn sie nachhaltig investieren wollen?

Wer umweltbewusst lebt, möchte auch sein Geld grün investieren. (Bild: Getty Images)

Da verbannt man Plastik aus seinem Alltag, nimmt das Auto nur noch selten und streicht Flugreisen aus dem Urlaubsrepertoire. Aber was bringt eine nachhaltige Lebensführung, wenn man sein Geld in Aktien steckt, die Ölkonzerne fördern? Das sogenannte Öko-Investment boomt seit einigen Jahren. Doch es gibt auch viele Fallstricke.

Fehlende Kennzeichnung

Das größte Problem in Sachen ökologisch investieren, ist die Kennzeichnung. Verbraucher tun sich oft schwer, die “bösen“ Anlagen von den “guten“ zu trennen. Es gibt weder eine einheitliche Definition noch allgemeine Standards für grüne Geldanlagen. Das heißt, dass jeder Anbieter die ökologischen Kriterien nach seinem Gutdünken festlegen kann und der Markt mehr als unübersichtlich ist. Ein zumindest anerkanntes Siegel ist das des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG). Hier werden Waffen und Kernkraft aus den Fonds-Depots ausgeschlossen und auf Menschen- und Arbeitsrechte sowie Umweltschutz geachtet.

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Kombiniert anlegen

Generell sollte man sich die Kriterien der Geldanlagen vorher genau ansehen. Die Verbraucherzentrale unterscheidet vier grundlegende Ansätze zum Anlegen, die oft miteinander kombiniert werden:

1. Gezielt investieren

Hat man sich die Unternehmen und Branchen nach bestimmten Kriterien ausgesucht, wird investiert. Das kann etwa der Bereich Erneuerbare Energien sein oder Firmen, die sich für soziale Projekte engagieren.

2. Durch Ausschlusskriterien verfeinern

Wichtig, um die gezielten Investitionen besser einzugrenzen und zu bestimmen, wo kein Geld hinfließen darf. Häufig werden Atomenergie, Waffen oder Kinderarbeit ausgeschlossen.

3. Auf Best-in-Class setzen

Wie der Name es vermuten lässt, geht es hier um Unternehmen, die in ihrer Branche eine Vorreiterrolle besitzen, sich also schon in Sachen Nachhaltigkeit ausgezeichnet haben. Das Problem ist hier, dass keine Branche vorher ausgeschlossen werden kann und vielleicht auch fragwürdige Firmen im Portfolio landen.

4. Dem Engagement vertrauen

Bei diesem Punkt ist der Dialog wichtig, den Fondsgesellschaften, Banken oder Versicherungen durch ihr Stimmrecht als Aktionär nutzen, um neue Umweltschutzstandards durchzusetzen.

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Zudem: Aufpassen bei Direktinvestments

Wer ohne Umwege gleich in direkte Projekte, wie Solar- und Windenergieanlagen oder Baumplantagen investieren will, sollte auf der Hut sein. Die Anbieter versprechen oft hohe Renditen von bis zu zwölf Prozent. Doch viele dieser Firmen gingen in der Vergangenheit in die Insolvenz, wie etwa Solarworld oder Prokon. Für die Anleger bedeutete das herbe Verluste.

Nicht vergessen: Auch ethisch-ökologische Geldanlagen haben die gleichen Risiken, wie konventionelle Finanzprodukte. Vorher sollte also unbedingt der persönliche Einsatz, Bedarf und Ertrag kalkuliert werden.

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